Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zahlungsbereitschaft für die WM mit 3,15 Euro pro Kopf gering

30.05.2006


Ausländische Touristen könnten konjunkturelle Belebung herbeiführen




In einer aktuellen Studie haben Wirtschaftswissenschaftler des Instituts Arbeit und Wirtschaft der Universität Bremen und der Technischen Universität München eine repräsentative Stichprobe vor ein fiktives Szenario gestellt, demzufolge die WM aus Sicherheitsgründen kurzfristig in die Schweiz verlegt werden sollte. Nach der Ergänzung, dass eine Verhinderung der Verlegung nur durch einen finanziellen Beitrag der deutschen Bevölkerung verhindert werden kann, wurde die individuelle Bereitschaft, sich an solchen Kosten zu beteiligen, abgefragt. Die Studie ergab, dass die individuelle Zahlungsbereitschaft der Deutschen für den Verbleib der WM in ihrer Heimat im Schnitt nur bei 3,15 Euro liegt. Der indirekte, qualitative Nutzen der WM-Ausrichtung fällt daher mit 260 Millionen Euro für Deutschland verhältnismäßig gering aus.

... mehr zu:
»Zahlungsbereitschaft


"Von allen Befragten zeigten sich nur knapp 20 Prozent bereit, einen Beitrag zu leisten", so Forscher Malte Heyne der Universität Bremen im pressetext-Gespräch. "Die Mehrzahl der Deutschen geben sich offensichtlich bereits damit zufrieden, mit Freunden über die WM zu reden, ohne darüber hinaus auch noch Geld zahlen zu wollen", erklärt Heyne. Ein weiterer Grund für die geringe Zahlungsbereitschaft sei, dass die Deutschen mit dem Image ihres Landes schon zufrieden sind. Auch ohne die WM 2006 genießt Deutschland das Ansehen, bereits einmal WM-Ausrichter gewesen zu sein. "Und drittens sind 90 Prozent der befragten Personen ohne Zahlungsbereitschaft zu keinem finanziellen Beitrag bereit, weil sie der Meinung sind, dass die profitierende Unternehmen und Organisationen, wie etwa die Sponsoren und die FIFA, für die Kosten aufkommen sollten."

Saldiert man direkte Kosten und Nutzen, dann bringt die Ausrichtung der WM einen Gewinn von ungefähr sechs Mrd. Euro. Ein Großteil der Investitionen ist jedoch bereits im Vorfeld der WM realisiert. Die Hoffnungen einer konjunkturellen Belebung der deutschen Wirtschaft ruhen daher vor allem auf den Konsumausgaben der ausländischen WM-Besucher. "Die ausländischen Touristen tragen etwa 600 Mio. Euro bei", erläutert Heyne gegenüber pressetext. Eine zeitliche Auflebung der inländischen Konsumentenausgaben während der WM sei jedoch auch denkbar, vor allem vor dem Hintergrund der Mehrwertssteuererhöhung am 1. Januar 2007. Eine dauerhafte Stärkung der Konjunktur ist dagegen unwahrscheinlich, so der Forscher.

Demnächst werden die Forscher mit einer ähnlichen Studie anfangen, in der sie untersuchen werden, welcher Wohlfahrtsgewinn einer hypothetischen EM oder WM für die österreichische beziehungsweise schweizerische Wirtschaft bringen würde.

Reanne Leuning | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.iaw.uni-bremen.de
http://www.tu-muenchen.de

Weitere Berichte zu: Zahlungsbereitschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Entscheidung über Attraktivität fällt in Millisekunden
24.09.2018 | Otto-Friedrich-Universität Bamberg

nachricht Wasserelektrolyse hat Potenzial zur Gigawatt-Industrie
18.09.2018 | Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Therapien bei Gefäßerkrankungen

Auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Angiologie (DGA) vom 12. bis 15. September in Münster stellten Gefäßspezialisten aus ganz Deutschland die neuesten Therapien bei Gefäßerkrankungen vor. Vor allem in den Bereichen periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) und venöse Verschlusskrankheiten wie die Tiefe Venenthrombose (TVT) gibt gute Neuigkeiten für die Patienten. Viele der 720 Gefäßspezialisten, die an der Jahrestagung teilnahmen, stellten neueste Studienergebnisse vor.

Millionen Menschen leiden in Deutschland unter Gefäßerkrankungen, allein rund fünf Millionen unter der „Schaufensterkrankheit“, medizinisch periphere...

Im Focus: Wie Magnetismus entsteht: Elektronen stärker verbunden als gedacht

Wieso sind manche Metalle magnetisch? Diese einfache Frage ist wissenschaftlich gar nicht so leicht fundiert zu beantworten. Das zeigt eine aktuelle Arbeit von Wissenschaftlern des Forschungszentrums Jülich und der Universität Halle. Den Forschern ist es zum ersten Mal gelungen, in einem magnetischen Material, in diesem Fall Kobalt, die Wechselwirkung zwischen einzelnen Elektronen sichtbar zu machen, die letztlich zur Ausbildung der magnetischen Eigenschaften führt. Damit sind erstmals genaue Einblicke in den elektronischen Ursprung des Magnetismus möglich, die vorher nur auf theoretischem Weg zugänglich waren.

Für ihre Untersuchung nutzten die Forscher ein spezielles Elektronenmikroskop, das das Forschungszentrum Jülich am Elettra-Speicherring im italienischen Triest...

Im Focus: Erstmals gemessen: Wie lange dauert ein Quantensprung?

Mit Hilfe ausgeklügelter Experimente und Berechnungen der TU Wien ist es erstmals gelungen, die Dauer des berühmten photoelektrischen Effekts zu messen.

Es war eines der entscheidenden Experimente für die Quantenphysik: Wenn Licht auf bestimmte Materialien fällt, werden Elektronen aus der Oberfläche...

Im Focus: Scientists present new observations to understand the phase transition in quantum chromodynamics

The building blocks of matter in our universe were formed in the first 10 microseconds of its existence, according to the currently accepted scientific picture. After the Big Bang about 13.7 billion years ago, matter consisted mainly of quarks and gluons, two types of elementary particles whose interactions are governed by quantum chromodynamics (QCD), the theory of strong interaction. In the early universe, these particles moved (nearly) freely in a quark-gluon plasma.

This is a joint press release of University Muenster and Heidelberg as well as the GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt.

Then, in a phase transition, they combined and formed hadrons, among them the building blocks of atomic nuclei, protons and neutrons. In the current issue of...

Im Focus: Der Truck der Zukunft

Lastkraftwagen (Lkw) sind für den Gütertransport auch in den kommenden Jahrzehnten unverzichtbar. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Technischen Universität München (TUM) und ihre Partner haben ein Konzept für den Truck der Zukunft erarbeitet. Dazu zählen die europaweite Zulassung für Lang-Lkw, der Diesel-Hybrid-Antrieb und eine multifunktionale Fahrerkabine.

Laut der Prognose des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur wird der Lkw-Güterverkehr bis 2030 im Vergleich zu 2010 um 39 Prozent steigen....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

4. BF21-Jahrestagung „Car Data – Telematik – Mobilität – Fahrerassistenzsysteme – Autonomes Fahren – eCall – Connected Car“

21.09.2018 | Veranstaltungen

Forum Additive Fertigung: So gelingt der Einstieg in den 3D-Druck

21.09.2018 | Veranstaltungen

12. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

20.09.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Mit traditionellen Methoden gegen extreme Trockenheit

24.09.2018 | Geowissenschaften

Europäische Spitzenforschung auf der EuMW

24.09.2018 | Messenachrichten

Neue Therapien bei Gefäßerkrankungen

24.09.2018 | Medizintechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics