Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Laute Geräusche sind schlecht für das Herz

24.11.2005


Herzrisiko erhöht sich bereits bei 60 Dezibel



Das Leben oder Arbeiten in einer lauten Umgebung kann das Herzrisiko eines Menschen erhöhen. Umweltlärm wie Verkehrsgeräusche erhöht das Risiko eines Herzanfalls um das Zwei- bis Dreifache. Zu diesem Ergebnis ist eine im European Heart Journal veröffentlichte Studie der Charité - Universitätsmedizin Berlin gekommen. Das Risiko scheint eher mit der Lautstärke des Lärms in Zusammenhang zu stehen als mit seiner Art. Die Studienautoren argumentieren daher, dass die bestehenden Sicherheitsrichtlinien eigentlich strenger sein sollten. Experten wie Belinda Linden von British Heart Foundation der erklärten, dass kein Anlass zur Besorgnis bestehe. Vielmehr sei eine weitere Erforschung dieses Bereiches erforderlich.

... mehr zu:
»Dezibel »Grenzwert »Stress


Der leitende Wissenschafter Stefan Willich erklärte, dass man es anscheinend mit einem Grenzwert zu tun habe, bei dem ein Risiko auftritt. Bei einer Überschreitung dieses Wertes, der bei rund 60 Dezibel liegt, bleibe das Risiko konstant. 60 Dezibel entsprechen laut BBC dem Geräuschpegel, der für ein großes, belebtes Büro typisch ist. Die Forscher verglichen mehr als 2.000 Herzpatienten mit mehr als 2.000 Kontrollpatienten, die in Berlin zwischen 1998 und 2001 in entsprechende Krankenhausabteilungen eingeliefert worden waren. Eine chronische Belastung durch Lärm wurde in der Folge mit einem leicht bis mittel erhöhten Risiko eines Herzanfalles in Zusammenhang gebracht.

Ein Mechanismus, der diesen Zusammenhang erklären könnte, ist laut Willich, dass Lärm den psychologischen Stress und Ärger erhöhen und so zu physiologischen Veränderungen im Körper führen kann. Dazu gehören erhöhte Werte bei Adrenalin und Noradrenalin, die mit einem erhöhten Blutdruck und einer Veränderung der Plasmalipide in Verbindung gebracht werden. "Derartige Mechanismen können durch persönliche Parameter noch weiter verändert werden. Dazu können die Rauchgewohnheiten oder Stress durch das Einhalten von Fristen gehören. In diesem Fall entspräche der von außen kommende Lärm einem Risikofaktor, der zum Entstehen einer Atherosklerose und einer kardiovaskulären Erkrankung beiträgt." Willich plant weitere Untersuchungen. Der derzeitige Grenzwert von 85 Dezibel sei jedoch auf jeden Fall zu hoch. Er solle viel eher zwischen 65 und 75 Dezibel liegen.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://eurheartj.oxfordjournals.org
http://www.charite.de

Weitere Berichte zu: Dezibel Grenzwert Stress

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Internationale Studie: Wie lässt sich Gletscherschmelze genauer vorhersagen?
09.07.2020 | Universität Bremen

nachricht Erste Ergebnisse der Aerosol-Studie mit dem Chor des BR zu Corona-Ansteckungsrisiken beim Singen liegen vor
03.07.2020 | Klinikum der Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektrische Spannung aus Elektronenspin – Batterie der Zukunft?

Forschern der Technischen Universität Ilmenau ist es gelungen, sich den Eigendrehimpuls von Elektronen – den sogenannten Elektronenspin, kurz: Spin – zunutze zu machen, um elektrische Spannung zu erzeugen. Noch sind die gemessenen Spannungen winzig klein, doch hoffen die Wissenschaftler, auf der Basis ihrer Arbeiten hochleistungsfähige Batterien der Zukunft möglich zu machen. Die Forschungsarbeiten des Teams um Prof. Christian Cierpka und Prof. Jörg Schumacher vom Institut für Thermo- und Fluiddynamik wurden soeben im renommierten Journal Physical Review Applied veröffentlicht.

Laptop- und Handyspeicher der neuesten Generation nutzen Erkenntnisse eines der jüngsten Forschungsgebiete der Nanoelektronik: der Spintronik. Die heutige...

Im Focus: Neue Erkenntnisse über Flüssigkeiten, die ohne Widerstand fließen

Verlustfreie Stromleitung bei Raumtemperatur? Ein Material, das diese Eigenschaft aufweist, also bei Raumtemperatur supraleitend ist, könnte die Energieversorgung revolutionieren. Wissenschaftlern vom Exzellenzcluster „CUI: Advanced Imaging of Matter“ an der Universität Hamburg ist es nun erstmals gelungen, starke Hinweise auf Suprafluidität in einer zweidimensionalen Gaswolke zu beobachten. Sie berichten im renommierten Magazin „Science“ über ihre Experimente, in denen zentrale Aspekte der Supraleitung in einem Modellsystem untersucht werden können.

Es gibt Dinge, die eigentlich nicht passieren sollten. So kann z. B. Wasser nicht durch die Glaswand von einem Glas in ein anderes fließen. Erstaunlicherweise...

Im Focus: The spin state story: Observation of the quantum spin liquid state in novel material

New insight into the spin behavior in an exotic state of matter puts us closer to next-generation spintronic devices

Aside from the deep understanding of the natural world that quantum physics theory offers, scientists worldwide are working tirelessly to bring forth a...

Im Focus: Im Takt der Atome: Göttinger Physiker nutzen Schwingungen von Atomen zur Kontrolle eines Phasenübergangs

Chemische Reaktionen mit kurzen Lichtblitzen filmen und steuern – dieses Ziel liegt dem Forschungsfeld der „Femtochemie“ zugrunde. Mit Hilfe mehrerer aufeinanderfolgender Laserpulse sollen dabei atomare Bindungen punktgenau angeregt und nach Wunsch aufgespalten werden. Bisher konnte dies für ausgewählte Moleküle realisiert werden. Forschern der Universität Göttingen und des Max-Planck-Instituts für biophysikalische Chemie in Göttingen ist es nun gelungen, dieses Prinzip auf einen Festkörper zu übertragen und dessen Kristallstruktur an der Oberfläche zu kontrollieren. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Nature erschienen.

Das Team um Jan Gerrit Horstmann und Prof. Dr. Claus Ropers bedampfte hierfür einen Silizium-Kristall mit einer hauchdünnen Lage Indium und kühlte den Kristall...

Im Focus: Neue Methode führt zehnmal schneller zum Corona-Testergebnis

Forschende der Universität Bielefeld stellen beschleunigtes Verfahren vor

Einen Test auf SARS-CoV-2 durchzuführen und auszuwerten dauert aktuell mehr als zwei Stunden – und so kann ein Labor pro Tag nur eine sehr begrenzte Zahl von...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Intensiv- und Notfallmedizin: „Virtueller DIVI-Kongress ist ein Novum für 6.000 Teilnehmer“

08.07.2020 | Veranstaltungen

Größte nationale Tagung für Nuklearmedizin

07.07.2020 | Veranstaltungen

Corona-Apps gegen COVID-19: Nationalakademie Leopoldina veranstaltet internationales virtuelles Podiumsgespräch

07.07.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Erster Test für neues Roboter-Umweltmonitoring-System der TU Bergakademie Freiberg

10.07.2020 | Informationstechnologie

Binnenschifffahrt soll revolutioniert werden: Erst ferngesteuert, dann selbstfahrend

10.07.2020 | Verkehr Logistik

Robuste Hochleistungs-Datenspeicher durch magnetische Anisotropie

10.07.2020 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics