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Bundesweite Studie: Jugend und politisches Engagement

09.02.2010
Mit Parteien, Parlamenten und Protesten haben Jugendliche wenig am Hut - so die öffentliche Wahrnehmung. Allerdings sind viele Jugendliche stark sozial engagiert. Wirkt sich das auf ihre politische Beteiligung aus?

Diese Frage untersucht der Bildungsforscher Heinz Reinders von der Uni Würzburg erstmals in einem bundesweiten Projekt.

"Heranwachsende sind vielfältig sozial und gemeinnützig engagiert: Sie helfen in Sportvereinen, karitativen Einrichtungen oder Jugendorganisationen, sie setzen sich für Kinder, Senioren und Umweltprojekte ein", sagt Professor Heinz Reinders, Inhaber des Lehrstuhls für Empirische Bildungsforschung an der Universität Würzburg.

Welche Wirkungen hat dieses soziale Engagement auf die politische Beteiligung der Jugendlichen? So lautet das Forschungsthema des neuen Projekts "jeps - Jugend. Engagement. Politische Sozialisation." Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert dieses Vorhaben, mit dem Heinz Reinders in diesem Jahr an den Start geht.

Befragungen bis zur Bundestagswahl

Der Würzburger Professor plant eine bundesweit repräsentative Studie. Mit seinem Team will er rund 1.500 Jugendliche bis zur Bundestagswahl im Jahr 2013 begleiten: Die Wissenschaftler untersuchen, ob das soziale Engagement der jungen Leute ihr politisches Bewusstsein beeinflusst und ob dadurch die Bereitschaft zur politischen Teilhabe wächst.

Die ersten beiden Befragungswellen sind für Herbst 2010 und 2011 vorgesehen. Dafür werden Jugendliche aus ländlichen Gebieten sowie aus Klein-, Mittel- und Großstädten so ausgewählt, dass sich eine bundesweit repräsentative Gruppe ergibt. Auf standardisierten Fragebögen geben die Studienteilnehmer dann einmal jährlich Auskunft über ihr Engagement, ihre sozialen Einstellungen, ihre Persönlichkeitsmerkmale und ihre politische Beteiligung oder Beteiligungsbereitschaft.

Bundesweit erste Studie über soziales Engagement

"Bundesweit ist das die erste Längsschnittstudie zu sozialem Engagement", sagt Reinders. Die Befunde daraus seien als Grundlagenwissen für Forschung und Lehre relevant, vor allem aber als Praxiswissen für gemeinnützige Organisationen. "Aus den Ergebnissen werden wir schließen können, unter welchen Bedingungen soziales Engagement bei Jugendlichen auch deren demokratische Bildung fördert."

Erste Ergebnisse aus der Studie liegen voraussichtlich im Frühjahr 2011 vor.

Kontakt: Prof. Dr. Heinz Reinders, Lehrstuhl für Empirische Bildungsforschung, Universität Würzburg, T (0931) 31-85563, heinz.reinders@uni-wuerzburg.de

Robert Emmerich | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-wuerzburg.de/

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