Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Verheiratete greifen seltener zur Zigarette

20.09.2007
Geschieden oder verwitwet zu sein, eine geringere Schulbildung oder ein geringeres Einkommen zu haben - dies sind nur einige Eigenschaften, die mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit zu rauchen einhergehen.

Häufiger mit dem Rauchen beginnen zudem Jugendliche, die ihre Kindheit mit rauchenden Eltern verbracht haben. Zu diesen und anderen Ergebnissen kommen zwei aktuelle Studien des RWI Essen, die das Rauchverhalten in Deutschland untersuchen.

Wer geschieden oder verwitwet ist, hat eine höhere Wahrscheinlichkeit zu rauchen als verheiratete Personen. Dies ist eines der Ergebnisse einer aktuellen Studie des RWI Essen zum Rauchverhalten in Deutschland. Demnach liegt die Wahrscheinlichkeit zu rauchen für geschiedene oder verwitwete Männer um 13 bis 18 Prozentpunkte, für Frauen um 11 bis 14 Prozentpunkte höher als für verheiratete. Eine höhere Wahrscheinlichkeit zu rauchen haben zudem Personen mit geringer Schulbildung (verglichen mit Personen mit höherer Schulbildung), Personen mit niedrigem Einkommen, Singles sowie tendenziell Personen, die nicht mit kleinen Kindern in einem Haushalt leben.

Für die Studie wurden Daten aus dem deutschen "Mikrozensus" von 1995, 1999 und 2003 ausgewertet. Diese Zufallsstichprobe erfasst unter anderem Alter, Ehestand, Bildungshintergrund, Arbeitsmarktstatus, Einkommen und Staatsangehörigkeit der Befragten. Die Reaktion der Konsumenten auf Preisänderungen konnte nicht untersucht werden, da die (realen) Preise für Zigaretten im Untersuchungszeitraum nur wenig schwankten.

... mehr zu:
»Rauchen »Schulbildung »Zigarette
Geschiedene und Verwitwete rauchen nicht nur häufiger, sondern auch mehr
Wie die Untersuchung zeigt, rauchen Geschiedene, Verwitwete und Personen mit geringer Schulbildung nicht nur mit höherer Wahrscheinlichkeit, ihr Zigarettenkonsum liegt zudem auch deutlich über dem von Verheirateten beziehungsweise Menschen mit höherer Schulbildung. Zudem gilt: je jünger jemand mit dem Rauchen begonnen hat, desto mehr Zigaretten raucht er in einem bestimmten Alter, da der Zigarettenkonsum mit zunehmender Dauer ansteigt.

In einer zweiten Studie mit Daten des Sozio-ökonomischen Panels aus den Jahren 1984 bis 2004 wurde untersucht, mit welchen Faktoren der Rauchbeginn verknüpft ist. Die Raucheranteile unter Jugendlichen sind im Verlauf der 90er Jahre stetig gestiegen, gleichzeitig sank das Einstiegsalter von Kohorte zu Kohorte.

Vor allem Jugendliche, die ihre gesamte Kindheit mit rauchenden Eltern verbracht haben, tragen demnach ein höheres Risiko, selbst mit dem Rauchen anzufangen. Gymnasiasten haben hingegen eine geringere Wahrscheinlichkeit, mit dem Rauchen zu beginnen, als Hauptschüler, und Jugendliche mit höherer Schulbildung fangen später damit an als die mit niedrigerer Schulbildung. Im untersuchten Datensatz nahm das Risiko, mit dem Rauchen zu beginnen, für Mädchen durchschnittlich nach dem 18. Lebensjahr, für Jungen nach dem 19. Lebensjahr stark ab.

Ergebnisse ermöglichen es, einzelne Zielgruppen anzusprechen
Für die Politik geben die Ergebnisse der Untersuchungen wertvolle Hinweise darauf, welche Zielgruppen mit Anti-Raucher-Kampagnen besonders angesprochen werden sollten. Dies gilt sowohl für allgemeine Kampagnen als auch für solche, die insbesondere Jugendliche davon abhalten sollen, überhaupt mit dem Rauchen anzufangen.
Ihre Ansprechpartner dazu:
Silja Göhlmann, Tel.: (0201) 81 49-219
Joachim Schmidt (Pressestelle), Tel.: (0201) 81 49-292
Dieser Pressemitteilung liegen die Ruhr Economic Paper #26 ("Who smokes and how much") und #27 ("The Determinants of Smoking Initiation") zugrunde. Sie sind unter www.rwi-essen.de/rep als pdf-Datei erhältlich.

Joachim Schmidt | idw
Weitere Informationen:
http://www.rwi-essen.de/rep

Weitere Berichte zu: Rauchen Schulbildung Zigarette

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Massenverlust des Antarktischen Eisschilds hat sich beschleunigt
14.06.2018 | Technische Universität Dresden

nachricht Teure Flops: Nur 5% der Innovationsideen werden erfolgreich
12.06.2018 | Institut für angewandte Innovationsforschung e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

Noch mehr Reichweite oder noch mehr Nutzlast - das wünschen sich Fluggesellschaften für ihre Flugzeuge. Wegen ihrer hohen spezifischen Steifigkeiten und Festigkeiten kommen daher zunehmend leichte Faser-Kunststoff-Verbunde zum Einsatz. Bei Rümpfen oder Tragflächen sind permanent Innovationen in diese Richtung zu beobachten. Um dieses Innovationsfeld auch für Flugzeugräder zu erschließen, hat das Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF jetzt ein neues EU-Forschungsvorhaben gestartet. Ziel ist die Entwicklung eines ersten CFK-Bugrads für einen Airbus A320. Dabei wollen die Forscher ein Leichtbaupotential von bis zu 40 Prozent aufzeigen.

Faser-Kunststoff-Verbunde sind in der Luftfahrt bei zahlreichen Bauteilen bereits das Material der Wahl. So liegt beim Airbus A380 der Anteil an...

Im Focus: IT-Sicherheit beim autonomen Fahren

FH St. Pölten entwickelt neue Methode für sicheren Informationsaustausch zwischen Fahrzeugen mittels Funkdaten

Neue technische Errungenschaften wie das Internet der Dinge oder die direkte drahtlose Kommunikation zwischen Objekten erhöhen den Bedarf an effizienter...

Im Focus: Innovative Handprothesensteuerung besteht Alltagstest

Selbstlernende Steuerung für Handprothesen entwickelt. Neues Verfahren lässt Patienten natürlichere Bewegungen gleichzeitig in zwei Achsen durchführen. Forscher der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) veröffentlichen Studie im Wissenschaftsmagazin „Science Robotics“ vom 20. Juni 2018.

Motorisierte Handprothesen sind mittlerweile Stand der Technik bei der Versorgung von Amputationen an der oberen Extremität. Bislang erlauben sie allerdings...

Im Focus: Temperaturgesteuerte Faser-Lichtquelle mit flüssigem Kern

Die moderne medizinische Bildgebung und neue spektroskopische Verfahren benötigen faserbasierte Lichtquellen, die breitbandiges Laserlicht im nahen und mittleren Infrarotbereich erzeugen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) zeigen in einer aktuellen Veröffentlichung im renommierten Fachblatt Optica, dass sie die optischen Eigenschaften flüssigkeitsgefüllter Fasern und damit die Bandbreite des Laserlichts gezielt über die Umgebungstemperatur steuern können.

Das Besondere an den untersuchten Fasern ist ihr Kern. Er ist mit Kohlenstoffdisulfid gefüllt - einer flüssigen chemischen Verbindung mit hoher optischer...

Im Focus: Temperature-controlled fiber-optic light source with liquid core

In a recent publication in the renowned journal Optica, scientists of Leibniz-Institute of Photonic Technology (Leibniz IPHT) in Jena showed that they can accurately control the optical properties of liquid-core fiber lasers and therefore their spectral band width by temperature and pressure tuning.

Already last year, the researchers provided experimental proof of a new dynamic of hybrid solitons– temporally and spectrally stationary light waves resulting...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Leben im Plastikzeitalter: Wie ist ein nachhaltiger Umgang mit Plastik möglich?

21.06.2018 | Veranstaltungen

Kongress BIO-raffiniert X – Neue Wege in der Nutzung biogener Rohstoffe?

21.06.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen im August 2018

20.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

22.06.2018 | Materialwissenschaften

Lernen und gleichzeitig Gutes tun? Baufritz macht‘s möglich!

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

GFOS und skip Institut entwickeln gemeinsam Prototyp für Augmented Reality App für die Produktion

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics