Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Was bremst Bewegungsmuffel, was motiviert Sport-Süchtige?

02.03.2010
Sportwissenschaftler der Universität Bayreuth starten Befragung in Deutschland und China

Man muss kein Profisportler sein, um die internationale Sportwissenschaft nach vorne zu bringen: Die Universität Bayreuth sucht Menschen zwischen 27 und 55 Jahren mit unterschiedlich viel Spaß an der Bewegung und unterschiedlichem Ausmaß an sportlicher Aktivität.

Ob Sportmuffel, Einsteiger oder Bewegungssüchtiger: In einer Befragung, die der Lehrstuhl Sportwissenschaft II der Universität Bayreuth jetzt startet, sind alle Gruppen und alle Ansichten gefragt. Die Umfrage ist zentraler Bestandteil eines interkulturellen Forschungsprojektes, das von der

Bayreuther Arbeitsgruppe unter der Leitung von Professor Dr. Walter Brehm in Zusammenarbeit mit dem Wuhan Institute of Physical Education (China) durchgeführt wird. Dabei stehen die gesundheitsförderlichen Wirkungen von regelmäßiger Bewegung im Mittelpunkt.

Wieviel Bewegung gut tut, ist längst bekannt: 30 Minuten moderat anstrengende körperlich-sportliche Aktivität an möglichst jedem Tag der Woche (mindestens aber insgesamt zwei Stunden pro Woche) sind notwendig, um die Gesundheit zu erhalten und die Lebensqualität zu verbessern. Dies gilt insbesondere ab einem Alter von 30 Jahren, wenn die körperliche Leistungsfähigkeit nach und nach abnimmt. Dieses Maß an Bewegung wird aber nur von einem kleinen Prozentsatz der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland und auch in China realisiert. Konkret erreichen etwa zehn bis 15 Prozent diesen Level.

„Die Gründe für den allgemeinen Bewegungsmangel sind vielfältig“, sagt Helmut Strobl, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl Sportwissenschaft II. Der wichtigste: Sich regelmäßig für eine bestimmte Verhaltensweise zu motivieren, fällt schwer. „Das gilt umso mehr, wenn die berufliche Belastung hoch ist und kaum Zeit für andere Aktivitäten bleibt“, so Strobl. Vielleicht verbinden Bewegungsmuffel aber auch aufgrund schlechter Erfahrungen, etwa aus dem Schulsport, negative Gefühle mit körperlich-sportlicher Aktivität, fühlen sich nicht fit genug oder trauen sich manche Aktivitäten nicht zu.

„In unserem Fragebogen auf www.soscisurvey.de/fit wollen wir Antworten auf diese Fragen haben“, sagt Strobl. Die Studie soll Aufschlüsse über Unterschiede und Gemeinsamkeiten in den Einstellungen und Voraussetzungen zu körperlicher und sportlicher Aktivität in verschiedenen Kulturen bringen. Darauf aufbauend wollen die Sportforscher in Bayreuth und Wuhan Schlussfolgerungen ziehen, wie regelmäßige Aktivität besser unterstützt werden könnte.

Neben der Bedeutsamkeit für die Gesundheit der Menschen hat insbesondere der
interkulturelle Aspekt des Projekts einen großen Reiz, betont Professor Dr. Walter Brehm. „Das Besondere liegt zum einen im Vergleich der Ergebnisse in den beiden Ländern, zum anderen aber auch in den Herausforderungen einer Kooperation zwischen Menschen verschiedener Nationalitäten.“ Bei ihrem jüngsten Aufenthalt in China haben Professor Dr. Walter Brehm und Helmut Strobl in einem aufwendigen Verfahren den deutschen Fragebogen ins Chinesische übersetzt. Eine rein wörtliche Übersetzung war dabei nicht immer möglich. Eine bewährte Frage in Deutschland zur Erfassung des Fitnesszustands („Können Sie einen Kasten Bier problemlos in den Keller tragen?“) taugt in China nicht. Dort hat so gut wie niemand einen Keller im Haus und dort wird auch kein Bier in dem Ausmaß wie in Deutschland getrunken – also schleppt man keine Kiste nach Hause. Nach Anpassung an die kulturspezifischen Besonderheiten wurde dafür folgende Frage für den chinesischen Fragebogen entwickelt: „Können Sie einen Sack Reis problemlos vom Auto in die Wohnung tragen?“

Wer neugierig geworden ist und der interkulturellen Kooperation zwischen Bayreuth und China zu einem Erfolg verhelfen möchte, zwischen 27 und 55 Jahre alt ist und sich 20 Minuten Zeit nehmen kann, den bitten Brehm und Strobl sich im Internet unter www.soscisurvey.de/fit durch einen Fragebogen zu klicken. „Die Teilnehmer leisten damit einen wesentlichen Beitrag für die internationale wissenschaftliche Forschung der Universität Bayreuth.“

Frank Schmaelzle | Universität Bayreuth
Weitere Informationen:
http://www.uni-bayreuth.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Neue internationale Studie: Immuntherapie für Kinder mit akuter Leukämie
13.07.2018 | Universitätsklinikum Schleswig-Holstein

nachricht Sicherer Auto fahren ohne Grauen Star: Geringeres Unfallrisiko nach Linsenoperation
12.07.2018 | Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Im Focus: First evidence on the source of extragalactic particles

For the first time ever, scientists have determined the cosmic origin of highest-energy neutrinos. A research group led by IceCube scientist Elisa Resconi, spokesperson of the Collaborative Research Center SFB1258 at the Technical University of Munich (TUM), provides an important piece of evidence that the particles detected by the IceCube neutrino telescope at the South Pole originate from a galaxy four billion light-years away from Earth.

To rule out other origins with certainty, the team led by neutrino physicist Elisa Resconi from the Technical University of Munich and multi-wavelength...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

Conference on Laser Polishing – LaP: Feintuning für Oberflächen

12.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Optische Kontrolle von Herzfrequenz oder Insulinsekretion durch lichtschaltbaren Wirkstoff

17.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Umweltressourcen nachhaltig nutzen

17.07.2018 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Textilien 4.0: Smarte Kleidung und Wearables als Innovation

17.07.2018 | Innovative Produkte

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics