Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Autismus häufiger als bisher angenommen

14.07.2006
Eins von 100 Kindern betroffen

Eins von 100 Kindern ist durch Autismus oder ähnliche Funktionsstörungen geschädigt, dies gaben Wissenschaftler vom Guy's and St Thomas' Hospital in Süd London in der jüngsten Ausgabe des englischen Medizinjournals Lancet bekannt. Außerdem kritisieren sie, dass die Versorgung der Behinderten in Anbetracht der Notwendigkeit unzureichend sei. Besonders der Service in den Bereichen Gesundheit, Bildung und sozialer Betreuung sollte weiter ausgebaut werden.

"Man sollte die epidemiologischen Studien differenziert betrachten", so Stephan Partl, Assistenzarzt an der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikum Würzburg http://www.klinik.uni-wuerzburg.de , im Gespräch mit pressetext. Der Anstieg der autistischen Fälle sei schon länger bekannt. Ein Grund hierfür ist die Anzahl der Untergruppen von Autismus wie die Schizoide Persönlichkeitsstörung, Borderline oder ADHS, die sich in den letzten Jahren herausgebildet haben, erläutert Partl.

Die Forscher untersuchten 57.000 Kinder in einem Alter zwischen neun und zehn Jahren im Jahr 2001. Dabei stellten sie fest, dass 255 Kinder bereits mit Autismus diagnostiziert wurden und dass bei 1.515 Kindern eine mögliche unentdeckte Funktionsstörung vorlag. Eine Verbreitung des klassischen kindlichen Autismus lag in 39, andere Funktionsstörungen in 77 und Autismus in 116 Fällen von 10.000 Untersuchten vor. Die Ergebnisse wurden von den Forschern hochgerechnet. Demnach leidet eins von 100 britischen Kindern an Autismus.

... mehr zu:
»Autismus »Funktionsstörung

Mit diesen Erkenntnissen belegen die Forscher, dass die Verbreitung von Autismus und die zugehörigen Funktionsstörungen höher sind, als bisher angenommen. In den frühen Neunziger Jahren schätzten die Experten, dass es vier bis fünf autistisch Erkrankte pro 10.000 Menschen in England gibt. Ob dieser Anstieg auf einer besseren Ermittlung durch erweiterte diagnostische Kriterien oder einfach einer vermehrten Anzahl an Kranken beruht, sei noch unklar, so die Wissenschaftler.

Autismus ist eine tief greifende Beziehungs- und Kommunikationsstörung, bei der die Ursachen noch ungeklärt sind. In der klinischen Praxis unterscheidet man drei Formen: Frühkindlicher Autismus, Atypischer Autismus und Asperger Syndrom (AS). Das Asperger-Syndrom gilt als leichte Form, die durch Kriterien wie extremer Ichbezogenheit, eingegrenzte Interessen, Rede- und Sprachbesonderheiten, nonverbale Kommunikationsprobleme sowie motorischer Unbeholfenheit gekennzeichnet ist. Frühkindlicher Autismus zeigt sich bis zum dritten Lebensjahr, indem Kinder zunächst keine Gesten, kein Lächeln und kein Wort verstehen. Sie ziehen sich zurück und kapseln sich ab.

Ines Gerasch | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.guysandstthomas.nhs.uk
http://www.thelancet.com

Weitere Berichte zu: Autismus Funktionsstörung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Wasserelektrolyse hat Potenzial zur Gigawatt-Industrie
18.09.2018 | Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE

nachricht Was ist Asthma – und wenn ja wie viele?
12.09.2018 | Deutsches Zentrum für Lungenforschung e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie Magnetismus entsteht: Elektronen stärker verbunden als gedacht

Wieso sind manche Metalle magnetisch? Diese einfache Frage ist wissenschaftlich gar nicht so leicht fundiert zu beantworten. Das zeigt eine aktuelle Arbeit von Wissenschaftlern des Forschungszentrums Jülich und der Universität Halle. Den Forschern ist es zum ersten Mal gelungen, in einem magnetischen Material, in diesem Fall Kobalt, die Wechselwirkung zwischen einzelnen Elektronen sichtbar zu machen, die letztlich zur Ausbildung der magnetischen Eigenschaften führt. Damit sind erstmals genaue Einblicke in den elektronischen Ursprung des Magnetismus möglich, die vorher nur auf theoretischem Weg zugänglich waren.

Für ihre Untersuchung nutzten die Forscher ein spezielles Elektronenmikroskop, das das Forschungszentrum Jülich am Elettra-Speicherring im italienischen Triest...

Im Focus: Erstmals gemessen: Wie lange dauert ein Quantensprung?

Mit Hilfe ausgeklügelter Experimente und Berechnungen der TU Wien ist es erstmals gelungen, die Dauer des berühmten photoelektrischen Effekts zu messen.

Es war eines der entscheidenden Experimente für die Quantenphysik: Wenn Licht auf bestimmte Materialien fällt, werden Elektronen aus der Oberfläche...

Im Focus: Scientists present new observations to understand the phase transition in quantum chromodynamics

The building blocks of matter in our universe were formed in the first 10 microseconds of its existence, according to the currently accepted scientific picture. After the Big Bang about 13.7 billion years ago, matter consisted mainly of quarks and gluons, two types of elementary particles whose interactions are governed by quantum chromodynamics (QCD), the theory of strong interaction. In the early universe, these particles moved (nearly) freely in a quark-gluon plasma.

This is a joint press release of University Muenster and Heidelberg as well as the GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt.

Then, in a phase transition, they combined and formed hadrons, among them the building blocks of atomic nuclei, protons and neutrons. In the current issue of...

Im Focus: Der Truck der Zukunft

Lastkraftwagen (Lkw) sind für den Gütertransport auch in den kommenden Jahrzehnten unverzichtbar. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Technischen Universität München (TUM) und ihre Partner haben ein Konzept für den Truck der Zukunft erarbeitet. Dazu zählen die europaweite Zulassung für Lang-Lkw, der Diesel-Hybrid-Antrieb und eine multifunktionale Fahrerkabine.

Laut der Prognose des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur wird der Lkw-Güterverkehr bis 2030 im Vergleich zu 2010 um 39 Prozent steigen....

Im Focus: Extrem klein und schnell: Laser zündet heißes Plasma

Feuert man Lichtpulse aus einer extrem starken Laseranlage auf Materialproben, reißt das elektrische Feld des Lichts die Elektronen von den Atomkernen ab. Für Sekundenbruchteile entsteht ein Plasma. Dabei koppeln die Elektronen mit dem Laserlicht und erreichen beinahe Lichtgeschwindigkeit. Beim Herausfliegen aus der Materialprobe ziehen sie die Atomrümpfe (Ionen) hinter sich her. Um diesen komplexen Beschleunigungsprozess experimentell untersuchen zu können, haben Forscher aus dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) eine neuartige Diagnostik für innovative laserbasierte Teilchenbeschleuniger entwickelt. Ihre Ergebnisse erscheinen jetzt in der Fachzeitschrift „Physical Review X“.

„Unser Ziel ist ein ultrakompakter Beschleuniger für die Ionentherapie, also die Krebsbestrahlung mit geladenen Teilchen“, so der Physiker Dr. Thomas Kluge vom...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

4. BF21-Jahrestagung „Car Data – Telematik – Mobilität – Fahrerassistenzsysteme – Autonomes Fahren – eCall – Connected Car“

21.09.2018 | Veranstaltungen

Forum Additive Fertigung: So gelingt der Einstieg in den 3D-Druck

21.09.2018 | Veranstaltungen

12. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

20.09.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Tiefseebergbau: Forschung zu Risiken und ökologischen Folgen geht weiter

21.09.2018 | Geowissenschaften

4. BF21-Jahrestagung „Car Data – Telematik – Mobilität – Fahrerassistenzsysteme – Autonomes Fahren – eCall – Connected Car“

21.09.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Optimierungspotenziale bei Kaminöfen

21.09.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics