Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

HFF-Studie: Terror und Krieg steigern Bedürfnis nach Information

04.12.2001


Die Terroranschläge des 11. September 2001 und der Krieg in Afghanistan haben das Bedürfnis nach Information in der deutschen Bevölkerung verstärkt.

... mehr zu:
»Fernsehverhalten »Mikos »Terror

Das ist das Ergebnis einer Studie des Arbeitsbereichs Fernsehwissenschaft der Hochschule für Film und Fernsehen "Konrad Wolf" in Potsdam-Babelsberg. Zwar hat sich nur bei jedem Vierten das Fernsehverhalten nach dem 11. September verändert, der Grund dafür war jedoch eindeutig der Wunsch nach mehr Informationen, um auf dem Laufenden zu bleiben. "Dennoch war für uns überraschend, dass sich das Fernsehverhalten bei 72 Prozent der Befragten nicht geändert hat. Die Normalität ist offenbar schnell wieder eingezogen", sagt Prof. Dr. Lothar Mikos, der die Studie zusammen mit Dr. Elizabeth Prommer konzipierte und bei einem namhaften Meinungsforschungsinstitut in Auftrag gab.

Das Informationsbedürfnis ist bei Männern ein wenig ausgeprägter als bei Frauen. Auch Bildung und Alter haben ihren Einfluss. Je älter die Befragten waren und je höher ihre Bildung war, desto höher war der Bedarf nach Informationen. Informationen aus dem Fernsehen werden durchaus kritisch gesehen. Überdurchschnittlich viele Frauen, junge Menschen (14 bis 29-Jährige) und formal niedrig Gebildete (ohne Haupt-/Volksschulabschluss) vermeiden die Informationen, weil sie sich dadurch eher verängstigt fühlen. "Mit einer Interpretation muss man hier aber vorsichtig sein, da für die verschiedenen Gruppen vielleicht andere Gründe für die Angst verantwortlich sind. Das kann sowohl das Gefühl sein, dass ’die da oben’ machen, was sie wollen; das kann aber auch eine generell emotionalere Reaktion auf die Ereignisse der letzten Monate sein", betont Mikos. Interessant ist in diesem Zusammenhang der Ost-West-Vergleich: Während sich im Westen fast jeder Zehnte (8,9 %) mit verändertem Fernsehverhalten ängstigt, sind das im Osten lediglich 2,2 %.


Die Rolle der Unterhaltung in Zeiten des Terrors und Krieges wird unterschiedlich bewertet. Etwas mehr als ein Viertel der Befragten findet Unterhaltung zu oberflächlich, etwas weniger als ein Viertel lässt sich gerne ablenken. Letzteres trifft überdurchschnittlich auf Jugendliche zu. Jeder dritte 14- bis 19jährige flüchtet in die Unterhaltung, um sich von den durch die Realität ausgelösten bedrückenden Gefühlen abzulenken. "Insgesamt zeigen unsere Ergebnisse, dass offenbar Bildung und Alter einen rationalen Umgang mit bedrohlichen Ereignissen in der Welt fördern", fasst Prof. Mikos die Ergebnisse zusammen.

Kontakt:
Prof. Dr. Lothar Mikos, HFF "Konrad Wolf", Tel.: 0331-6202 210 (-211 Sekr.), E-Mail: l.mikos@hff-potsdam.de

Dr. Elizabeth Prommer, HFF "Konrad Wolf", Tel.: 0331-6202 216 (-211 Sekr.), E-Mail: e.prommer@hff-potsdam.de

Angela Brendel-Herrmann | idw

Weitere Berichte zu: Fernsehverhalten Mikos Terror

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Studie „Digital Gender Gap“
06.01.2020 | Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e. V.

nachricht Studie zeigt, wie Immunzellen Krankheitserreger einfangen
03.01.2020 | Universität des Saarlandes

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wissenschaftler beleuchten aktuellen Stand der Anwendung des Maschinenlernens bei Forschung an aktiven Materialien

Verfahren des Maschinenlernens haben durch die Verfügbarkeit von enormen Datenmengen in den vergangenen Jahren einen großen Zuwachs an Anwendungen in vielen Gebieten erfahren: vom Klassifizieren von Objekten, über die Analyse von Zeitreihen bis hin zur Kontrolle von Computerspielen und Fahrzeugen. In einem aktuellen Review in der Zeitschrift „Nature Machine Intelligence“ beleuchten Autoren der Universitäten Leipzig und Göteborg den aktuellen Stand der Anwendung und Anwendungsmöglichkeiten des Maschinenlernens im Bereich der Forschung an aktiven Materialien.

Als aktive Materialien bezeichnet man Systeme, die durch die Umwandlung von Energie angetrieben werden. Bestes Beispiel für aktive Materialien sind biologische...

Im Focus: Computersimulationen stellen bildlich dar, wie DNA erkannt wird, um Zellen in Stammzellen umzuwandeln

Forscher des Hubrecht-Instituts (KNAW - Niederlande) und des Max-Planck-Instituts in Münster haben entdeckt, wie ein essentielles Protein bei der Umwandlung von normalen adulten humanen Zellen in Stammzellen zur Aktivierung der genomischen DNA beiträgt. Ihre Ergebnisse werden im „Biophysical Journal“ veröffentlicht.

Die Identität einer Zelle wird dadurch bestimmt, ob die DNA zu einem beliebigen Zeitpunkt „gelesen“ oder „nicht gelesen“ wird. Die Signalisierung in der Zelle,...

Im Focus: Bayreuther Hochdruck-Forscher entdecken vielversprechendes Material für Informationstechnologien

Forscher der Universität Bayreuth haben ein ungewöhnliches Material entdeckt: Bei einer Abkühlung auf zwei Grad Celsius ändern sich seine Kristallstruktur und seine elektronischen Eigenschaften abrupt und signifikant. In diesem neuen Zustand lassen sich die Abstände zwischen Eisenatomen mithilfe von Lichtstrahlen gezielt verändern. Daraus ergeben sich hochinteressante Anwendungsmöglichkeiten im Bereich der Informationstechnologien. In der Zeitschrift „Angewandte Chemie – International Edition“ stellen die Wissenschaftler ihre Entdeckung vor. Die neuen Erkenntnisse sind aus einer engen Zusammenarbeit mit Partnereinrichtungen in Augsburg, Dresden, Hamburg und Moskau hervorgegangen.

Bei dem ungewöhnlichen Material handelt es sich um ein Eisenoxid mit der Zusammensetzung Fe₅O₆. In einem Hochdrucklabor des Bayerischen Geoinstituts (BGI),...

Im Focus: Von China an den Südpol: Mit vereinten Kräften dem Rätsel der Neutrinomassen auf der Spur

Studie von Mainzer Physikern zeigt: Experimente der nächsten Generation versprechen Antworten auf eine der aktuellsten Fragen der Neutrinophysik

Eine der spannendsten Herausforderungen der modernen Physik ist die Ordnung oder Hierarchie der Neutrinomassen. Eine aktuelle Studie, an der Physiker des...

Im Focus: High-pressure scientists in Bayreuth discover promising material for information technology

Researchers at the University of Bayreuth have discovered an unusual material: When cooled down to two degrees Celsius, its crystal structure and electronic properties change abruptly and significantly. In this new state, the distances between iron atoms can be tailored with the help of light beams. This opens up intriguing possibilities for application in the field of information technology. The scientists have presented their discovery in the journal "Angewandte Chemie - International Edition". The new findings are the result of close cooperation with partnering facilities in Augsburg, Dresden, Hamburg, and Moscow.

The material is an unusual form of iron oxide with the formula Fe₅O₆. The researchers produced it at a pressure of 15 gigapascals in a high-pressure laboratory...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

CLIMATE2020 – Weltweite Online-Klimakonferenz vom 23. bis 30. März 2020

26.02.2020 | Veranstaltungen

Automatisierung im Dienst des Menschen

25.02.2020 | Veranstaltungen

Genomforschung für den Artenschutz - Internationale Fachtagung in Frankfurt

25.02.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Riesiger 3D-Drucker soll tonnenschwere Getriebeteile aus Stahl fertigen

27.02.2020 | Maschinenbau

Immunologie - Rachenmandeln als Test-Labor

27.02.2020 | Biowissenschaften Chemie

Pestizide erhöhen Risiko für Tropenkrankheit Schistosomiasis / Belastete Gewässer fördern Zwischenwirt des Erregers

27.02.2020 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics