Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mammographie allein reicht nicht aus

18.11.2005


Vakuumbiopsie erspart vielen Frauen mit Verdacht auf Brustkrebs chirurgischen Eingriff unter Vollnarkose



Vakuumbiopsie erweist sich bei Mikroverkalkungen als treffsicher und zuverlässig - Mammographie allein reicht nicht aus - Vielen Frauen bleibt ein chirurgischer Eingriff erspart



Die Vakuumbiopsie ist eine sichere und schonende Methode zur Unterscheidung von gut- und bösartigen Mikroverkalkungen in der Brust. Sie erspart vielen Frauen mit Verdacht auf Brustkrebs einen chirurgischen Eingriff unter Vollnarkose. Und zur sicheren Diagnose reichen radiologische Befunde im Rahmen der Mammographie nicht aus. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Studie des HELIOS Klinikums Berlin-Buch, die in der Zeitschrift European Journal of Radiology (Europäische Zeitschrift für Radiologie) veröffentlicht worden ist.

Mit jährlich über 46.000 Neuerkrankungen ist das Mammakarzinom die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland. Wird der Tumor in einem frühen Stadium entdeckt und behandelt, liegen die Heilungschancen bei über 90 Prozent.

Alle Anstrengungen richten sich daher auf eine möglichst frühe Diagnose. Dank verbesserter Mammographie- und Ultraschallgeräte gelingt es zunehmend, noch nicht tastbare Frühformen zu entdecken. Diese zeigen sich häufig durch sog. Mikroverkalkungen in der Mammographie.

Vor fünf Jahren hat das Klinikum Buch (seit Juni 2001: HELIOS Klinikum Berlin-Buch) als erstes Berliner Krankenhaus die Mammotome-Vakuumbiopsie zur Diagnostik von Mikroverkalkungen (winzige, nicht tastbare Veränderungen in der Brust) eingeführt. Unter Röntgenkontrolle und örtlicher Betäubung wird zielgerichtet eine Spezialnadel in die Brust eingeführt, die eine größere Gewebemenge (bis 15 Millimeter) absaugt. Im Rahmen der Studie wurden die Diagnosen von 500 Frauen im Alter von 33 bis 78 Jahren ausgewertet, die zwischen Januar 2000 und August 2003 im HELIOS Klinikum Berlin-Buch untersucht worden waren.

Das Ergebnis:

"Eine sichere Diagnose von Mikroverkalkungen allein auf der Basis der Mammographie ist nicht möglich", berichtet Dr. med. Ute Kettritz, Oberärztin am Institut für Radiologie des HELIOS Klinikums Berlin-Buch. Während der Untersuchung machten die daran beteiligten Radiologen, Frauenärzte und Pathologen die Probe aufs Exempel. Vor der Biopsie wurden die Mikroverkalkungen nach einer bestimmten Methode (das sog. BI-RADS System) klassifiziert. Dabei bestimmen Radiologen die Wahrscheinlichkeit, mit der ein mammographischer Befund histologisch bösartig ist.

Der Vergleich mit der Histologie nach Vakuumbiopsie zeigte: 19 Prozent aller Mikrokalk-Befunde, die im Rahmen der Mammographie als "sehr wahrscheinlich gutartig" eingestuft worden waren, erwiesen sich bei der Analyse der Gewebeprobe durch die Pathologen als "bösartig". Bislang wurde bei der Einstufung "sehr wahrscheinlich gutartig" eine mammographische Kontrolluntersuchung nach sechs Monaten empfohlen.

"Zur Unterscheidung von gut- und bösartigen Mikroverkalkungen hat sich die Vakuumbiopsie als sehr zuverlässig erwiesen", zieht Dr. Kettritz ein Fazit und ergänzt: "Sie ist auch eine schonende Methode zur Abklärung verdächtiger Befunde in der Brust." Nach der Studie erwiesen sich 70 Prozent der 500 untersuchten Gewebeproben als gutartig. "Damit blieb 350 Frauen eine Operation unter Vollnarkose erspart", so die Radiologin. Denn die "Alternative" zur Vakuumbiopsie ist die operative Entnahme der Gewebeprobe unter Vollnarkose.

Nach der Einschätzung von Kettritz wird die Vakuumbiopsie in den kommenden Jahren an Bedeutung gewinnen. "Wir werden im Rahmen des geplanten Mammographiescreenings noch viel häufiger Mikroverkalkungen entdecken, die durch eine schonende und sichere Gewebeprobe abgeklärt werden müssen", so die Bucher Radiologin.

Pressekontakt:
HELIOS Klinikum Berlin-Buch
Hermann Müller
Telefon: +49 30 94 01 - 20 84
E-Mail: hemueller@berlin.helios-kliniken.de

Torsten Böhmer | idw
Weitere Informationen:
http://www.helios-kliniken.de/berlin

Weitere Berichte zu: Gewebeprobe HELIOS Mammographie Mikroverkalkung Vakuumbiopsie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Mobilfunkstrahlung kann die Gedächtnisleistung bei Jugendlichen beeinträchtigen
19.07.2018 | Swiss Tropical and Public Health Institute

nachricht Neue internationale Studie: Immuntherapie für Kinder mit akuter Leukämie
13.07.2018 | Universitätsklinikum Schleswig-Holstein

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue Anwendungen für Mikrolaser in der Quanten-Nanophotonik

20.07.2018 | Physik Astronomie

Need for speed: Warum Malaria-Parasiten schneller sind als die menschlichen Abwehrzellen

20.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Die Gene sind nicht schuld

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics