Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Studie zeigt Wege auf: Absolventenzahl um 15.000 erhöhen

25.04.2006


- HIS/ZEW-Studie analysiert Gründe für die geringe Wahl von ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen
- Halbierung der Studienabbrecherquote brächte deutlich mehr Absolventen


- VDI: "Ingenieur-Studium" schafft Perspektive


Eine Verringerung der Studienabbrecherquoten in den Ingenieur- und Naturwissenschaften würde das Problem des derzeitigen Ingenieurmangels auch bereits kurzfristig deutlich mildern, so das Ergebnis einer HIS/ZEW-Studie, die das Potenzial zur Steigerung des Ingenieurnachwuchses analysiert. "Würde durch geeignete Maßnahmen der Studienabbruch um die Hälfte sinken, erhöhte sich die Zahl der Hochschulabsolventen in den Ingenieur- und Naturwissenschaften um etwa 15.000", erklärte Jürgen Egeln vom ZEW, einer der Autoren der Studie, heute auf der Hannover Messe. Um die Studienerfolgsquote zu erhöhen sieht Egeln mehrere Optionen: "Neben der Verbesserung der Passgenauigkeit zwischen Anforderungen und Leistungsstärken der Studierenden durch Eignungsfeststellungen der einzelnen Hochschulen muss vor allem die Lehre im Grundstudium verbessert werden. Etwa mit Brückenkursen könnten schulische Defizite ausgeglichen werden und die Betreuung der Studierenden müsste intensiviert werden."


Technik in der Schule verspricht enormes Nachwuchspotenzial

Als Ergebnis zeigt die Studie neben der Erhöhung der Studienerfolgsquote noch zwei weitere Handlungsfelder auf: Zum einen muss die Studienbereitschaft generell erhöht werden und hierbei insbesondere die Studierpotenziale der beruflichen Schulen besser erschlossen werden, und zum anderen die Bereitschaft, dann ein ingenieur- oder naturwissenschaftliches Studium zu ergreifen, stärker unterstützt werden. "Man muss in allen Phasen der Studienentscheidung ansetzen, um mehr Absolventen zu bekommen", sagt Egeln. Durch die Einführung eines Technikfaches, durch mehr Praxisbezug zur Technik und durch eine deutliche Qualitätsverbesserung des Technikunterrichts in den Schulen, ließen sich mehrere Tausend Studienanfänger mehr motivieren.

Dem kann Dr. Willi Fuchs, Direktor des VDI, nur zustimmen. "Ziel muss die Einführung eines eigenständigen Faches "Technik" in allen Schulformen sein. Passiert hier nichts, schwächen wir auf Dauer die technologische Leistungsfähigkeit Deutschlands", mahnt Fuchs. In anderen Ländern, wie etwa Frankreich und Großbritannien, sei Technik Pflichtfach - auch in der Sekundarstufe zwei. Aus diesem Grund bringt der VDI das neue Magazin "Ingenieur-Studium" heraus, das gezielt an junge Menschen kurz vor dem Abitur gerichtet ist. Diese unterstützende Maßnahme, um Jugendliche für Technik zu begeistern, stellte der VDI auf der Messe vor. Nach der Messe wird das Magazin an alle Schulen mit einer gymnasialen Oberstufe geschickt, damit es geprüft und beim VDI bestellt werden kann. Mit vielen Portraits Studierender und erfolgreicher Ingenieurinnen und Ingenieure will man den jungen Menschen Orientierung vermitteln.

Science-Truck bringt Technik an die Schulen

Um den technischen Nachwuchs wirbt auch die Initiative "Sachen machen!", an der sich neben Unternehmen technische Hochschulen beteiligen. "Mit unserem Science-Truck bringen wir Schülerinnen und Schülern Technik und technische Studiengänge auf spielerische Weise näher", sagt Professor Burkhard Rauhut, Rektor der RWTH Aachen, ein Partner der Initiative. "Wünschenswert wäre es, wenn zum Beispiel Lehrerinnen und Lehrer regelmäßig Fortbildungen in Technik und Naturwissenschaften erhielten, im Unterricht eine höhere Motivation zum Studium dieser Fächer vermittteln zu können." Damit ließen sich Schüler stärker für Technik begeistern und die Entscheidung ein Ingenieurstudium zu ergreifen, würde gefördert, so Rauhut weiter. Das dies nötig ist, verdeutlichen die Zahlen: Zwar stiegen zwischen 1980 und 2003 die Studienanfängerzahlen in den Natur- und Ingenieurwissenschaften um 66 Prozent. Jedoch ist dies mit Ausnahme der Informatik ein niedriger Wert im Vergleich zu anderen Studiengängen. "Nur mit ausreichend gut ausgebildeten Ingenieuren können wir Innovationen und technische Leistungsfähigkeit in Deutschland garantieren", sagt Fuchs.

| presseportal
Weitere Informationen:
http://www.vdi-campus.de
http://www.vdi.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Neue internationale Studie: Immuntherapie für Kinder mit akuter Leukämie
13.07.2018 | Universitätsklinikum Schleswig-Holstein

nachricht Sicherer Auto fahren ohne Grauen Star: Geringeres Unfallrisiko nach Linsenoperation
12.07.2018 | Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Mit dem Nano-U-Boot gezielt gegen Kopfschmerzen und Tumore

19.07.2018 | Medizin Gesundheit

VDI sieht urbane Produktion und Logistik als integrale Teile der Stadt der Zukunft

19.07.2018 | Architektur Bauwesen

Infrarotsensor als neue Methode für die Wirkstoffentwicklung

19.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics