Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Europaweite Studie: Gefäßprobleme bei Diabetikern verhindern

20.02.2002


Bei Patienten mit Diabetes ist das Risiko, dass sich Erkrankungen der Blutgefäße entwickeln, wesentlich höher als bei anderen Menschen. Möglicherweise kann aber ein Medikament namens Pioglitazon diese Gefahr verringern. Ob das tatsächlich stimmt, soll nun in einer europaweiten Studie geklärt werden.

Eines der 40 deutschen Studienzentren ist die Medizinische Klinik der Universität Würzburg. Hier wird die Untersuchung im Schwerpunkt Endokrinologie/Diabetologie unter der Leitung von Prof. Dr. Bruno Allolio durchgeführt. Patienten mit Diabetes mellitus, die bereits an Durchblutungsstörungen leiden, können noch in die Studie aufgenommen werden. Die Gesamtbeobachtungszeit beträgt vier Jahre; weitere Informationen sind unter der Telefonnummer (0931) 201-3459 erhältlich.

In Deutschland ist jeder 15. Einwohner von der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) betroffen, und die Tendenz ist steigend. Zu den durch Diabetes verursachten Spätschäden zählen vor allem Erkrankungen der Blutgefäße, insbesondere Herzinfarkt, Durchblutungsstörungen der Beine und Schlaganfall. Die Patienten sind vermindert belastbar und leiden an Herzschmerzen (Angina pectoris), Lähmungen und Sprechstörungen (nach einem Schlaganfall) und an Wadenschmerzen beim Laufen oder bereits in Ruhe (Schaufensterkrankheit).

Durch eine Normalisierung der erhöhten Blutzuckerwerte oder durch eine Annäherung an die Normalwerte kann das Auftreten solcher Störungen deutlich verringert werden. Auch eine gute Einstellung des Blutdrucks und eine Normalisierung der Blutfettwerte spielen für die Verhinderung dieser bedrohlichen Komplikationen eine große Rolle. Die tägliche Praxis zeige aber immer wieder deutlich, so Prof. Allolio, dass bei vielen Diabetes-Patienten ein optimaler Schutz vor diesen Spätschäden trotzdem nicht erreicht wird.

Seit etwas mehr als einem Jahr ist in Deutschland ein neues Medikament zur Behandlung des Diabetes mellitus im Handel, das zur Gruppe der so genannten Thiazolidindione gehört. Diese Medikamentengruppe führt laut Bruno Allolio zu einer verbesserten Wirksamkeit des noch vom Körper gebildeten Insulins und senkt damit den Blutzucker.

"Überraschenderweise haben erste Studien gezeigt, dass Pioglitazon, ein Vertreter dieser Medikamentengruppe, Einengungen an den großen Gefäßen vermindern kann, und zwar unabhängig von der Blutzuckerabsenkung", so der Würzburger Professor. Diese neuesten Ergebnisse sprechen dafür, dass Pioglitazon möglicherweise das Auftreten der gefürchteten Gefäßkomplikationen bei zuckerkranken Patienten deutlich verringern kann.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Bruno Allolio, Gwendolyn Bender, T (0931) 201-3459, Fax (0931) 201-2283, E-Mail: 
g.bender@medizin.uni-wuerzburg.de

Robert Emmerich | idw

Weitere Berichte zu: Diabetes Diabetiker Spätschaden

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Neue internationale Studie: Immuntherapie für Kinder mit akuter Leukämie
13.07.2018 | Universitätsklinikum Schleswig-Holstein

nachricht Sicherer Auto fahren ohne Grauen Star: Geringeres Unfallrisiko nach Linsenoperation
12.07.2018 | Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Im Focus: First evidence on the source of extragalactic particles

For the first time ever, scientists have determined the cosmic origin of highest-energy neutrinos. A research group led by IceCube scientist Elisa Resconi, spokesperson of the Collaborative Research Center SFB1258 at the Technical University of Munich (TUM), provides an important piece of evidence that the particles detected by the IceCube neutrino telescope at the South Pole originate from a galaxy four billion light-years away from Earth.

To rule out other origins with certainty, the team led by neutrino physicist Elisa Resconi from the Technical University of Munich and multi-wavelength...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

Conference on Laser Polishing – LaP: Feintuning für Oberflächen

12.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Optische Kontrolle von Herzfrequenz oder Insulinsekretion durch lichtschaltbaren Wirkstoff

17.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Umweltressourcen nachhaltig nutzen

17.07.2018 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Textilien 4.0: Smarte Kleidung und Wearables als Innovation

17.07.2018 | Innovative Produkte

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics