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Darmkrebs: Sigmoidoskopie als Lebensretter

29.04.2010
Einmalige Untersuchung einfacher durchzuführen als Darmspiegelung

Ein kurzer einmaliger Test könnte bei Darmkrebs jährlich den Tod von Tausenden Menschen verhindern. Das haben Untersuchungen des Imperial College London ergeben. Die Auswertung der Daten von rund 200.000 Personen zwischen 55 und 64 Jahren zeigte, dass die Zahl der Sterbefälle innerhalb von zehn Jahren um 43 Prozent gesenkt werden konnten. Jetzt wird gefordert, dass dieser Test auch in Großbritannien durchgeführt wird.

Seltener Durchbruch

Experten wie die Wohltätigkeitsorganisation Cancer Research UK begrüßen die Studienergebnisse als einen der seltenen Durchbrüche in diesem Bereich. Die Forscher argumentieren, dass die Kosten der Sigmoidoskopie durch die Ersparnisse bei der Behandlung von Erkrankungen aufgewogen werden können.

Darmkrebs verursacht heute allein in Großbritannien die zweitgrößte Anzahl an Todesfällen. Die derzeitigen Untersuchungsmethoden untersuchen auf Blut im Stuhl, eines der Schlüsselsymptome bei Dickdarmkrebs. Sind diese Tests positiv, wird weiter untersucht. Dieser Test soll laut BBC die Sterberaten um 25 Prozent senken. Werden Polypen erkannt und in der Folge durch eine Sigmoidoskopie entfernt, kann bereits das Entstehen der Krankheit verhindert werden.

Zahl der Erkrankungen verringert

Diese Untersuchung ist einfacher durchzuführen als eine Darmspiegelung. Die Sigmoidoskopie kann vom Pflegepersonal durchgeführt werden und erfordert keine Schmerzmittel. Abführmittel werden im Vorfeld verabreicht, um den Darm zu reinigen. Die einmalige Untersuchung von mehr als 40.000 Frauen und Männern zwischen 55 und 64 Jahren, bei denen Polypen nachgewiesen und später entfernt wurden, verringerte die Anzahl der Erkrankungen um ein Drittel und die Anzahl der Todesfälle um 43 Prozent. Die Betroffenen wurden durchschnittlich elf Jahre lang begleitet.

Die Ergebnisse zeigen laut der leitenden Wissenschaftlerin Wendy Atkin, dass ein Test pro Person im Laufe eines Lebens völlig ausreichend sei. In Kombination mit dem heute allgemein eingesetzten Test könnten Tausende Leben gerettet werden.

Fachpersonal notwendig

Rund 16.000 Menschen sterben jährlich an Darmkrebs. Extrapoliert man die Ergebnisse der aktuellen Studie, könnten rund 3.000 Leben gerettet werden. Die Wissenschaftler berechnen, dass pro 400 Screenings ein Menschenleben gerettet werden könnte. Die Hauptkosten würden durch die Einstellung des notwendigen Fachpersonals entstehen.

Details der Studie wurden in The Lancet http://www.thelancet.com veröffentlicht.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www3.imperial.ac.uk
http://www.cancerresearchuk.org

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