Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Europäische Studie zeigt Nutzen von lebenslangem Lernen

24.03.2014

Das EU-Projekt „Benefits of lifelong learning“ (BeLL) hat erstmals Daten zum Nutzen von Weiterbildung in Europa erhoben.

Die Untersuchung unter Mitwirkung von Monika Kil von der Donau-Universität Krems liefert wertvolle Grundlagen im Bereich der Weiterbildungsforschung. Mehr als 8.500 Befragte aus zehn Ländern belegen, dass Weiterbildung neben dem Wissenserwerb zu persönlicher Vitalität, gesellschaftlicher Inklusion, Offenheit und Toleranz beiträgt.

Die so genannte „Benefit-Forschung“, die nach dem Nutzen von Weiterbildung fragt, ist in Großbritannien und Finnland etabliert. In anderen europäischen Ländern war dieser Ansatz jedoch noch weitgehend unbekannt. Das EU-Projekt „BeLL“ hat diese Forschungslücke nun geschlossen und erstmals europaweit Daten zu empfundenen und nachweisbaren „Benefits“ von Erwachsenenbildung erhoben. 

Gut für die Gesellschaft

8.646 Fragebögen und 82 Interviews aus Spanien, England, Deutschland, der Schweiz, Italien, Finnland, Tschechien, Rumänien, Slowenien und Serbien wurden innerhalb von zwei Jahren erhoben und ausgewertet. Das Ergebnis: Personen, die Weiterbildungsangebote wahrnehmen, profitieren in allen Lebensbereichen nachhaltig.

Wer an Weiterbildung teilnimmt, fühlt sich gesünder, bleibt länger aktiv, traut sich für sein Leben etwas zu, baut tragfähige soziale Netzwerke auf und entwickelt Perspektiven im und für das Alter.

„Wir wissen nun, dass Weiterbildung als selbstbestimmtes lebensbegleitendes Lernen dem Individuum enorm nützen kann, aber auch, dass die positive persönliche Weiterentwicklung Auswirkungen auf das gesamte Umfeld und damit auf die Gesellschaft hat“, sagt Bildungsforscherin Univ.-Prof. Dr. Monika Kil von der Donau-Universität Krems. 

Betrifft alle Lebensbereiche

BeLL hat konkret drei „Benefit“-Bereiche der Befragten zwischen 15 und 92 Jahren identifiziert. Auffallend ist mit 71 Prozent der hohe Anteil weiblicher Lernwilliger. Von allen Befragten hat die Mehrheit ein höheres Ausbildungsniveau und steht fest im Berufsleben oder ist pensioniert. Die persönliche Entwicklung zählt zu einem der drei großen Benefits von Weiterbildung.

Lernende haben Veränderungen im Bereich der Selbstwirksamkeit und im Zusammenhang mit der Frage nach der Sinnhaftigkeit des Lebens festgestellt. Das heißt, Teilnehmerinnen und Teilnehmer von organisierter Weiterbildung fühlen sich den Anforderungen und Herausforderungen ihres Lebens besser gewachsen. Zweitens stellten die Lernenden Veränderungen im sozialen (Lern-)Verhalten fest: Toleranz, soziales Engagement und die generelle Lern- und Veränderungsbereitschaft wachsen. Im dritten Bereich wurden die positiven Veränderungen im Hinblick auf Familie, Beruf, mentales Wohlbefinden und Gesundheit gebündelt. 

Organisation trägt wesentlich bei

Damit lebensbegleitendes Lernen gelingen kann, müssen aber auch bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Eine zusätzliche Auswertung von mehr als 4.000 offenen Fragen zeigte, dass Lernende ihren Erfolg maßgeblich mit der Organisation und den in der Weiterbildung Tätigen in Verbindung bringen. Lernmotivierung, didaktische Unterstützung, klare Ziele und transparente Kommunikation sind daher zentrale Wegbereiter aus Sicht der Organisation für das Gelingen des lebenslangen Lernens. „‚BeLL’ liefert eine wichtige Grundlage, nicht nur für die zukünftige evidenzbasierte Weiterbildungsforschung, sondern auch für die Agenden der europäische Bildungspolitik“, betont Kil. 

Projektverantwortliche 

Univ.-Prof. Dr. Monika Kil, Vizerektorin für Lehre/Wissenschaftliche Weiterbildung und Professorin für Weiterbildungsforschung und Bildungsmanagement an der Donau-Universität Krems, war als Abteilungsleiterin im Forschungs- und Entwicklungszentrum am Deutschen Institut für Erwachsenenbildung Leibniz-Zentrum für Lebenslanges Lernen (DIE) in Bonn verantwortlich für die Beantragung und Leitung des Projektes „BeLL“. Nach ihrem Wechsel zur Donau-Universität Krems Anfang 2013 arbeitete sie beratend mit dem Projektkonsortium zusammen, insbesondere mit den Koordinatorinnen Dr. Marion Fleige und Dr. Bettina Thöne-Geyer vom Bonner Institut sowie Prof. Dr. Jyri Manninen von der University of Eastern Finland in Joensuu.

Das Projekt in Kürze:

Titel: BeLL – Benefits of lifelong learning
Projekttyp: Lifelong Learning Programme
Fördergeber: EU
Projektkoordination: Deutsches Institut für Erwachsenenbildung Leibniz-Zentrum für Lebenslanges Lernen (DIE)
Projektzeitraum: November 2011 bis Jänner 2014

Weitere Informationen:

http://www.bell-project.eu - Projektwebsite
http://www.donau-uni.ac.at/wbbm - Weiterbildung und Bildungsmanagement

Mag. Ingrid Ladner | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Studie zeigt: Arsentrioxid stärkt die körpereigene Virusabwehr
13.07.2020 | Technische Universität München

nachricht Neuer Ansatz für Gentherapie gegen Herzschwäche
13.07.2020 | Medizinische Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hammer-on – wie man Atome schneller schwingen lässt

Schwingungen von Atomen in einem Kristall des Halbleiters Galliumarsenid (GaAs) lassen sich durch einen optisch erzeugten Strom impulsiv zu höherer Frequenz verschieben. Die mit dem Strom verknüpfte Ladungsverschiebung zwischen Gallium- und Arsen-Atomen wirkt über elektrische Wechselwirkungen zurück auf die Schwingungen.

Hammer-on ist eine von vielen Rockmusikern benutzte Technik, um mit der Gitarre schnelle Tonfolgen zu spielen und zu verbinden. Dabei wird eine schwingende...

Im Focus: Kryoelektronenmikroskopie: Hochauflösende Bilder mit günstiger Technik

Mit einem Standard-Kryoelektronenmikroskop erzielen Biochemiker der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) erstaunlich gute Aufnahmen, die mit denen weit teurerer Geräte mithalten können. Es ist ihnen gelungen, die Struktur eines Eisenspeicherproteins fast bis auf Atomebene aufzuklären. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift "PLOS One" veröffentlicht.

Kryoelektronenmikroskopie hat in den vergangenen Jahren entscheidend an Bedeutung gewonnen, besonders um die Struktur von Proteinen aufzuklären. Die Entwickler...

Im Focus: Electron cryo-microscopy: Using inexpensive technology to produce high-resolution images

Biochemists at Martin Luther University Halle-Wittenberg (MLU) have used a standard electron cryo-microscope to achieve surprisingly good images that are on par with those taken by far more sophisticated equipment. They have succeeded in determining the structure of ferritin almost at the atomic level. Their results were published in the journal "PLOS ONE".

Electron cryo-microscopy has become increasingly important in recent years, especially in shedding light on protein structures. The developers of the new...

Im Focus: Neue Schlankheitstipps für Computerchips

Lange Zeit hat man in der Elektronik etwas Wichtiges vernachlässigt: Wenn man elektronische Bauteile immer kleiner machen will, braucht man dafür auch die passenden Isolator-Materialien.

Immer kleiner und immer kompakter – das ist die Richtung, in die sich Computerchips getrieben von der Industrie entwickeln. Daher gelten sogenannte...

Im Focus: Elektrische Spannung aus Elektronenspin – Batterie der Zukunft?

Forschern der Technischen Universität Ilmenau ist es gelungen, sich den Eigendrehimpuls von Elektronen – den sogenannten Elektronenspin, kurz: Spin – zunutze zu machen, um elektrische Spannung zu erzeugen. Noch sind die gemessenen Spannungen winzig klein, doch hoffen die Wissenschaftler, auf der Basis ihrer Arbeiten hochleistungsfähige Batterien der Zukunft möglich zu machen. Die Forschungsarbeiten des Teams um Prof. Christian Cierpka und Prof. Jörg Schumacher vom Institut für Thermo- und Fluiddynamik wurden soeben im renommierten Journal Physical Review Applied veröffentlicht.

Laptop- und Handyspeicher der neuesten Generation nutzen Erkenntnisse eines der jüngsten Forschungsgebiete der Nanoelektronik: der Spintronik. Die heutige...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Intensiv- und Notfallmedizin: „Virtueller DIVI-Kongress ist ein Novum für 6.000 Teilnehmer“

08.07.2020 | Veranstaltungen

Größte nationale Tagung für Nuklearmedizin

07.07.2020 | Veranstaltungen

Corona-Apps gegen COVID-19: Nationalakademie Leopoldina veranstaltet internationales virtuelles Podiumsgespräch

07.07.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Wind trägt Mikroplastik in die Arktis

14.07.2020 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Nanoelektronik lernt wie das Gehirn

14.07.2020 | Informationstechnologie

Anwendungslabor Industrie 4.0 der THD: Smarte Lösungen für die Unikatproduktion

14.07.2020 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics