Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fettsucht: Mehr Bewegung doch kein Allheilmittel

08.07.2010
Ernährung als Schlüssel zur Bekämpfung von Übergewicht bei Kindern

Wissenschaftler der Peninsula Medical School haben die gängige Annahme in Frage gestellt, wonach Bewegungsmangel bei Kindern zu einer Gewichtszunahme führt. Eine Studie mit Kindern aus Plymouth legt vielmehr nahe, dass genau das Gegenteil der Fall ist. Das zusätzliche Gewicht macht die Kinder weniger aktiv.

Konzentration auf Ernährung

Ein Team von Wissenschaftlern um Terry Wilkin kommt zu dem Schluss, dass sich Programme gegen Fettsucht eher auf die Ernährung als auf körperliche Aktivitäten konzentrieren sollten, wie es in den Archives of Disease in Childhood heißt. Experten wie Andy Ness von der Bristol University akzeptieren diese Theorie allerdings nicht ohne Widerspruch. Ness argumentiert, dass beide Faktoren, körperliche Aktivität und Ernährung, entscheidend sind, berichtet die BBC.

Es gibt laut Studie keinen Zweifel an einem Zusammenhang zwischen körperlicher Aktivität und der Fettmenge, die ein Körper ansammelt. Es wird auch nicht in Frage gestellt, dass Sport gut für Kinder ist. Bezweifelt wird jedoch die Sinnhaftigkeit dieses Ansatzes zur Bekämpfung von Fettsucht.

Die Mitarbeiter der EarlyBird Diabetes Study haben mehr als 200 Schulkinder aus der Stadt die letzten elf Jahre lang begleitet. Als Teil der Langzeitstudie wurden der Anteil des Körperfetts und das Ausmaß der körperlichen Aktivitäten alle drei Jahre überprüft.

Bewegung ohne Auswirkung auf Gewicht

Es fand sich kein Hinweis darauf, dass mehr körperliche Aktivität eine Auswirkung auf das Gewicht hat. Jene Kinder, die zunahmen, bewegten sich jedoch in der Folge relativ wenig. Diese Studienergebnisse legen nahe, dass mehr als zehn Prozent Körperfett bei Siebenjährigen dazu führt, dass sie sich pro Tag vier Minuten weniger bewegen.

Wilkin erklärte, dass klinge zuerst nicht nach viel. Im Laufe der Zeit summiere sich diese mangelnde Bewegung jedoch. Jungen bewegten sich pro Tag etwas weniger als eine Stunde, Mädchen rund 45 Minuten. Bei geringerem Gewicht werde also eine nicht unwichtige Menge an Aktivität dazu gewonnen.

Die Forschungsergebnisse legen nahe, dass übergewichtige Kinder ihren Körper negativ wahrnehmen und daher eher nicht an sportlichen Aktivitäten teilnehmen. Kinder, die zu stark zunehmen, könnten sich auch während des Sports nicht wohlfühlen und auch schneller an ihre körperlichen Grenzen kommen. Laut Wilkin ist daher die Ernährung und nicht der Sport der entscheidende Ansatzpunkt zur Bekämpfung von Übergewicht und Fettsucht in der Kindheit.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://adc.bmj.com
http://www.earlybirddiabetes.org

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Neue internationale Studie: Immuntherapie für Kinder mit akuter Leukämie
13.07.2018 | Universitätsklinikum Schleswig-Holstein

nachricht Sicherer Auto fahren ohne Grauen Star: Geringeres Unfallrisiko nach Linsenoperation
12.07.2018 | Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Im Focus: First evidence on the source of extragalactic particles

For the first time ever, scientists have determined the cosmic origin of highest-energy neutrinos. A research group led by IceCube scientist Elisa Resconi, spokesperson of the Collaborative Research Center SFB1258 at the Technical University of Munich (TUM), provides an important piece of evidence that the particles detected by the IceCube neutrino telescope at the South Pole originate from a galaxy four billion light-years away from Earth.

To rule out other origins with certainty, the team led by neutrino physicist Elisa Resconi from the Technical University of Munich and multi-wavelength...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

Conference on Laser Polishing – LaP: Feintuning für Oberflächen

12.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

17.07.2018 | Energie und Elektrotechnik

Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

17.07.2018 | Physik Astronomie

Künstliche neuronale Netze helfen, das Gehirn zu kartieren

17.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics