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Globalisierung beflügelt deutschen Mittelstand

11.04.2007
Grenzüberschreitender Handel als Wirtschaftsmotor, der Jobs bringt

Der deutsche Mittelstand profitiert nachhaltig von der Globalisierung, sodass damit verbundene Ängste vieler Bundesbürger zum größten Teil unbegründet sind. Zu diesem Ergebnis kommt eine heute, Mittwoch, präsentierte Studie des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR). Die Notwendigkeit der Globalisierung für den Standort Deutschland sehen die Experten vor allem im grenzüberschreitenden Leistungsaustausch, der allen eingebundenen Staaten einen spürbaren Wohlstandsgewinn bringt.

Damit einhergehende Wachstums- und Entwicklungschancen seien folglich auf den Austausch von Waren, Dienstleitungen und Kapital mit dem Ausland zurückzuführen. "Obwohl der Mittelstand in Deutschland ein heterogenes Feld ist, sichern vor allem mittelständische Unternehmen, die im Ausland aktiv sind, bestehende Arbeitsplätze dort wie hier und tragen auch zum Teil zur Schaffung neuer Jobs bei", erläutert Andreas Bley, Volkswirt beim BVR, im Gespräch mit pressetext.

Die Analysten erwarten, dass sich der Mittelstand in seinen grenzüberschreitenden Aktivitäten noch weiter ausweiten wird. Ein prägnantes Indiz dafür kann bereits in der Exportquote der Mittelständler von 1997 bis 2004 gesehen werden. Diese erhöhte sich in sieben Jahren um 20 Prozent, wobei auch der Anstieg des Anteils der Betriebe und Unternehmen, die Tochtergesellschaften im Ausland betreiben, seit Beginn des Jahrzehnts, dazu beitrugen. "Dennoch kämpft Deutschland noch immer mit wirtschaftspolitischen Problemsituationen, wie hoher Arbeitslosigkeit und Wachstumsschwäche", so der Experte.

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Bley weist jedoch darauf hin, dass diese Schwierigkeiten nicht auf die Globalisierung zurückzuführen, sondern eigenverantwortlich und folglich hausgemacht sind. Europäische Beispiel-Länder wie etwa Dänemark, die Niederlande oder Großbritannien zeigen, dass es seit Anfang der 1990er Jahre gelungen ist, die Arbeitslosigkeit deutlich zu senken und ein höheres Wirtschaftswachstum zu etablieren. "Da diese Länder die Probleme in einem ähnlichen Umfeld - wie in Deutschland vorhanden - lösen konnten, liegen eindeutig institutionelle Defizite hierzulande vor", meint der Ökonom gegenüber pressetxt.

Auch kommt die Studie zu dem Schluss, dass sich die bisherige Globalisierung auf den Standort Deutschland in den vergangenen Jahren sogar eher entlastend als belastend ausgewirkt hat. Schließlich stellten die deutschen Exporte während der wirtschaftlichen Schwächephase von 2001 bis 2005 die einzige verlässliche Konjunkturstütze dar. Um Deutschland auch weiterhin fit für die Globalisierung zu halten, empfiehlt der BVR, die Politik stärker in die Verantwortung zu ziehen. "Nur indem eine Stärkung Deutschlands als Unternehmensstandort konzentriert vorangetrieben wird, lässt sich ein höherer Wohlstand für alle garantieren", erklärt Bley. Neben der politischen Schaffung von Investitionsanreizen für Unternehmen, weist der Fachmann auf die Notwendigkeit eines Ausbaus der Infrastruktur sowie des gesamten Bildungssystems vom Kindergarten bis zur Universität hin.

Florian Fügemann | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.bvr.de

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