Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ambulante Behandlung rechnet sich nicht

08.11.2005

Die ambulante Versorgung in Notfallaufnahmen wird zunehmend zur finanziellen Belastung deutscher Krankenhäuser. Zwei von drei Patienten verlassen die Klinik nach einer ambulanten Behandlung und tragen im Verhältnis zum Versorgungsaufwand nur in geringem Umfang zur Kostendeckung des Gesamtbetriebs bei. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Studie über die Organisation der Notfallaufnahmen in deutschen Krankenhäusern der Unternehmensgruppe Steria Mummert Consulting.

Im Durchschnitt behandeln die an der Studie beteiligten Krankenhäuser rund 17.000 ambulante Fälle pro Jahr in der Notfallaufnahme. Aber nur knapp 6.500 Patienten werden im Anschluss stationär aufgenommen. Das entspricht einem Anteil von 37 Prozent. Folge: Die Krankenhäuser müssen in der Notaufnahme für sie aufgrund der infrastrukturellen und personellen Ausstattung sehr kostenintensive Leistungen bei durchschnittlich geringen Erlösen anbieten, die sie mit der stationären Behandlung von Patienten nicht ausreichend kompensieren können. Aufgeschlüsselt nach Klinikart zeigt sich insbesondere bei Krankenhäusern der Maximalversorgung (36 Prozent) und der Grund- und Regelversorgung (37 Prozent) ein vergleichsweise geringer Anteil an stationär aufgenommenen Patienten. Etwas günstiger scheint das Verhältnis auf den ersten Blick bei Universitätskliniken zu sein. Sie haben mit durchschnittlich 35.000 Notfallpatienten zwar einen mehr als doppelt so hohen ambulanten Anteil wie eine Durchschnittsklinik, nehmen aber mit 43 Prozent auch überdurchschnittlich viele Patienten stationär auf. Der rechnerische Vorteil wird allerdings durch das komplexe Aufgabenprofil der Uniklinik wieder aufgehoben.

Denn neben den Kernaufgaben Forschung und Lehre leisten die Universitätskliniken eine intensivere ambulante Regelversorgung für die Bevölkerung, als dies gesetzlich vorgesehen ist. Der durchschnittliche zeitliche Aufwand für Versorgungsleistungen liegt bei rund 80 Prozent und sorgt nach einem Gutachten des Bundesministeriums für Bildung und Forschung für eine finanzielle Unterdeckung der Unikliniken. Damit wirkt sich der hohe Anteil an Notfallpatienten im Ergebnis auch auf das Kostenmanagement der Universitätskliniken negativ aus. Diese Ungleichgewichte zwingen bei der Haushaltsplanung aller Kliniken zu einem Spagat zwischen Qualität und finanziellem Aufwand. Die ambulante Behandlung in der Notaufnahme muss medizinisch adäquat, aber im Hinblick auf den Kostenaufwand auch vertretbar sein.

Jörg Forthmann | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.mummert-consulting.de

Weitere Berichte zu: Notaufnahme Notfallpatient Regelversorgung Uniklinik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Mobilfunkstrahlung kann die Gedächtnisleistung bei Jugendlichen beeinträchtigen
19.07.2018 | Swiss Tropical and Public Health Institute

nachricht Neue internationale Studie: Immuntherapie für Kinder mit akuter Leukämie
13.07.2018 | Universitätsklinikum Schleswig-Holstein

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Europaweit erste Patientin mit neuem Hybridgerät zur Strahlentherapie behandelt

19.07.2018 | Medizintechnik

Waldrand oder mittendrin: Das Erbgut von Mausmakis unterscheidet sich je nach Lebensraum

19.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Automatisiertes Befüllen von Regalen im Einzelhandel

19.07.2018 | Verkehr Logistik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics