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„Innovationsfähigkeit und Innovationspotenziale bei Energieversorgungsunternehmen“

09.11.2005


Zusammenfassung Studie:


Die bundesweite Studie „Innovationsfähigkeit und Innovationspotenziale bei Energieversorgungsunternehmen“ gibt Einblicke in das Innovationsverhalten von Energieversorgern (EVU). Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen die zentralen Fragen, welche Innovationspotenziale – also welche Möglichkeiten zu Innovationen – besitzen EVU? Und, welche Fähigkeiten weisen EVU vor, Innovationen tatsächlich zu realisieren?

Zielsetzung der Untersuchung war es herauszufinden, inwieweit die strukturierte und methodisch unterstützte Förderung und Nutzung von Innovationen und ihrer Potenziale bei Energieversorgern Anwendung findet. Gleichzeitig untersucht sie sieben Bereiche, angefangen von der Strategie, über ein Innovationscontrolling, bis hin zur Kommunikationspolitik um zu analysieren, ob die Innovationskraft auch langfristig sichergestellt ist.


Es folgt eine kurze Zusammenfassung der Ergebnisse. Die gesamte Studie „Innovationsfähigkeit und Innovationspotenziale bei Energieversorgern“ kann auf der Webseite der S:SENSE GmbH (www.ssense.info) unter der Rubrik NEWS und auf der Webseite der enersis GmbH (www.enersis.de) angefordert werden.


Warum diese Studie?

Wettbewerb und staatliche (De-)Regulierung forcieren Geschwindigkeit und Intensität der Veränderungen im deutschen Energiesektor. Nach jahrzehntelangem Agieren, innerhalb monopolartiger Rahmenbedingungen kam man zu dem Ergebnis, dass die strukturellen, technologischen und kulturellen Herausforderungen der Unternehmen für die Zukunft sehr hoch und im Vergleich zu anderen Branchen einzigartig sind.

Die Innovationspolitik – ein branchen- und unternehmensübergreifend überlebensnotwendiger Wettbewerbsparameter – findet erfahrungsgemäß während des Transformationsprozesses bei Energieversorgern kaum Berücksichtigung.


Innovationsfähigkeit und Innovationspotenziale bei EVU

Die Energieversorgungsunternehmen haben nach den Ergebnissen unserer Analyse ein hohes Innovationspotenzial, das aber aufgrund mangelnder Innovationsfähigkeit nicht zum Tragen kommt.

Aus EVU-Sicht werden die Auswirkungen der (begonnenen) Liberalisierung bzw. Neuregulierung die größten Veränderungen der nächsten Jahre mit sich bringen. Die meisten EVU schätzen die Bedeutung von Innovationen und den Innovationsdruck als hoch ein, dennoch ergreifen sie kaum Maßnahmen, die Innovationsfähigkeit des Unternehmens zu stärken.

Visionen und Strategien des Unternehmens sind den meisten Mitarbeitern gerade in Bezug auf Innovationen nicht hinreichend bekannt. Die Chance, gute Ideen umzusetzen, wird somit in den meisten EVU vertan. Das Innovationsklima in den EVU wird dabei zu stark von den führenden Persönlichkeiten geprägt. Diese Personen-Abhängigkeit ist die Folge einer fehlenden implementierten Methodik und Innovationskultur.

In den meisten EVU ist Innovationsmanagement auf ein betriebliches Vorschlagswesen reduziert. Praxisnahe Ideenfindungsmethoden werden nicht angewandt. Der Übergang von einer für gut befundenen Idee zum Projekt ist die kritischste Phase einer Innovation, die in den meisten Fällen bei den EVU völlig unstrukturiert verläuft. Innovationscontrolling und viele weitere Voraussetzungen für erfolgreiche Innovationen sind nicht gegeben.

Als größtes Innovationshemmnis werden mangelnde zeitliche Freiräume genannt. Eine unzureichende Nutzenbetrachtung in einer frühen Phase der Innovationen verwehrt gewinnbringenden Ideen schon in der Anfangsphase mit einer reinen Kostenargumentation häufig den Weg zur Realisierung. Innovationsfördernde Rahmenbedingungen in den Unternehmen sind zwar oberflächlich oft vorhanden, jedoch im täglichen Handeln kaum präsent. Das Innovationsmanagement muss in seiner Ausprägung auf die individuellen Bedürfnisse der Unternehmen und deren Unternehmensgröße abgestimmt sein. Eine der wichtigsten Herausforderungen dabei ist die Vermeidung von Bürokratie.


Handlungsempfehlungen

Aus den Ergebnissen wurden allgemeine Handlungsoptionen für EVU abgeleitet, um den Handlungsbedarf grob zu skizzieren.

Um die Innovationspotenziale umfassend zu nutzen ist eine stärkere Verankerung des Innovationsgedankens in der täglichen Arbeit in den EVU unabdingbar. Dabei ist eine direkte und aktive Kommunikation der Vision, der Strategie und neuer Ideen elementarer Bestandteil. Unterstützend wirkt hierbei der Aufbau von Methodenkompetenz (z. B. Strukturierte Ideenfindung und -bewertung). Der Know-how-Transfer im Innovationsprozess muss beschleunigt werden, um erfolgswirksame Zukunfts-potenziale mittels gezielten Wissensimpulsen besser auszuloten.

Ein innovationsfreundliches Unternehmensklima kann durch das Bereitstellen von Freiräumen für Ideen realisiert werden. Eine Kopplung an Anreizsysteme und eine generelle transparente und offene Unternehmensführung begleiten den Transformationsprozess. So wird Bürokratie abgebaut und Innovationshemmnisse beseitigt, was wiederum positive Effekte auf den Übergang von der Idee zum Projekt hat.

Im Zuge von Bürokratieabbau müssen Budgets bereitgestellt werden auf die schnell zurückgegriffen werden kann um erste Marktstudien oder Machbarkeitsstudien zu realisieren. Dadurch ist u. a. sichergestellt, dass Nutzenbetrachtungen in den frühen Phasen der Innovationen durchgeführt werden. Schlussendlich ist ein Innovations- und Projektcontrolling zur Erfolgsmessung unabdingbar, um die Potenziale voll auszuschöpfen.


Die Teilnehmer

Der größte Teil der befragten Personen aus den Energieversorgungsunternehmen waren Geschäftsführer (29 %) und Abteilungsleiter (36 %). Die Mitarbeiterverantwortung der befragten Führungskräfte schwankte zwischen 50 und mehr als 1.000 Mitarbeiter, wobei die meisten Führungskräfte für 100 und 500 Mitarbeiter die Verantwortung tragen. Bei den Unternehmensgrößen wurden hauptsächlich Unternehmen mit einem Umsatz zwischen 100 – 500 Mio. Euro befragt (56 %), sowie Unternehmen mit einem Umsatz von über 500 Mio. Euro (33 %).


Methodik

Die gemeinsam von der enersis GmbH und der S:SENSE GmbH durchgeführte und von der Fachhochschule München betreute Studie „Innovationsfähigkeit und Innovationspotenziale bei Energieversorgungs¬unternehmen“ ist eine empirische Analyse.

Bundesweit wurden Führungskräfte in zwei Stufen befragt: In Stufe 1 wurden die die statistischen Daten wie Unternehmensgröße und F&E Budget erfasst, wobei Stufe 2 in Form eines persönlichen Interviews mit strukturiertem Gesprächsleitfaden erfolgte. Hierdurch wurde die Vergleichbarkeit und die damit verbundene Auswertbarkeit sichergestellt. Der Fragebogen strukturierte sich in eine persönliche und eine fachliche Dimension, sowie die Innovationskompetenz des jeweiligen Unternehmens in Bezug auf die Vision, Strategie und Innovationskultur; Werkzeuge der Ideenfindung und -managements, Projektmanagement und -controlling sowie die etablierte Kommunikationspolitik und Nutzung von Change-Management-Methoden.


Autoren

Andreas Peter – Gotthardstraße 49, 80686 Munich, Germany –
Phone: ++49 89 57837381, Mobile: ++ 49 171 6561369, apeter@avatech.de
Dr. Jakob Tittel – enersis GmbH, Habsburger Platz 1, 80801 Munich, Germany –
Phone: ++49 89 890 595-30, Mobile: ++49 178 245 2400, jakob.tittel@enersis.de
Manuela Müller-Gerndt – S:SENSE GmbH, Belfortstr. 3, 81667 Munich, Germany –
Phone: ++49 89 48 95 09 46, Mobile: ++49 175 58 12 392, manuela.mueller-gerndt@ssense.info
Prof. Dr. Thomas Peisl – Fachhochschule München, Am Stadtpark 20, 81243 Munich, Germany –
tpeisl@fhm.edu

Sylvia Altenburger | S:SENSE GmbH
Weitere Informationen:
http://www.ssense.info

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