Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gesunde Korallen als Tsunamischutz

16.12.2005


Green Coastal Project zur Sanierung der Küstenregionen Asiens



Knapp ein Jahr nach dem verheerenden Tsunami in Ostasien hat die World Conservation Union IUCN gemeinsam mit dem Partnership-Projekt Cordio eine Studie veröffentlicht, die erneut auf die Wichtigkeit gesunder Korallenriffe hinweist. Demnach sind gesunde Riffsysteme in der Lage, der Gewalt solcher Flutwellen standzuhalten. Ein IUCN-Projekt, das ebenfalls nun vorgestellt wurde, gibt grünes Licht für die Wiederherstellung der natürlichen Mangroven.



Die Korallenriffe der Erde sind seit Jahren stark unter Druck. Zahlreiche Umweltfaktoren, so auch Klimaveränderung und El-Nino-Perioden, haben dazu geführt, dass die Korallen absterben. Die gefürchtete Korallenbleiche hat fast alle Riffsysteme des Indischen Ozeans, aber auch der Karibik und des Pazifik getroffen. Besonders schlimm war der El-Nino 1998. Damals wurden fast 90 Prozent der Korallen in Mitleidenschaft gezogen. Die Gründe für den langsamen Tod der schützenden Ökosysteme sind allerdings mannigfaltig. "Riffe werden permanent überfischt, zum Teil sogar mit Dynamit, Korallen werden als Baumaterial ausgebrochen. Hinzu kommt noch die Verschmutzung der Küstengewässer durch Abwässer. All diese Faktoren schwächen die Abwehrkraft gegen Flutwellen", so einer der Studienautoren Jerker Tamelander. "Der Kreislauf der Riffzerstörung trifft allerdings wieder die Menschen."

Am Beispiel der Riffregion um Hikkaduwa in Sri Lanka, die ein marines Schutzgebiet ist, konnten die Wissenschaftler feststellen, dass gesunde Riffe in der Küstenregion zu weniger Zerstörungen geführt hatten, als bereits geschädigte. Nach Angaben der IUCN beträgt der Wert des Erhalts der Küstenregionen im Indischen Ozean etwa 1,5 Mrd. Dollar. Der Wert der Korallenriffe beträgt allerdings fast 30 Mrd. Dollar - rechnet man den Ertrag aus der Fischerei oder Tourismus mit ein. "Die Zahlen unterstreichen die Notwendigkeit von gut geführten marinen Schutzgebieten", so Carl Gustaf Lundin, Chef des IUCN Global Marine Programme. "Diese Zonen wirken wie Puffer gegen Zerstörung und Krankheit."

Weltweit leben fast 2,2 Mrd. Menschen (mehr als ein Drittel der Weltbevölkerung) innerhalb von 100 Kilometern Entfernung zu einem Korallenriff. In Südostasien - dort befindet sich ein Viertel aller Korallenriffe mit der größten Biodiversität rund um Indonesien und die Philippinen - leben sogar mehr als 70 Prozent in den Küstenregionen. "Der El-Nino 1998 hat deutlich gemacht, dass globale Erwärmung der größte Schädigungsfaktor für die Korallenriffe weltweit darstellt", so Lundin im pressetext-Gespräch. "Dass die Anstrengungen zum Erhalt der globalen Riffe nicht einfach sind, ist klar", meint der Experte. Allein zur Abwassersanierung sind Investitionen in Milliardenhöhe erforderlich. "Ein weiteres Ziel ist es, die Landwirtschaft nachhaltiger zu machen." Es sei eine Herausforderung auf mehreren Fronten, erklärt Lundin abschließend.

Um zukünftige Leben in den Küstenregionen vor Flutwellen zu schützen, wurde das Green-Coast-Project von den vier internationalen Organisationen Wetlands International, Both ENDS, dem WWF und IUCN Netherlands Committee ins Leben gerufen. Ziel ist es die Küstenregionen in den Ländern Indonesien, Indien, Sri Lanka, Malaysia und Thailand sicherer zu machen. "Wir arbeiten daran, sowohl der Bevölkerung als auch der Umwelt gleichermaßen zu nützen", erklärt Projektleiter Marie-Jose Vervest. Dazu werden Mangroven wiederaufgeforstet, Korallenriffe gereinigt, Fischgründe unter Schutz gestellt und Binnengewässer in Küstennähe wieder hergestellt. Das Projekt arbeitet mit lokalen Regierungen und Kommunen zusammen. "Eine gesunde Umwelt macht eine Region auch für den Fremdenverkehr viel attraktiver", so Vervest.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.iucn.org
http://www.cordio.org
http://www.wetlands.org/greencoast/en

Weitere Berichte zu: Flutwelle Korallenriff Küstenregion Schutzgebiet

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Blinddarmentzündungen bei Kindern: Ultraschall als erstes Mittel zur exakten Diagnose
28.11.2019 | Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM)

nachricht Biologen der TU Dresden untersuchen Spermienqualität anhand ihres Stoffwechsels
28.11.2019 | Technische Universität Dresden

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Bis zu 30 Prozent mehr Kapazität für Lithium-Ionen-Akkus

Durch Untersuchungen struktureller Veränderungen während der Synthese von Kathodenmaterialen für zukünftige Hochenergie-Lithium-Ionen-Akkus haben Forscherinnen und Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und kooperierender Einrichtungen neue und wesentliche Erkenntnisse über Degradationsmechanismen gewonnen. Diese könnten zur Entwicklung von Akkus mit deutlich erhöhter Kapazität beitragen, die etwa bei Elektrofahrzeugen eine größere Reichweite möglich machen. Über die Ergebnisse berichtet das Team in der Zeitschrift Nature Communications. (DOI 10.1038/s41467-019-13240-z)

Ein Durchbruch der Elektromobilität wird bislang unter anderem durch ungenügende Reichweiten der Fahrzeuge behindert. Helfen könnten Lithium-Ionen-Akkus mit...

Im Focus: Neue Klimadaten dank kompaktem Alexandritlaser

Höhere Atmosphärenschichten werden für Klimaforscher immer interessanter. Bereiche oberhalb von 40 km sind allerdings nur mit Höhenforschungsraketen direkt zugänglich. Ein LIDAR-System (Light Detection and Ranging) mit einem diodengepumpten Alexandritlaser schafft jetzt neue Möglichkeiten. Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Atmosphärenphysik (IAP) und des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT entwickeln ein System, das leicht zu transportieren ist und autark arbeitet. Damit kann in Zukunft ein LIDAR-Netzwerk kontinuierlich und weiträumig Daten aus der Atmosphäre liefern.

Der Klimawandel ist in diesen Tagen ein heißes Thema. Eine wichtige wissenschaftliche Grundlage zum Verständnis der Phänomene sind valide Modelle zur...

Im Focus: Auxetische Membranen - Paradoxes Ersatzgewebe für die Medizin

Ein Material, das dicker wird, wenn man daran zieht, scheint den Gesetzen der Physik zu widersprechen. Der sogenannte auxetische Effekt, der auch in der Natur vorkommt, ist jedoch für eine Vielzahl von Anwendungen interessant. Eine neue, vor kurzem im Fachblatt «Nature Communications» veröffentlichte Studie der Empa zeigt nun, wie sich das erstaunliche Materialverhalten weiter steigern lässt – und sogar für die Behandlung von Verletzungen und Gewebeschäden genutzt werden kann.

Die Natur macht es vor: Ein Kälbchen, das am Euter der Mutterkuh Milch saugt, nutzt eine faszinierende physikalische Eigenschaft der Kuhzitze: Diese besteht...

Im Focus: Meteoritengestein ist "bessere Diät"

Archaeon kann Meteoritengestein aufnehmen – und sich davon ernähren

Das Archaeon Metallosphaera sedula kann außerirdisches Material aufnehmen und verarbeiten. Das zeigt ein internationales Team um Astrobiologin Tetyana...

Im Focus: The coldest reaction

With ultracold chemistry, researchers get a first look at exactly what happens during a chemical reaction

The coldest chemical reaction in the known universe took place in what appears to be a chaotic mess of lasers. The appearance deceives: Deep within that...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

QURATOR 2020 – weltweit erste Konferenz für Kuratierungstechnologien

04.12.2019 | Veranstaltungen

Die Zukunft der Arbeit

03.12.2019 | Veranstaltungen

Intelligente Transportbehälter als Basis für neue Services der Intralogistik

03.12.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Bis zu 30 Prozent mehr Kapazität für Lithium-Ionen-Akkus

05.12.2019 | Energie und Elektrotechnik

Schweizer Weltraumteleskop CHEOPS: Raketenstart voraussichtlich am 17. Dezember 2019

05.12.2019 | Physik Astronomie

Höchster deutscher Forschungspreis geht nach Freiburg

05.12.2019 | Förderungen Preise

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics