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Atombombenopfer leiden heute noch unter Gesundheitsproblemen

01.03.2006


Alter und Strahlendosis spielen eine entscheidende Rolle



Überlebende der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki leiden noch heute unter Gesundheitsproblemen. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie der Radiation Effects Research Foundation gekommen. Je jünger die Betroffenen 1945 waren und je größer die Strahlendosis war, desto höher ist das Krankheitsrisiko. Die Forscher um Misa Imaizumi konzentrierten sich auf Erkrankungen der Schilddrüse, die mit radioaktiver Strahlung in Zusammenhang stehen. Die Ergebnisse der Studie wurden im Journal of the American Medical Association (JAMA) http://jama.ama-assn.org veröffentlicht.



Es ist bekannt, dass Menschen, die einer Strahlung ausgesetzt waren, über ein erhöhtes Risiko an bösartigen und gutartigen Schilddrüsenknoten zu erkranken verfügen. Nur wenige Studien haben diese Risikogruppe bisher über einen langen Zeitraum beobachtet. Zwischen 2000 und 2003 untersuchten die japanischen Wissenschafter das Auftreten von Erkrankungen der Schilddrüse bei 3.185 Menschen mit einem Durchschnittsalter von 70 Jahren, die sich in den beiden Städten befanden als die Atombomben abgeworfen wurden. Zusätzlich wurde die Strahlungsmenge berücksichtigt, der die Teilnehmer ausgesetzt gewesen waren. Diese Daten standen zur Verfügung, da diese Menschen ihr ganzes Leben lang wissenschaftlich begleitet worden sind.

Etwas weniger als 45 Prozent, 1.833, der Teilnehmer litten unter bösartigen Tumoren, Knoten und Zysten. Jene, die 1945 jünger als 20 Jahre waren, verfügten über ein höheres Erkrankungsrisiko. Die Wissenschafter schreiben im JAMA, dass die aktuelle Studie zeige, dass 55 bis 58 Jahre nach dem Kontakt mit der Strahlung ein signifikanter Zusammenhang nicht nur zwischen bösartigen Tumoren der Schilddrüse besteht, sondern auch mit gutartigen Schilddrüsenknoten und dass dieser Zusammenhang bei jüngeren Strahlungsopfern deutlicher ausgeprägt ist. "Demnach dürften die Auswirkungen der Strahlung auf die Schilddrüse auch lange nach den Bombenabwürfen noch bestehen bleiben." Laut BBC haben Studien, an denen auch Kinder aus der Region um Tschernobyl teilnahmen, gezeigt, dass mit dem Sinken des Alters das Risiko einer Schilddrüsenerkrankung steigt.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.rerf.or.jp
http://jama.ama-assn.org

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