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Stress im All

29.05.2006


Auswirkungen von Schwerelosigkeit auf Psyche und Immunsystem



Mediziner der Klinik für Anästhesiologie des Klinikums der Universität München untersuchen derzeit die psychischen und immunologischen Folgen von durch Schwerelosigkeit ausgelöstem Stress. Die Studie wird im Rahmen der gerade stattfindende 8. Parabolic Flight Campaign des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt sowie beim geplanten Aufenthalt des deutschen Astronauten Thomas Reiter in der internationalen Raumstation ISS durchgeführt. Mit den Erkenntnissen möchten die Forscher präventive und therapeutische Strategien entwickeln, um heute noch nicht realisierbare Langzeitraumflüge medizinisch vorzubereiten und zu gestalten. Darüber hinaus werden die Ergebnisse auch für Patienten von Vorteil sein, die sich infolge von Operationen oder der Behandlung auf einer Intensivstation in einer Situation erheblich gesteigertem Stress befinden.



In früheren Studien konnte bereits nachgewiesen werden, dass Langzeitaufenthalte im All sowie die Rückkehr ins normale Leben von ausgeprägten Stressreaktionen und immunologischen Veränderungen gekennzeichnet sind. In der neuen Studie soll nun geklärt werden, inwiefern wiederholte, kurzzeitige Schwerelosigkeit zu psychischem Stress führt, ob dadurch das Immunsystem gehemmt wird und mit welchen Methoden sich der Einfluss von durch kurzzeitiger Schwerelosigkeit verursachtem Stress auf die Psyche und das Immunsystem erfassen lässt. Dazu werden vor, während und nach den Parallelflügen Blut-, Speichel- und Urin-Proben von sechs Teilnehmern untersucht. Auch wird die ausgeatmete Luft auf etwaige Anpassungsvorgänge des Organismus analysiert.

Darüber hinaus wird auf der internationalen Raumstation ISS zum ersten Mal die Langzeitauswirkung der Schwerelosigkeit während einer Flugdauer von etwa sechs bis sieben Monaten analysiert. Dazu werden die psychischen, metabolischen und immunologischen Stressreaktionen bei Kosmonauten, unter ihnen auch Thomas Reiter, untersucht. Diese wissenschaftlich und logistisch äußerst aufwändige Studie wird in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt, der Europäischen Raumfahrtagentur (ESA)und der russischen Raumfahrtbehörde (RosKosmos) http://www.federalspace.ru bis 2007 durchgeführt.

Reanne Leuning | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://ana.klinikum.uni-muenchen.de
http://www.dlr.de
http://www.esa.int

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