Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Genetische Unterschiede erklären Nikotinabhängigkeit

25.01.2006


Form von CYP2A6 für Nikotinstoffwechsel entscheidend



Zwei neue Studien haben neue Erkenntnisse über das Gen CYP2A6 gewonnen, das mit der Abhängigkeit von Zigaretten in Zusammenhang steht. Beide Teams untersuchten die zahlreichen Formen von CYP2A6, das ein Enzym kodiert, das vorwiegend in der Leber aktiv ist und den Nikotinstoffwechsel des Körpers lenkt. Die aktuellen Forschungsergebnisse könnten zu der Entwicklung neuer effektiverer Verfahren zur Raucherentwöhnung führen. Frühere Studien hatten gezeigt, dass Menschen mit einer unwirksamen Form dieses Gens weniger gefährdet sind nikotinabhängig zu werden. Experten gehen davon aus, dass die Nikotinwerte bei den Betroffenen länger erhöht bleiben und damit das Verlangen nach der nächsten Zigarette verzögert wird. Die Menschen tragen verschiedene Formen von CYP2A6 in sich. In bestimmten Teilen der Welt kommt es zu einer stärkeren Ausprägung. Laut Sharon Murphy von der University of Minnesota scheint es in der asiatischen Bevölkerung eine größere Genvariation zu geben. Die Ergebnisse der Studien wurden im European Respiratory Journal und in Molecular Psychiatry veröffentlicht.



In Tokio untersuchten Wissenschafter, wie verschiedene Formen des Gens das Rauchverhalten von 200 Japanern über 50 Jahren beeinflussten, die mehr als 20 Zigaretten am Tag rauchten. Es zeigte sich, dass rund ein Viertel der Teilnehmer über zwei Exemplare der normalen Form des Gens CYP2A6*1 verfügten. Diese Gruppe rauchte mit fast zwei Packungen täglich am meisten. Raucher, die über zwei Exemplare des Gens CYP2A6*4 verfügten, rauchten am wenigsten. Diese Form der Gene führt zu einer Verlangsamung des Nikotinstoffwechsels. Zusätzlich lieferte die Studie neue Details über die Rolle anderer Formen des Gens, CYP2A6*7 und CYP2A6*9, die den Nikotinkonsum ebenfalls verringern sollen.

Eine weitere Studie hat ergeben, dass eine Variation des Gens CYP2A6 die Nikotinmenge beeinflussen kann, die man von einem Nikotinpflaster aufnehmen kann. Rachel Tyndale von der University of Toronto wies nach, dass jene Personen, die das Nikotin langsamer abbauten über größere Nikotinmengen im Blut verfügten. Diese Ergebnisse legen nahe, dass Menschen mit einem erhöhten Nikotinstoffwechsel mehr chemische Substanzen brauchen, um ihr Verlangen nach Nikotin zu beruhigen. Sharon Murphy geht davon aus, dass die Identifizierung von Personen mit einem rascheren Nikotinstoffwechsel zu einer effektiveren Behandlung führen wird.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://erj.ersjournals.com
http://www.nature.com/mp
http://www.utoronto.ca

Weitere Berichte zu: CYP2A6 Gen Genetisch Nikotinstoffwechsel Zigarette

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Auch psychologische Placebos haben eine Wirkung
05.02.2019 | Universität Basel

nachricht ILIGHTS: Studie bestätigt Einfluss von künstlichem Licht auf Wechselschichtarbeiter
04.02.2019 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Laserverfahren für funktionsintegrierte Composites

Composites vereinen gewinnbringend die Vorteile artungleicher Materialien – und schöpfen damit zum Beispiel Potentiale im Leichtbau aus. Auf der JEC World 2019 im März in Paris präsentieren die Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein breites Spektrum an laserbasierten Technologien für die effiziente Herstellung und Bearbeitung von Verbundmaterialien. Einblicke zu Füge- und Trennverfahren sowie zur Oberflächenstrukturierung erhalten Besucher auf dem Gemeinschaftsstand des Aachener Zentrums für integrativen Leichtbau AZL, Halle 5A/D17.

Experten des Fraunhofer ILT erforschen und entwickeln Laserprozesse für das wirtschaftliche Fügen, Schneiden, Abtragen oder Bohren von Verbundmaterialien –...

Im Focus: Grüne Spintronik: Mit Spannung Superferromagnetismus erzeugen

Ein HZB-Team hat zusammen mit internationalen Partnern an der Lichtquelle BESSY II ein neues Phänomen in Eisen-Nanokörnern auf einem ferroelektrischen Substrat beobachtet: Die magnetischen Momente der Eisenkörner richten sich superferromagnetisch aus, sobald eine elektrische Spannung anliegt. Der Effekt funktioniert bei Raumtemperatur und könnte zu neuen Materialien für IT-Bauelemente und Datenspeicher führen, die weniger Energie verbrauchen.

In heutigen Datenspeichern müssen magnetische Domänen mit Hilfe eines externen Magnetfeld umgeschaltet werden, welches durch elektrischen Strom erzeugt wird....

Im Focus: Regensburger Physiker beobachten, wie es sich Elektronen gemütlich machen

Und können dadurch mit ihrer neu entwickelten Mikroskopiemethode Orbitale einzelner Moleküle in verschiedenen Ladungszuständen abbilden. Die internationale Forschergruppe der Universität Regensburg berichtet über ihre Ergebnisse unter dem Titel “Mapping orbital changes upon electron transfer with tunnelling microscopy on insulators” in der weltweit angesehenen Fachzeitschrift ,,Nature‘‘.

Sie sind die Grundbausteine der uns umgebenden Materie - Atome und Moleküle. Die Eigenschaften der Materie sind oftmals jedoch nicht durch diese Bausteine...

Im Focus: Regensburg physicists watch electron transfer in a single molecule

For the first time, an international team of scientists based in Regensburg, Germany, has recorded the orbitals of single molecules in different charge states in a novel type of microscopy. The research findings are published under the title “Mapping orbital changes upon electron transfer with tunneling microscopy on insulators” in the prestigious journal “Nature”.

The building blocks of matter surrounding us are atoms and molecules. The properties of that matter, however, are often not set by these building blocks...

Im Focus: Universität Konstanz gewinnt neue Erkenntnisse über die Entwicklung des Immunsystems

Wissenschaftler der Universität Konstanz identifizieren Wettstreit zwischen menschlichem Immunsystem und bakteriellen Krankheitserregern

Zellbiologen der Universität Konstanz publizieren in der Fachzeitschrift „Current Biology“ neue Erkenntnisse über die rasante evolutionäre Anpassung des...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Bildung digital und multikulturell: Große Fachtagung GEBF findet an der Uni Köln statt

18.02.2019 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Thema Desinformation in Online-Medien

15.02.2019 | Veranstaltungen

FfE-Energietage 2019 - Die Energiewelt heute und morgen vom 1. bis 4. April 2019 in München

15.02.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Autonomes Fahren mit Blockchain: Bayreuther Studierende siegen im internationalen MOBI-Wettbewerb

18.02.2019 | Förderungen Preise

Bildung digital und multikulturell: Große Fachtagung GEBF findet an der Uni Köln statt

18.02.2019 | Veranstaltungsnachrichten

Beschreibung der Berry-Curvature und Chern-Zahlen durch Berechnung von Bloch-Zuständen

18.02.2019 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics