Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Studie stellt Grippeschutzimpfung für ältere Menschen in Frage

25.09.2007
Wirksamkeit ist nicht ausreichend nachgewiesen

Es gibt keine ausreichenden Beweise dafür, dass die Immunisierung älterer Menschen gegen Grippe wirklich wirksam ist. Wissenschaftler der George Washington University kommen in einer neuen Studie zu dem Schluss, dass die Vorteile wie eine Verringerung der Todesfälle bei Personen über 70 Jahren stark überbewertet wurden. Diese Ergebnisse spiegeln die Erkenntnisse einer sehr kontroversiell diskutierten Studie wider, die 2006 im British Medical Journal erschienen ist. Die jetzt in The Lancet Infectious Diseases publizierte Untersuchung rät dennoch dazu, die Schutzimpfungen bis zum Vorliegen endgültiger Ergebnisse nicht einzustellen.

Die meisten reichen Länder empfehlen derzeit, alte und schwache Menschen vor dem Winter gegen Grippe zu impfen. Ziel ist es, nicht nur eine Erkrankung, sondern auch Todesfälle durch andere grundlegende chronische Erkrankungen zu verhindern. In vielen Studien wird laut BBC davon ausgegangen, dass alle Todesfälle, die im Winter über dem Jahresdurchschnitt liegen, mit der Grippe zusammenhängen. Das Team um Lone Simonson argumentiert, dass die so genannte kältebedingte Exzessmortalität im Winter in den 1980er- und 1990er-Jahren angestiegen ist. Seit 1980 stieg die Anzahl der Impfungen in Amerika von 15 auf 65 Prozent. Die Forscher zitieren eine italienische Studie, die keine Senkung der Todeszahlen nachweisen konnte. Eine Reduzierung der Todesfälle wurde nicht erzielt, obwohl die Versorgung mit entsprechenden Schutzimpfungen von fünf auf 65 Prozent angehoben werden konnte.

Die neue Studie beklagt auch den Mangel an randomisierten kontrollierten Studien mit Personen über 70 Jahren. Die Wissenschaftler räumen in, dass derartige Tests schwierig durchzuführen seien. Voraussetzung dafür wäre, manchen Teilnehmern die empfohlene Behandlung zu verweigern. Ein derartiges Vorgehen widerspräche den bestehenden ethischen Grundsätzen. Als Alternative empfehlen die Forscher, dass zuküftige Studien spezifischere Enpunkte als alle Todesfälle im Winter berücksichtigen sollten. Dazu sollte auch gehören, dass die Wirksamkeit der Impfstoffe direkt am Virus untersucht werden sollten. Durch dieses zwar kosten- und arbeitsintensivere Vorgehen sollten realistischere Ergebnisse erzielt werden können.

Tom Jefferson von der Cochrane Collaboration http://www.cochrane.org begrüßte in einem Editorial die Ergebnisse der aktuellen Studie, spiegeln sie doch eine Reihe seiner eigenen Forschungsergebnisse wider. Er spricht sich dafür aus, dass bei Tests Blindpräparate eingesetzt werden.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.gwu.edu
http://www.bmj.com
http://www.thelancet.com/journals/laninf

Weitere Berichte zu: Grippe Grippeschutzimpfung Schutzimpfungen Todesfall

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Grundlagen der Blockchain-Technologie in der Energiewirtschaft
27.07.2018 | Forschungsstelle für Energiewirtschaft e.V.

nachricht Studie zu Werkstoffprüfung: Schäden in nichtmagnetischem Stahl mit Magnetismus aufspüren
23.07.2018 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Eisen und Titan in der Atmosphäre eines Exoplaneten entdeckt

Forschende der Universitäten Bern und Genf haben erstmals in der Atmosphäre eines Exoplaneten Eisen und Titan nachgewiesen. Die Existenz dieser Elemente in Gasform wurde von einem Team um den Berner Astronomen Kevin Heng theoretisch vorausgesagt und konnte nun von Genfern Astronominnen und Astronomen bestätigt werden.

Planeten in anderen Sonnensystemen, sogenannte Exoplaneten, können sehr nah um ihren Stern kreisen. Wenn dieser Stern viel heisser ist als unsere Sonne, dann...

Im Focus: Magnetische Antiteilchen eröffnen neue Horizonte für die Informationstechnologie

Computersimulationen zeigen neues Verhalten von Antiskyrmionen bei zunehmenden elektrischen Strömen

Skyrmionen sind magnetische Nanopartikel, die als vielversprechende Kandidaten für neue Technologien zur Datenspeicherung und Informationsverarbeitung gelten....

Im Focus: Unraveling the nature of 'whistlers' from space in the lab

A new study sheds light on how ultralow frequency radio waves and plasmas interact

Scientists at the University of California, Los Angeles present new research on a curious cosmic phenomenon known as "whistlers" -- very low frequency packets...

Im Focus: Neue interaktive Software: Maschinelles Lernen macht Autodesigns aerodynamischer

Neue Software verwendet erstmals maschinelles Lernen um Strömungsfelder um interaktiv designbare 3D-Objekte zu berechnen. Methode wird auf der renommierten SIGGRAPH-Konferenz vorgestellt

Wollen Ingenieure oder Designer die aerodynamischen Eigenschaften eines neu gestalteten Autos, eines Flugzeugs oder anderer Objekte testen, lassen sie den...

Im Focus: New interactive machine learning tool makes car designs more aerodynamic

Scientists develop first tool to use machine learning methods to compute flow around interactively designable 3D objects. Tool will be presented at this year’s prestigious SIGGRAPH conference.

When engineers or designers want to test the aerodynamic properties of the newly designed shape of a car, airplane, or other object, they would normally model...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Aktuelles aus der Magnetischen Resonanzspektroskopie

16.08.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2018

16.08.2018 | Veranstaltungen

Das Architekturmodell in Zeiten der Digitalen Transformation

14.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Schatzkammer Datenbank: Digitalisierte Schwingfestigkeitskennwerte sparen Entwicklungszeit

16.08.2018 | Informationstechnologie

Interaktive Software erleichtert Design komplexer Gussformen

16.08.2018 | Informationstechnologie

Fraunhofer HHI entwickelt Quantenkommunikation für jedermann im EU-Projekt UNIQORN

16.08.2018 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics