Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

FiBS-Studie: Hohes Bildungsniveau ist wichtige Voraussetzung für technologische Leistungsfähigkeit

02.06.2006


FiBS, das Forschungsinstitut für Bildungs- und Sozialökonomie hat im Rahmen der Studien zur technologischen Leistungsfähigkeit des Bundesministeriums für Bildung und Forschung die Wirkung von Bildung auf die technologische Leistungsfähigkeit und die Diffusion neuer Technologien untersucht. Die soeben veröffentlichte Studie kommt zu dem Ergebnis, dass vor allem höhere Bildung, d.h. Hochschul- und Weiterbildung, einen positiven Einfluss auf die technologische Leistungsfähigkeit einer Volkswirtschaft haben. Dies bedeutet jedoch zugleich, dass die geringe Dynamik bei den Hochschulabschlüssen in den vergangenen rund fünfzehn Jahren die deutsche Wettbewerbsposition nicht verbessert haben dürfte, während andere Länder ihre Akademikeranteile erheblich erhöht haben. Auch bei der Weiterbildungsbeteiligung besteht Verbesserungspotenzial.


Die Ergebnisse der Studie verweisen zudem auf einen Einfluss der Bildungsqualität auf die technologische Leistungsfähigkeit. Die bestenfalls durchschnittlichen PISA-Ergebnisse deutscher Schüler sind demnach nicht nur für die Schülerinnen und Schüler selbst unerfreulich, sondern dürften nach und nach auch für die technologische Leistungsfähigkeit der Volkswirtschaft als Ganzes problematisch werden.

Die Studie weist ferner einen deutlichen Zusammenhang zwischen dem Bildungsniveau einer Bevölkerung und der Diffusion neuer Technologien nach. Wichtig erscheint zugleich, dass auch bei der Diffusion sowohl die Hochschul- als auch die Weiterbildung mit der Verbreitung neuer Technologien korrelieren; dies gilt auch bezüglich der Wirkung auf weitere Faktoren, wie etwa Gesundheit und Korruption. Insbesondere hinsichtlich der Verbreitung neuer Technologien scheint sich somit die geringe Bildungsdynamik in Deutschland negativ auszuwirken.


Da die Studie ebenso auf eine zeitliche verzögerte Wirkung von Bildung auf Innovation und Diffusion hinweist, ist nicht auszuschließen, dass der nur geringe Anstieg des Bildungsniveaus sich erst in den kommenden Jahren und dann zunehmend als Nachteil für die Innovationsfähigkeit des Landes auswirken wird. Es sollte daher möglichst schnell gegengesteuert und das Bildungsniveau nachwachsender Generationen erhöht werden. Von Bedeutung dürfte dabei auch die Einführung von Studiengebühren sein, sofern sie zu einem Rückgang der Studierneigung führen sollten.

Darüber hinaus zeigt die Untersuchung des FiBS auch, dass sowohl die privaten als auch die öffentlichen Ausgaben für Forschung und Entwicklung positive Effekte auf die Innovationsfähigkeit eines Landes, aber auch auf die Diffusion neuer Technologien haben.
Die Ergebnisse der Studie führen unmittelbar zu bildungspolitischen Implikationen, die Dr. Dieter Dohmen, Leiter des FiBS, wie folgt zusammenfasst: "Einerseits sind verstärkte Investitionen in tertiäre und Weiterbildung dringend erforderlich, andererseits - als Voraussetzung dafür - die Förderung der Qualität vorgelagerter Bildungsbereiche, um die technologische Leistungsfähigkeit und das wirtschaftliche Wachstum, das auch durch die Diffusion neuer Technologien beeinflusst wird, weiter zu steigern. Offenkundig reicht es nicht mehr, wenn große Teile der Bevölkerung ’lediglich’ eine Ausbildung auf Sekundärniveau haben. Da auch die Forschungsausgaben einen wichtigen Einfluss haben, ist die Absicht der Bundesregierung zu begrüßen, die Ausgaben für Forschung und Entwicklung auf drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu erhöhen. Wichtig sind jedoch ergänzende Investitionen zum Ausbau des Hochschulsystems und zur Steigerung der Akademikerquote.

Zusätzliche Investitionen in Bildung und Forschung werden sich mittelfristig ebenso amortisieren wie die in die vorgelagerten Bildungsbereiche, die eine notwendige, aber keineswegs hinreichende Voraussetzung für die Stärkung des Wirtschafts- und Technologiestandorts Deutschland sind."

Die Studie ist im Internet auf den Seiten des Bundesministeriums für Bildung und Forschung sowie auf den Seiten des FiBS als FiBS-Forum Nr. 31 zugänglich.

Birgitt A. Cleuvers | idw
Weitere Informationen:
http://www.fibs-koeln.de/

Weitere Berichte zu: Bildungsbereich Bildungsniveau Diffusion Leistungsfähigkeit

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Studie „Digital Gender Gap“
06.01.2020 | Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e. V.

nachricht Studie zeigt, wie Immunzellen Krankheitserreger einfangen
03.01.2020 | Universität des Saarlandes

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: A new look at 'strange metals'

For years, a new synthesis method has been developed at TU Wien (Vienna) to unlock the secrets of "strange metals". Now a breakthrough has been achieved. The results have been published in "Science".

Superconductors allow electrical current to flow without any resistance - but only below a certain critical temperature. Many materials have to be cooled down...

Im Focus: DKMS-Studie zum Erfolg von Stammzelltransplantationen

Den möglichen Einfluss von Killerzell-Immunoglobulin-ähnlichen Rezeptoren (KIR) auf den Erfolg von Stammzelltransplantationen hat jetzt ein interdisziplinäres Forscherteam der DKMS untersucht. Das Ergebnis: Bei 2222 Patient-Spender-Paaren mit bestimmten KIR-HLA-Kombinationen konnten die Wissenschaftler keine signifikanten Auswirkungen feststellen. Jetzt wollen die Forscher weitere KIR-HLA-Kombinationen in den Blick nehmen – denn dieser Forschungsansatz könnte künftig Leben retten.

Die DKMS ist bekannt als Stammzellspenderdatei, die zum Ziel hat, Blutkrebspatienten eine zweite Chance auf Leben zu ermöglichen. Auch auf der...

Im Focus: Gendefekt bei Zellbaustein Aktin sorgt für massive Entwicklungsstörungen

Europäische Union fördert Forschungsprojekt „PredActin“ mit 1,2 Millionen Euro

Aktin ist ein wichtiges Strukturprotein in unserem Körper. Als Hauptbestandteil des Zellgerüstes sorgt es etwa dafür, dass unsere Zellen eine stabile Form...

Im Focus: Programmable nests for cells

KIT researchers develop novel composites of DNA, silica particles, and carbon nanotubes -- Properties can be tailored to various applications

Using DNA, smallest silica particles, and carbon nanotubes, researchers of Karlsruhe Institute of Technology (KIT) developed novel programmable materials....

Im Focus: Miniatur-Doppelverglasung: Wärmeisolierendes und gleichzeitig wärmeleitendes Material entwickelt

Styropor oder Kupfer – beide Materialien weisen stark unterschiedliche Eigenschaften auf, was ihre Fähigkeit betrifft, Wärme zu leiten. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung (MPI-P) in Mainz und der Universität Bayreuth haben nun gemeinsam ein neuartiges, extrem dünnes und transparentes Material entwickelt und charakterisiert, welches richtungsabhängig unterschiedliche Wärmeleiteigenschaften aufweist. Während es in einer Richtung extrem gut Wärme leiten kann, zeigt es in der anderen Richtung gute Wärmeisolation.

Wärmeisolation und Wärmeleitung spielen in unserem Alltag eine entscheidende Rolle – angefangen von Computerprozessoren, bei denen es wichtig ist, Wärme...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Tagung befasst sich mit der Zukunft der Mobilität

22.01.2020 | Veranstaltungen

ENERGIE – Wende. Wandel. Wissen.

22.01.2020 | Veranstaltungen

KIT im Rathaus: Städte und Wetterextreme

21.01.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Darmentzündung: Immunzellen schützen Nervenzellen nach Infektion

22.01.2020 | Biowissenschaften Chemie

Neutronenquelle ermöglicht Blick in Dino-Eier

22.01.2020 | Geowissenschaften

Algorithmen und Sensoren für eine nachhaltige und zukunftsfähige Landwirtschaft

22.01.2020 | Agrar- Forstwissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics