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Parasiten sollen Rückfälle bei MS-Patienten verhindern

17.01.2007
Studie weist erstmals direkten Zusammenhang nach

Parasitäre Würmer könnten doch einen Nutzen haben. Laut einer neuen Studie des Raûl Carrea Institute for Neurological Research sollten sie den Verlauf von Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose verändern können.

Frühere Studien wiesen darauf hin, dass Parasiten das Fortschreiten von Autoimmunerkrankungen bei Tieren beeinflussen können. Die Wissenschafter Jorge Correale and Mauricio Farez beobachteten viereinhalb Jahre lang den Krankheitsverlauf von 24 MS-Patienten. Eine Hälfte der Patienten zeigte Symptome einer Infektion mit Parasiten. Die zweite Hälfte verfügte über unauffällige Kontrollwerte. Die infizierte Gruppe erlitt deutlich weniger Rückfälle. Die Ergebnisse der Studie wurden in den Annals of Neurology veröffentlicht.

Alle drei Monate wurden die Patienten hinsichtlich der Krankheitsaktivität und einer Verschlechterung der Symptome untersucht. Innerhalb der letzten 18 Monate der Studienlaufzeit wurde ihr Blut auf Aktivitäten der Immunzellen überprüft. Die mit Parasiten infizierten Patienten erlitten weniger Rückfälle und weniger allgemeine Einschränkungen. In der infizierten Gruppe gab es nur drei Rückfälle. Bei den nicht infizierten Patienten waren es 56. "Das ist der erste direkte Beweis, dass Parasiten beim Schutz vor Autoimmunerkrankungen eine Rolle spielen könnten," kommentierte der Immunologe Graham Rook vom University College London gegenüber New Scientist die Ergebnisse der Studie.

Theoretisch könnten Parasiten einen alternativen Mechanismus zur Abschwächung des Immunsystems liefern. Andere Forscher experimentieren bereits mit Eiern von Parasiten zur Behandlung von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen. Correale warnt, dass Parasiten auch andere Regulierungsmechanismen auslösen können und dass parasitäre Infektionen sich häufig nachteilig auf die Gesundheit auswirken. Für den Wissenschafter ist eine detaillierte Kenntnis der Immunreaktion während der Autoimmunität und der Infektion mit Parasiten von entscheidender Bedeutung. Erst dann wird sich die beste Strategie für die Behandlung dieser Erkrankungen ermitteln lassen.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www3.interscience.wiley.com/cgi-bin/jhome/76507645?CRETRY=1&SRETRY=0

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