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Auf dem digitalen Abstellgleis

30.05.2006


Das Internet hat Informationen für alle, aber nicht alle haben Zugang zum Internet. Sozial Benachteiligte bleiben außen vor. Das europäische Forschungsprojekt ELOST will das ändern


Die modernen Informations- und Kommunikationstechnologien erobern den Alltag. Auch die Nutzung öffentlicher Dienstleistungen wird dadurch wesentlich erleichtert: Immer mehr Behördenwege können bequem von zu Hause erledigt werden, Informationen über Sozialleistungen sind über das Internet abrufbar. Aber hat jeder, der den Bedarf an diesem "E-Government" hat, auch tatsächlich Zugang zu den modernen Kommunikationsmöglichkeiten?

Gerade sozial benachteiligte Gruppen haben einen besonderen Bedarf an der Integration in die moderne Informationsgesellschaft. Für Arbeitslose, einkommensschwache Personen und Personen mit geringem Bildungsniveau sowie für Minderheiten sind Informationen über Berufschancen oder zum Beispiel Kurse für die Aus- und Weiterbildung lebenswichtig; moderne Informationstechnologien können hier helfen. Tatsächlich aber führen diverse, auch soziale Faktoren, zu einer Vertiefung des "digitalen Grabens", das heißt zu einer Trennung der Gesellschaft in Personen, die elektronische Dienste nutzen und solche, die das nicht tun oder nicht können.


Zur Verbesserung dieser Situation geht ein internationales Konsortium im Rahmen eines europäischen Forschungsprogramms diesen Fragen nach und führt eine Studie zu diesem Thema durch.

Das ELOST-Projekt wird in einem internationalen Vergleich den Zugang sozial gefährdeter Gruppen, etwa der Arbeitslosen, die Bedürfnisse und die Erwartungen sozial unterprivilegierter Gruppen in Bezug auf E-Government, sowie beispielhafte Initiativen auf lokaler Ebene mit dem Ziel untersuchen, die Lage dieser Gruppen ebenso wie die Qualität des Angebots öffentlicher elektronischer Dienstleistungen zu verbessern. Die Ergebnisse werden in Form von Politikempfehlungen für eine effektive und universelle Einsetzung von öffentlichen Dienstleistungen mit elektronischen Mitteln in Europa vorgelegt, um zu einer besseren Nutzung beizutragen. Auch technische Entwicklungen, die die Nutzerfreundlichkeit erhöhen sollen, sind Gegenstand des Projekts.

Das ELOST-Konsortium setzt sich aus hochrangigen internationalen Forschungsinstituten zusammen:

· Zentrum Technik und Gesellschaft der TU Berlin in Verbindung mit dem Berliner nexus Institut für Kooperationsmanagement und interdisziplinäre Forschung, einer Ausgründung der TU Berlin

· Universität Tel Aviv (Zentrum für Zukunftsforschung und Institut für Internetstudien), Israel

· The Interdisciplinary Centre for Comparative Research in the Social Sciences - ICCR, Österreich

· Le Centre Interdisciplinaire de Recherche Comparative en Sciences Sociales, Paris, Frankreich

· Universität Tampere (Social Policy and Social Work), Finnland

· Bulgarian Academy of Sciences, Institute of Mathematics and Informatics, Sofia, Bulgarien.

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern: Nico de Abreu, nexus Institut für Kooperationsmanagement und interdisziplinäre Forschung, Otto-Suhr-Allee 59, 10585 Berlin, Tel.: 030/31 80 54 85, Fax: 030/31 80 54 60, E-Mail: deabreu@nexus.tu-berlin.de

Ramona Ehret | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-berlin.de/
http://www.tu-berlin.de/presse/pi/2006/pi133.htm

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