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Chemotherapie nach Operation verbessert die Prognose

11.07.2012
Patienten mit „peri-ampullärem“ Krebs nahe der Bauchspeicheldrüse profitieren von zusätzlicher Behandlung / Studie unter Federführung von Heidelberg/Liverpool in „JAMA“ veröffentlicht

Chemotherapie kann die Lebenserwartung von Patienten verbessern, die an einem bösartigen Tumor nahe der Bauchspeicheldrüse, dem sogenannten peri-ampullären Karzinom, leiden.

Sie profitieren ebenso wie die Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs von einer zusätzlichen Behandlung mit Krebsmedikamenten nach der Operation, wenn auch in geringerem Umfang. Dies hat eine Studie der "European Study Group for Pancreatic Cancer" gezeigt, die von den Zentren in Heidelberg und Liverpool geleitet wird und in der aktuellen Ausgabe des „Journal of the American Medical Association“ JAMA erschienen ist.

Das peri-ampulläre Karzinom geht vom Endabschnitt des Gallengangs aus, der sich kurz vor seiner Einmündung in den Zwölffingerdarm (Duodenum) mit dem Pankreasgang vereinigt, bevor er im Duodenum in der sogenannten Ampulle endet (s. Grafik).
"Mit der Studie ist erstmals wissenschaftlich belegt worden, dass auch bei dieser Tumorerkrankung die Chemotherapie dem Patienten zusätzliche Lebenszeit bringen kann", erklärt Professor Dr. Markus W. Büchler, Geschäftsführender Direktor der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg und Senior-Autor des Artikels in „JAMA".

Das peri-ampulläre Karzinom hat eine bessere Prognose als die bösartigen Tumoren der Bauchspeicheldrüse, da es bei 80 Prozent der Patienten entfernt werden kann; bei etwa 30 Prozent finden sich Absiedlungen in Lymphknoten oder anderen Organen. Nach fünf Jahren leben im Durchschnitt noch ca. 40 Prozent der Patienten, während es beim Pankreaskarzinom nur etwa 20 Prozent sind.

Längere Überlebenszeit mit Chemotherapie

Um den Nutzen einer zusätzlichen Chemotherapie wissenschaftlich zu klären, wurden die Patienten nach der Operation mit den Medikamenten Fluoruracil und Gemcitabin behandelt oder beobachtet. In der Beobachtungsgruppe überlebten die Patienten durchschnittlich 35,2 Monate, während die Chemotherapie-Gruppe eine durchschnittliche Überlebenszeit von 43,1 Monaten aufwies.

Statistisch signifikant waren die Ergebnisse allerdings nur, nachdem Faktoren, die für die Prognose des peri-ampullären Karzinoms ausschlaggebend sind wie Alter, Bösartigkeit des Tumors oder Nebenwirkungen der Chemotherapie berücksichtigt wurden. Die Autoren der Studie weisen darauf hin, dass eine Verbesserung der Chemotherapie das Ziel weiterer Studien sein müsse.

Das Europäische Pankreas-Zentrum der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg gehört zu den weltweit führenden Einrichtungen seiner Art. Dort werden jährlich ca. 1000 Patienten behandelt, die u.a. an einem peri-ampullärem Karzinom leiden.

Weitere Information im Internet:
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/Patienten-Besucher.104344.0.html

Literatur:
John P. Neoptolemos, M.D., et al, Markus W. Büchler, M.D., for the European Study Group for Pancreatic Cancer.

Effect of adjuvant chemotherapy with 5-fluorouracil plus folinic or gemcitabine versus observation on survival in patients with resected periampullary adenocarcinoma: The ESPAC-3 Periampullary Cancer Randomized Trial, JAMA. 2012;308[2]:147-156.

Kontakt:
Prof. Dr. Markus W. Büchler
Geschäftsführender Direktor
Chirurgische Universitätsklinik Heidelberg
Tel.: 06221 56-6201 (Sekretariat)
E-Mail: markus.buechler@med.uni-heidelberg.de

Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg
Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang
Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der größten und renommiertesten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international bedeutsamen biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung neuer Therapien und ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 11.000 Mitarbeiter und sind aktiv in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 50 Departments, Kliniken und Fachabteilungen mit ca. 2.000 Betten werden jährlich rund 550.000 Patienten ambulant und stationär behandelt. Derzeit studieren ca. 3.600 angehende Ärzte in Heidelberg; das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland.
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Dr. Annette Tuffs | idw
Weitere Informationen:
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