Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

CO2-Fresser: Mini-Pflanzen vom Aussterben bedroht

23.01.2014
Erderwärmung mit steigenden Meerestemperaturen setzt Diatomeen zu

Winzige Pflanzen, sogenannte planktonische Diatomeen, absorbieren rund ein Viertel des Kohlendioxids (CO2) aus der Atmosphäre, wie Forscher des Museums für Naturkunde Berlin in einer Studie herausgefunden haben. Die Experten befürchten jedoch, dass in Folge der globalen Erderwärmung viele Diatomeen-Arten vom Aussterben bedroht sind. Somit würde die Absorptionsquelle reduziert und die Erwärmung noch weiter gefördert.


Unterwasserwelt: höhere Temperaturen gefährlich (Foto: pixelio.de, H. Schottner)

Bereits ein Drittel weniger Arten

In ihrer Analyse untersuchten die Wissenschaftler die Diversität von fossilen Diatomeen-Arten. Sie zählten bereits bis zu 30 Prozent weniger Arten während früherer Zeitabschnitte mit Klimaten nahe der vorhergesagten zukünftigen Erwärmung. Unklar ist jedoch noch, wie schnell das Aussterben des Planktons geschieht. Die mikroskopisch kleinen einzelligen Pflanzen machen einen großen Teil des ozeanischen Planktons aus.

Die Diatomeen sind von großer Bedeutung, weil sie während des Wachstums CO2, das wichtigste Gas, das die Erderwärmung verursacht, aus der Atmosphäre aufnehmen. Viele der Diatomeen-Zellen sinken nach dem Absterben auf den tiefen Ozeanboden, was etwa ein Viertel der jährlichen CO2-Absorption aus der Atmosphäre verursacht. Die große Erderwärmung macht den Diatomeen aber zu schaffen.

Kein Überleben im warmen Wasser

Weil viele der Mini-Pflanzen kaltes Wasser zum Leben bevorzugen, steht wegen der Erderwärmung langfristig zu befürchten, dass diese aufgrund der gestiegenen Wassertemperaturen dann dort nicht mehr so häufig vorkommen werden. Andere, weniger effektive, oder sogar CO2 produzierende Phytoplankton-Gruppen würden sie dann ersetzen. Bisher dachten die Forscher, Diatomeen könnten auch im warmen Wasser überleben.

Die höheren Temperaturen setzen den Diatomeen zu. Das betrifft vor allem Kaltwasserformen, die heute die wichtigsten Arten darstellen, um CO2 in der Tiefsee zu speichern. Dies würde die Möglichkeit der Ozeane, CO2 zu absorbieren, weitaus mehr als erwartet einschränken. Prognosen zum ungefähren Aussterben der Diatomeen sind derzeit jedoch kaum möglich. Weitere Forschungen sollen dazu noch durchgeführt werden.

Florian Fügemann | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.naturkundemuseum-berlin.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Mobilfunkstrahlung kann die Gedächtnisleistung bei Jugendlichen beeinträchtigen
19.07.2018 | Swiss Tropical and Public Health Institute

nachricht Neue internationale Studie: Immuntherapie für Kinder mit akuter Leukämie
13.07.2018 | Universitätsklinikum Schleswig-Holstein

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue Anwendungen für Mikrolaser in der Quanten-Nanophotonik

20.07.2018 | Physik Astronomie

Need for speed: Warum Malaria-Parasiten schneller sind als die menschlichen Abwehrzellen

20.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Die Gene sind nicht schuld

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics