Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ernährung hat Einfluss auf Geschlecht der Kinder

29.11.2007
Mäuseversuch bestätigt These

Südafrikanische Wissenschaftler haben gezeigt, dass die Ernährung einen Einfluss auf das Geschlecht der Nachkommen hat. Zumindest im Mäuseversuch konnte diese Theorie jetzt bewiesen werden. Wenn der Blutzuckerspiegel der Tiere mit Medikamenten gesenkt wurde, gebaren sie mehr weibliche als männliche Nachkommen, berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist in seiner Online-Ausgabe.

Die konventionelle Lehre geht davon aus, dass der männliche Samen für das Geschlecht der Nachkommen ausschlaggebend ist. Zunehmend scheint sich nun aber auch die Meinung durchzusetzen, dass auch die Mutter wesentlich an der Geschlechterbestimmung des Nachwuchses beteiligt ist. Die Zoologin Elissa Cameron von der University of Pretoria http://www.up.ac.za in Südafrika wollte nun untersuchen, welchen Einfluss die Ernährung auf das Geschlecht der Nachkommen hat. Dazu senkten die Forscher den Blutzuckerspiegel von 20 Mäuseweibchen während der Empfängnis, indem sie das Steroid Dexamethason (DEX) in die Nahrung gaben. DEX blockiert den Transport von Glukose im Blut. Das Ergebnis war verblüffend: Von den Jungen, die dann zur Welt gekommen sind, waren nur 41 Prozent männlich. In der unbehandelten Kontrollgruppe waren es 53 Prozent.

Ungeklärt bleibt allerdings, welche Mechanismen dafür sorgen, dass ein hoher Blutzuckerspiegel zu einem Anstieg der männlichen Nachkommen führt. Eine ähnliche Studie mit Diabetes-Mäusen, die auch sehr hohe Blutzuckerwerte aufwiesen, ergab, dass auch diese wesentlich mehr männliche Jungtiere zur Welt brachten. Die Biologen haben die Theorie aufgestellt, dass der niedrige Blutzuckerspiegel ein Hinweis auf Stress oder Krankheit sein könnte. In anderen Studien wurde belegt, dass Säugetiere unter schwierigen Bedingungen dazu tendieren, eher weibliche Tiere zur Welt zu bringen.

Die britische Evolutionsbiologin Ruth Mace vom University College London http://www.ucl.ac.uk kann der Theorie der "Fitness" einiges abgewinnen. Vor kurzem hatte sie eine Studie veröffentlicht, in der sie beschrieb, dass Mütter mit größerer Muskelmasse während Nahrungsengpässen eher Söhne zur Welt brachten. Die Beeinflussung des Geschlechts der Nachkommen gehört zu den "traditionell überlieferten Weisheiten". Wenn Frauen einen männlichen Spross wollen, sollten sie dem Volksmund nach mehr rotes Fleisch und salzige Nahrung zu sich nehmen, bei einem Mädchenwunsch hingegen Fisch, Gemüse und Süßigkeiten.

"Studien zu diesem Thema sind hochinteressant, sind allerdings in die Realität nicht übertragbar", so der Gynäkologe Leo Auerbach von der Ambulanz für Komplementärmedizin in der Frauenheilkunde am AKH-Wien http://www.akh-wien.ac.at gegenüber pressetext. Der Wunsch nach einem Mädchen oder einem Jungen könne mit keiner "natürlichen" Methode herbeigeführt werden. "Die Wahrscheinlichkeit kann vielleicht mit zwei oder drei Prozentpunkten verändert werden, das hat aber dennoch keine realen Auswirkungen", so der Mediziner. Derzeit liege das Geschlechterverhältnis bei den Neugeborenen bei 51 Prozent männlichen und 49 Prozent weiblichen.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.up.ac.za
http://www.ucl.ac.uk
http://www.akh-wien.ac.at

Weitere Berichte zu: Blutzuckerspiegel Ernährung Geschlecht Nachkommen Nahrung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Wasserelektrolyse hat Potenzial zur Gigawatt-Industrie
18.09.2018 | Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE

nachricht Was ist Asthma – und wenn ja wie viele?
12.09.2018 | Deutsches Zentrum für Lungenforschung e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie Magnetismus entsteht: Elektronen stärker verbunden als gedacht

Wieso sind manche Metalle magnetisch? Diese einfache Frage ist wissenschaftlich gar nicht so leicht fundiert zu beantworten. Das zeigt eine aktuelle Arbeit von Wissenschaftlern des Forschungszentrums Jülich und der Universität Halle. Den Forschern ist es zum ersten Mal gelungen, in einem magnetischen Material, in diesem Fall Kobalt, die Wechselwirkung zwischen einzelnen Elektronen sichtbar zu machen, die letztlich zur Ausbildung der magnetischen Eigenschaften führt. Damit sind erstmals genaue Einblicke in den elektronischen Ursprung des Magnetismus möglich, die vorher nur auf theoretischem Weg zugänglich waren.

Für ihre Untersuchung nutzten die Forscher ein spezielles Elektronenmikroskop, das das Forschungszentrum Jülich am Elettra-Speicherring im italienischen Triest...

Im Focus: Erstmals gemessen: Wie lange dauert ein Quantensprung?

Mit Hilfe ausgeklügelter Experimente und Berechnungen der TU Wien ist es erstmals gelungen, die Dauer des berühmten photoelektrischen Effekts zu messen.

Es war eines der entscheidenden Experimente für die Quantenphysik: Wenn Licht auf bestimmte Materialien fällt, werden Elektronen aus der Oberfläche...

Im Focus: Scientists present new observations to understand the phase transition in quantum chromodynamics

The building blocks of matter in our universe were formed in the first 10 microseconds of its existence, according to the currently accepted scientific picture. After the Big Bang about 13.7 billion years ago, matter consisted mainly of quarks and gluons, two types of elementary particles whose interactions are governed by quantum chromodynamics (QCD), the theory of strong interaction. In the early universe, these particles moved (nearly) freely in a quark-gluon plasma.

This is a joint press release of University Muenster and Heidelberg as well as the GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt.

Then, in a phase transition, they combined and formed hadrons, among them the building blocks of atomic nuclei, protons and neutrons. In the current issue of...

Im Focus: Der Truck der Zukunft

Lastkraftwagen (Lkw) sind für den Gütertransport auch in den kommenden Jahrzehnten unverzichtbar. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Technischen Universität München (TUM) und ihre Partner haben ein Konzept für den Truck der Zukunft erarbeitet. Dazu zählen die europaweite Zulassung für Lang-Lkw, der Diesel-Hybrid-Antrieb und eine multifunktionale Fahrerkabine.

Laut der Prognose des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur wird der Lkw-Güterverkehr bis 2030 im Vergleich zu 2010 um 39 Prozent steigen....

Im Focus: Extrem klein und schnell: Laser zündet heißes Plasma

Feuert man Lichtpulse aus einer extrem starken Laseranlage auf Materialproben, reißt das elektrische Feld des Lichts die Elektronen von den Atomkernen ab. Für Sekundenbruchteile entsteht ein Plasma. Dabei koppeln die Elektronen mit dem Laserlicht und erreichen beinahe Lichtgeschwindigkeit. Beim Herausfliegen aus der Materialprobe ziehen sie die Atomrümpfe (Ionen) hinter sich her. Um diesen komplexen Beschleunigungsprozess experimentell untersuchen zu können, haben Forscher aus dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) eine neuartige Diagnostik für innovative laserbasierte Teilchenbeschleuniger entwickelt. Ihre Ergebnisse erscheinen jetzt in der Fachzeitschrift „Physical Review X“.

„Unser Ziel ist ein ultrakompakter Beschleuniger für die Ionentherapie, also die Krebsbestrahlung mit geladenen Teilchen“, so der Physiker Dr. Thomas Kluge vom...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

4. BF21-Jahrestagung „Car Data – Telematik – Mobilität – Fahrerassistenzsysteme – Autonomes Fahren – eCall – Connected Car“

21.09.2018 | Veranstaltungen

Forum Additive Fertigung: So gelingt der Einstieg in den 3D-Druck

21.09.2018 | Veranstaltungen

12. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

20.09.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Tiefseebergbau: Forschung zu Risiken und ökologischen Folgen geht weiter

21.09.2018 | Geowissenschaften

4. BF21-Jahrestagung „Car Data – Telematik – Mobilität – Fahrerassistenzsysteme – Autonomes Fahren – eCall – Connected Car“

21.09.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Optimierungspotenziale bei Kaminöfen

21.09.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics