Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forscher im Dilemma zwischen Publikation und Patentschutz

04.03.2002


EU veröffentlicht Studie und fordert europaweites Gemeinschaftspatent

Die Europäische Kommission hat eine Studie über jenen Konflikt veröffentlicht, in dem sich Wissenschaftler befinden, wenn sie ihre Forschungsergebnisse möglichst rasch publizieren und gleichzeitig mit sofortiger Wirkung bis zur Patentierung schützen möchten. Ein wesentliches Ergebnis war u.a., dass öffentliche Forschungseinrichtungen Patentanmeldungen beinahe ebenso professionell handhaben können wie Industrieorganisationen. Die wissenschaftliche Veröffentlichung der Ergebnisse verzögerte sich dabei nicht nennenswert. Wissenschaftler, die das Patentsystem nicht genutzt haben, sind aber der Meinung, dass die Patentierung eine Publikation erheblich verzögere. Fritz Bolkestein, Kommissar für Binnenmarktsfragen, fordert angesichts der Untersuchung erneut, dass ein preiswerter, rasch verfügbarer und europaweit geltender Patenschutz notwendig ist.

"Kleine und innovative Gesellschaften sowie Nachwuchswissenschaftler brauchen einen europäischen Patentschutz. Das gilt besonders für Sektoren wie die Biotechnologie, auf denen Europa gute Chancen hat, weltweit eine führende Rolle zu übernehmen und Arbeitsplätze zu schaffen", betonte der für Forschung zuständige Kommissar Philippe Busquin. Ein von der Kommission erarbeiteter Strategieplan für Biowissenschaften hat bereits deutlich gemacht, dass beim Patentschutz in den Industriestaaten einheitliche Bedingungen herrschen müssten.

Die Untersuchung über die Patentierungs- und Veröffentlichungspraxis der Wissenschaftler, Industrie- und Hochschuleinrichtungen in der EU, mit Schwerpunkt Bio- und Gentechnologie-Forschung, erfolgte u.a. aufgrund der verpflichtenden Berichterstattung über den rechtlichen Schutz biotechnologischer Erfindungen. Dabei wurde sondiert, inwiefern bei wissenschaftlichen Veröffentlichungen über patentierbare Gegenstände der Gentech-Forschung Fristen eingehalten werden können und welche Maßnahmen zur Verhinderung negativer Auswirkungen gegebenenfalls in Frage kommen. Forschungsinstitute, Unis und kleine Biotech-Firmen sind häufig im Zwiespalt zwischen der raschen Weitergabe von Forschungsergebnissen an die Forschungsgemeinschaft bzw. an die Investoren und der Notwendigkeit, Patentschutz zu beantragen. Die entgegengesetzten Prioritäten können die rasche Verbreitung wissenschaftlicher Ergebnisse behindern und so den Fortschritt aufhalten. Das Patentsystem fördert laut EU die Publikation der Ergebnisse, die andernfalls geheim gehalten würden. Dabei sei es wichtig, Forscher an Hochschulen über das Patentsystem zu unterrichten und bei dessen zweckmäßiger Nutzung zu unterstützen.

Sandra Standhartinger | pte.monitor
Weitere Informationen:
http://europa.eu.int
http://europa.eu.int/comm/biotechnology/pdf/policypaper_de.pdf

Weitere Berichte zu: Kommissar Patentierung Patentschutz Patentsystem

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Studie „Digital Gender Gap“
06.01.2020 | Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e. V.

nachricht Studie zeigt, wie Immunzellen Krankheitserreger einfangen
03.01.2020 | Universität des Saarlandes

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lichtpulse bewegen Spins von Atom zu Atom

Forscher des Max-Born-Instituts für Nichtlineare Optik und Kurzpulsspektroskopie (MBI) und des Max-Planck-Instituts für Mikrostrukturphysik haben durch die Kombination von Experiment und Theorie die Frage gelöst, wie Laserpulse die Magnetisierung durch ultraschnellen Elektronentransfer zwischen verschiedenen Atomen manipulieren können.

Wenige nanometerdünne Filme aus magnetischen Materialien sind ideale Testobjekte, um grundlegende Fragestellungen des Magnetismus zu untersuchen. Darüber...

Im Focus: Freiburg researcher investigate the origins of surface texture

Most natural and artificial surfaces are rough: metals and even glasses that appear smooth to the naked eye can look like jagged mountain ranges under the microscope. There is currently no uniform theory about the origin of this roughness despite it being observed on all scales, from the atomic to the tectonic. Scientists suspect that the rough surface is formed by irreversible plastic deformation that occurs in many processes of mechanical machining of components such as milling.

Prof. Dr. Lars Pastewka from the Simulation group at the Department of Microsystems Engineering at the University of Freiburg and his team have simulated such...

Im Focus: Transparente menschliche Organe ermöglichen dreidimensionale Kartierungen auf Zellebene

Erstmals gelang es Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, intakte menschliche Organe durchsichtig zu machen. Mittels mikroskopischer Bildgebung konnten sie die zugrunde liegenden komplexen Strukturen der durchsichtigen Organe auf zellulärer Ebene sichtbar machen. Solche strukturellen Kartierungen von Organen bergen das Potenzial, künftig als Vorlage für 3D-Bioprinting-Technologien zum Einsatz zu kommen. Das wäre ein wichtiger Schritt, um in Zukunft künstliche Alternativen als Ersatz für benötigte Spenderorgane erzeugen zu können. Dies sind die Ergebnisse des Helmholtz Zentrums München, der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) und der Technischen Universität München (TUM).

In der biomedizinischen Forschung gilt „seeing is believing“. Die Entschlüsselung der strukturellen Komplexität menschlicher Organe war schon immer eine große...

Im Focus: Skyrmions like it hot: Spin structures are controllable even at high temperatures

Investigation of the temperature dependence of the skyrmion Hall effect reveals further insights into possible new data storage devices

The joint research project of Johannes Gutenberg University Mainz (JGU) and the Massachusetts Institute of Technology (MIT) that had previously demonstrated...

Im Focus: Skyrmionen mögen es heiß – Spinstrukturen auch bei hohen Temperaturen steuerbar

Neue Spinstrukturen für zukünftige Magnetspeicher: Die Untersuchung der Temperaturabhängigkeit des Skyrmion-Hall-Effekts liefert weitere Einblicke in mögliche neue Datenspeichergeräte

Ein gemeinsames Forschungsprojekt der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) und des Massachusetts Institute of Technology (MIT) hat einen weiteren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Chemnitzer Linux-Tage am 14. und 15. März 2020: „Mach es einfach!“

12.02.2020 | Veranstaltungen

4. Fachtagung Fahrzeugklimatisierung am 13.-14. Mai 2020 in Stuttgart

10.02.2020 | Veranstaltungen

Alternative Antriebskonzepte, technische Innovationen und Brandschutz im Schienenfahrzeugbau

07.02.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Erste Untersuchungsergebnisse zum "Sensations-Meteoritenfall" von Flensburg

17.02.2020 | Geowissenschaften

Lichtpulse bewegen Spins von Atom zu Atom

17.02.2020 | Physik Astronomie

Freiburger Forscher untersucht Ursprünge der Beschaffenheit von Oberflächen

17.02.2020 | Materialwissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics