Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Studie "Wachstumsfaktor Innovation": Deutschland im internationalen Standortvergleich unteres Mittelmaß

02.06.2006


Innovationsfreundliche Rahmenbedingungen notwendig

Deutschland ist im internationalen Innovationswettbewerb nur unteres Mittelmaß und landet auf Platz 11 von 16 Industriestaaten. Dies belegt die Benchmarkstudie "Wachstumsfaktor Innovation", die das Institut der Deutschen Wirtschaft Köln im Auftrag des Roman Herzog Instituts erarbeitet hat. Professor Dr. Roman Herzog, Bundespräsident a.D. und Ehrenvorsitzender des Roman Herzog Instituts (RHI), sagte bei der Vorstellung der Studie in Berlin: "Dass Deutschland zwar den zweiten Platz der Patentanmeldungen weltweit einnimmt, sich aber im Innovationswettbewerb nicht behaupten kann, belegt das Umsetzungsproblem von der Idee zum Markterfolg und den Mangel an innovationsfreundlichen Rahmenbedingungen hierzulande."

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass eine allgemeine Senkung von Einkommen- und Unternehmensteuern sowie eine Stärkung der Anlegerrechte internationale Investoren locken würden. Um die Innovationskraft in Deutschland weiter zu stärken, müssen die staatlichen Forschungsressourcen erhöht werden. Das Ziel der Europäischen Union, jährlich drei Prozent des BIP in Forschung und Entwicklung zu investieren, erreicht Deutschland, wenn die staatlichen Aufwendungen von heute bis zum Jahr 2010 um 20 Prozent erhöht werden.

Eine erfolgreiche Innovationsstrategie muss Menschen, Gesellschaft und Staat sowie die Unternehmen in einem Zusammenhang betrachten. Randolf Rodenstock, Vorsitzender des Roman Herzog Instituts, über die unternehmensbezogene Ebene: "Um Forschung zu optimieren, müssen wir auch die Strukturen in den Unternehmen hinterfragen. Bei der Entwicklung von Patenten und Ideen sind wir gut, aber die Früchte ernten durch Markterfolg andere. Die Unternehmen müssen sich erstens von ihrer Technikverliebtheit verabschieden und vielmehr die Kundenbedürfnisse fokussieren. Zweitens benötigen wir den Know-how-Transfer von Hochschulen zum Mittelstand, der trotz jahrzehntelanger Bemühungen noch weit unterentwickelt ist. Und unser Augenmerk muss drittens auch der Führungskultur in den Unternehmen gelten, die noch innovationsfreundlicher gestaltet werden kann."

Professor Dr. Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln, sprach sich dafür aus, die staatliche Förderpolitik zu überdenken. "In Deutschland konzentrieren sich die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten auf wenige Regionen - allen voran auf Süddeutschland. Eine Innovationsförderung mit der Gießkanne ergibt daher keinen Sinn", sagte Hüther. Wesentlich effizienter sei es, die vorhandenen Innovations-Ballungsräume zu fördern.

Das Roman Herzog Institut wurde im Jahr 2003 gegründet, um die reformerischen Anliegen des Namensgebers aufzunehmen und einen langfristigen Handlungsrahmen für Wirtschaft und Gesellschaft zur "Zukunft der Arbeit" zu entwickeln.

Katja Schlendorf | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.romanherzoginstitut.de

Weitere Berichte zu: Innovationswettbewerb Markterfolg

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Wasserelektrolyse hat Potenzial zur Gigawatt-Industrie
18.09.2018 | Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE

nachricht Was ist Asthma – und wenn ja wie viele?
12.09.2018 | Deutsches Zentrum für Lungenforschung e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erstmals gemessen: Wie lange dauert ein Quantensprung?

Mit Hilfe ausgeklügelter Experimente und Berechnungen der TU Wien ist es erstmals gelungen, die Dauer des berühmten photoelektrischen Effekts zu messen.

Es war eines der entscheidenden Experimente für die Quantenphysik: Wenn Licht auf bestimmte Materialien fällt, werden Elektronen aus der Oberfläche...

Im Focus: Scientists present new observations to understand the phase transition in quantum chromodynamics

The building blocks of matter in our universe were formed in the first 10 microseconds of its existence, according to the currently accepted scientific picture. After the Big Bang about 13.7 billion years ago, matter consisted mainly of quarks and gluons, two types of elementary particles whose interactions are governed by quantum chromodynamics (QCD), the theory of strong interaction. In the early universe, these particles moved (nearly) freely in a quark-gluon plasma.

This is a joint press release of University Muenster and Heidelberg as well as the GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt.

Then, in a phase transition, they combined and formed hadrons, among them the building blocks of atomic nuclei, protons and neutrons. In the current issue of...

Im Focus: Der Truck der Zukunft

Lastkraftwagen (Lkw) sind für den Gütertransport auch in den kommenden Jahrzehnten unverzichtbar. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Technischen Universität München (TUM) und ihre Partner haben ein Konzept für den Truck der Zukunft erarbeitet. Dazu zählen die europaweite Zulassung für Lang-Lkw, der Diesel-Hybrid-Antrieb und eine multifunktionale Fahrerkabine.

Laut der Prognose des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur wird der Lkw-Güterverkehr bis 2030 im Vergleich zu 2010 um 39 Prozent steigen....

Im Focus: Extrem klein und schnell: Laser zündet heißes Plasma

Feuert man Lichtpulse aus einer extrem starken Laseranlage auf Materialproben, reißt das elektrische Feld des Lichts die Elektronen von den Atomkernen ab. Für Sekundenbruchteile entsteht ein Plasma. Dabei koppeln die Elektronen mit dem Laserlicht und erreichen beinahe Lichtgeschwindigkeit. Beim Herausfliegen aus der Materialprobe ziehen sie die Atomrümpfe (Ionen) hinter sich her. Um diesen komplexen Beschleunigungsprozess experimentell untersuchen zu können, haben Forscher aus dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) eine neuartige Diagnostik für innovative laserbasierte Teilchenbeschleuniger entwickelt. Ihre Ergebnisse erscheinen jetzt in der Fachzeitschrift „Physical Review X“.

„Unser Ziel ist ein ultrakompakter Beschleuniger für die Ionentherapie, also die Krebsbestrahlung mit geladenen Teilchen“, so der Physiker Dr. Thomas Kluge vom...

Im Focus: Bio-Kunststoffe nach Maß

Zusammenarbeit zwischen Chemikern aus Konstanz und Pennsylvania (USA) – gefördert im Programm „Internationale Spitzenforschung“ der Baden-Württemberg-Stiftung

Chemie kann manchmal eine Frage der richtigen Größe sein. Ein Beispiel hierfür sind Bio-Kunststoffe und die pflanzlichen Fettsäuren, aus denen sie hergestellt...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

12. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

20.09.2018 | Veranstaltungen

Gesundheitstipps und ein virtueller Tauchgang zu Korallenriffen

20.09.2018 | Veranstaltungen

Internationale Experten der Orthopädietechnik tagen in Göttingen

19.09.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Bei Depressionen ist Hirnregion zur Stresskontrolle vergrößert

20.09.2018 | Biowissenschaften Chemie

12. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

20.09.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Was Einstein noch nicht wusste

20.09.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics