Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fortpflanzungsmedizin: ICSI-Studie fertiggestellt

21.01.2002


ICSI (intrazytoplasmatische Spermieninjektion) ist heute die Methode der Wahl bei der Behandlung von Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch, bei denen die Ursache in einer erheblichen Einschränkung des männlichen Zeugungsfähigkeit zu suchen ist.

In einer 1997 initiierten bundesweiten, multizentrischen, prospektiven, kontrollierten und standardisiert durchgeführten Studie wurde evaluiert, ob die Fehlbildungsrate bei Neugeborenen nach ICSI erhöht ist. Die Rekrutierung lief von August 1998 über 2 Jahre. Die große Fallzahl von 2.687 Schwangerschaften nach ICSI konnten in die abschließende Analyse einbezogen werden. Eine abgestimmte Kontrollgruppe mit spontan entstandenen Schwangerschaften wurde parallel vom Mainzer Geburtenregister ausgewertet.

Die Rate großer Fehlbildungen lag mit 8.63% im ICSI Kollektiv höher als mit 6.77% im Kontrollkollektiv und betraf hauptsächlich Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems und des externen Urogenitaltraktes.

Wesentliche Faktoren, die zum dem erhöhten Fehlbildungsrisiko beitrugen, betrafen vor allem anamnestische Daten der Eltern wie z.B. das Alter der Mutter. Ein Zusammenhang mit der Schwere der männlichen Zeugungsfähigkeit fand sich nicht. ICSI selbst stellte keinen relevanten Risikofaktor dar.

"Für die tägliche Sprechstunde bedeutet dieses Ergebnis, dass es in das intensive Aufklärungsgespräch mit betroffenen Paaren einbezogen werden sollte, damit diese aufgrund der aktuellen wissenschaftlichen Datenlage eine eigenverantwortliche Entscheidung fällen können" so Prof. Hans Georg Bender, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe.

Die Studie wurde für die Beratungen über eine Kostenübernahme einer ICSI-Behandlung in den Leistungskatalog im Dezember 2001 an den Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) weitergeleitet.

Für Fragen stehen zur Verfügung:
Prof. Hans Georg Bender, Präsident der DGGG, Uni-Frauenklinik Düsseldorf (Tel. 0211/ 811-7500),


Prof. Klaus Diedrich, Leiter der Uni-Frauenklinik Lübeck, (Tel. 0451/500-2133),
PD Dr. Michael Ludwig, Leiter der ICSI-Studie, (Tel. 0451/500-2158)

Isa Berndt | idw

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Menschliche Darmflora durch Nanopartikel in der Nahrung beeinflussbar
15.01.2019 | Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

nachricht Verloren im Schilderwald: Sind ältere Autofahrer unaufmerksamer?
09.01.2019 | Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ten-year anniversary of the Neumayer Station III

The scientific and political community alike stress the importance of German Antarctic research

Joint Press Release from the BMBF and AWI

The Antarctic is a frigid continent south of the Antarctic Circle, where researchers are the only inhabitants. Despite the hostile conditions, here the Alfred...

Im Focus: Ultra ultrasound to transform new tech

World first experiments on sensor that may revolutionise everything from medical devices to unmanned vehicles

The new sensor - capable of detecting vibrations of living cells - may revolutionise everything from medical devices to unmanned vehicles.

Im Focus: Fliegende optische Katzen für die Quantenkommunikation

Gleichzeitig tot und lebendig? Max-Planck-Forscher realisieren im Labor Erwin Schrödingers paradoxes Gedankenexperiment mithilfe eines verschränkten Atom-Licht-Zustands.

Bereits 1935 formulierte Erwin Schrödinger die paradoxen Eigenschaften der Quantenphysik in einem Gedankenexperiment über eine Katze, die gleichzeitig tot und...

Im Focus: Flying Optical Cats for Quantum Communication

Dead and alive at the same time? Researchers at the Max Planck Institute of Quantum Optics have implemented Erwin Schrödinger’s paradoxical gedanken experiment employing an entangled atom-light state.

In 1935 Erwin Schrödinger formulated a thought experiment designed to capture the paradoxical nature of quantum physics. The crucial element of this gedanken...

Im Focus: Implantate aus Nanozellulose: Das Ohr aus dem 3-D-Drucker

Aus Holz gewonnene Nanocellulose verfügt über erstaunliche Materialeigenschaften. Empa-Forscher bestücken den biologisch abbaubaren Rohstoff nun mit zusätzlichen Fähigkeiten, um Implantate für Knorpelerkrankungen mittels 3-D-Druck fertigen zu können.

Alles beginnt mit einem Ohr. Empa-Forscher Michael Hausmann entfernt das Objekt in Form eines menschlichen Ohrs aus dem 3-D-Drucker und erklärt: «Nanocellulose...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Smarte Sensorik für Mobilität und Produktion 4.0 am 07. Februar 2019 in Oldenburg

18.01.2019 | Veranstaltungen

16. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

17.01.2019 | Veranstaltungen

Erstmalig in Nürnberg: Tagung „HR-Trends 2019“

17.01.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Zeitwirtschafts- und Einsatzplanungsprozesse effizient und transparent gestalten mit dem Workforce Management System der GFOS

18.01.2019 | Unternehmensmeldung

Der Schlaue Klaus erlaubt keine Fehler

18.01.2019 | Informationstechnologie

Neues Verfahren zur Grundwassersanierung: Mit Eisenoxid gegen hochgiftige Stoffe

18.01.2019 | Verfahrenstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics