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Rehabilitation von Unfallopfern

18.10.2005


Unfallopfer verarbeiten ihr Trauma besser, wenn eine therapeutische Betreuung schon während des stationären Aufenthalts im Krankenhaus erfolgt. Bereits nach der ersten Schockphase, die bis zu einer Woche andauern kann, sollte die psychologische Therapie beginnen. Insbesondere Depressionen und Angstzustände treten bei therapierten Patienten seltener auf als bei denjenigen ohne Betreuung. Zu diesem Ergebnis gelangt Dr. Nicola Pirente in einer kontrollierten Studie der Biochemischen und Experimentellen Abteilung der Universität zu Köln im Zusammenarbeit mit den unfallchirurgischen Universitätskliniken in Köln und Witten-Herdecke (Campus Merheim).



Die Gründe für ein Trauma sind vielfältig: Verkehrsunfälle mit dem Auto, Fahrrad oder als Fußgänger zählen zu den häufigsten Ursachen neben Arbeitsunfällen sowie Unfälle bei Sport- und Freizeitaktivitäten. Erlebte Traumata zu bewältigen ist nach Auffassung von Dr. Pirente wichtig, weil sonst Schwierigkeiten im alltäglichen Umgang auftreten können. Das Unfallopfer entwickelt Fahrphobien, die das selbständige teilnehmen am Straßenverkehr z.B. mit dem Auto erschweren. Angstzustände in vorher unbeschwerten Situationen oder Depressionen verhindern die Eingliederung in das soziale Umfeld und die Rückkehr in das Berufsleben.



Um solchen Entwicklungen entgegenzuwirken ist eine frühe therapeutische Behandlung schon im Krankenhaus sinnvoll. Bereits acht psychotherapeutische Sitzungen während des stationären Aufenthalts bringen den gewünschten Erfolg. In der Studie konnte nachgewiesen werden, dass gezielte Techniken der Depressionsbehandlung und der Angstbewältigung sich positiv auf den Patienten auswirken.

Die Wiedereingliederung der Unfallopfer in das Berufsleben hängt jedoch neben der psychologischen Therapie, auch von der Art der Verletzung ab. Verletzungen an den unteren Extremitäten, am Kopf oder an der Wirbelsäule erschweren den Weg zurück ins Berufszuleben. Die Bewegungsfreiheit der Patienten für den Beruf ist unter diesen Umständen zu stark eingeschränkt. Ähnlich ist es bei Patienten, die seit dem Trauma unter starken Schmerzen leiden; auch diese Gruppe rehabilitiert nur selten beruflich. Daher ist es laut Dr. Pirente empfehlenswert, nicht nur die psychologische Betreuung sondern vor allem auch die Akutschmerztherapie zu fördern, um eine Chronifizierung zu vermeiden.

Verantwortlich: Christine Willen

Für Rückfragen steht Ihnen Professor Dr. E. Neugebauer unter der Telefonnummer 0221/989570, der Fax-Nummer 0221/9895730 und unter der E-Mail-Adresse sekretariat-neugebauer@uni-koeln.de zur Verfügung.

Gabriele Rutzen | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-koeln.de

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