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Versicherungen: Die Sparwelle ebbt deutlich ab

14.07.2005


Die deutschen Versicherungen haben ihre Kostensenkungsprogramme weit gehend abgeschlossen. Personalabbau und Schließungen dürften damit fast zum Stillstand kommen, nachdem schon im Jahr 2004 nur noch ein Prozent der rund 310.000 Arbeitsplätze der Branche in Deutschland gestrichen worden ist. Das belegt der „Branchenkompass Versicherungen“, eine aktuelle Studie der Unternehmensgruppe Steria Mummert Consulting in Zusammenarbeit mit dem F.A.Z.-Institut. Die Versicherer konzentrieren sich nun darauf, ertragreiches Wachstum zu generieren.


Konkret setzt nur noch jede zehnte deutsche Gesellschaft darauf, in den kommenden drei Jahren überhaupt in größerem Rahmen Stellen zu streichen. Vor einem Jahr gaben in der Forsa-Befragung für den regelmäßigen Branchenkompass noch mehr als doppelt so viele Topmanager an, eine größere Zahl ihrer Mitarbeiter entlassen zu müssen. Damals bezeichnete jeder fünfte Befragte den Kostendruck als die größte Herausforderung der Branche für die kommenden drei Jahre. Heute sind es nur noch sieben Prozent.

Spontan genannte größte Herausforderungen an die Branche und Gegenmaßnahmen


Größte Herausforderungen
Wettbewerb: (2004) 28 Prozent, (2005) 30 Prozent
Produktentwicklung: (2004) 27 Prozent, (2005) 26 Prozent
Kostendruck: (2004) 20 Prozent, (2005) 7 Prozent

Gegenmaßnahmen
Produkt-, Tarifentwicklung: (2004) 36 Prozent, (2005) 40 Prozent
Kundenbindung, -betreuung: (2004) 11 Prozent, (2005) 16 Prozent
IT-Investitionen: (2004) 6 Prozent, (2005) 15 Prozent
Kostensenkung, Personalabbau: (2004) 23 Prozent, (2005) 10 Prozent

Um besser abzuschneiden als die Konkurrenz, setzen die Versicherungen nun eher auf neue Produkte und Tarife. Vier von zehn Unternehmen wollen sich hier stark engagieren. Sie denken etwa an Angebote für spezielle Zielgruppen wie Senioren oder Frauen sowie an die Bündelung klassischer Versicherungsleistungen zum Beispiel mit Reparaturangeboten oder Dienstleistungen. Auch der Kunde rückt vermehrt in den Mittelpunkt: 16 Prozent der Befragten sehen es für die nächsten drei Jahre als wichtige Aufgabe an, ihn stärker zu hegen und zu pflegen, damit die Kundenbindung steigt. Diese Strategie liegt auf Rang zwei der wichtigsten Maßnahmen und hat damit deutlich an Bedeutung gewonnen: Vor einem Jahr lag die Kundenbindung im Ranking der wichtigsten Handlungsbereiche nur auf dem sechsten Platz.

Nachdem die Informationstechnik im Nachklang der New-Economy-Krise vorübergehend erheblich vernachlässigt wurde, ist inzwischen auch sie wieder im Aufwind: Im Vergleich zum Vorjahr nennen in der aktuellen Studie mit 15 Prozent gut dreimal so viele Top-entscheider den Ausbau der IT bei Versicherungen als wichtiges Mittel, um Produkte zu verbessern oder neue überhaupt erst möglich zu machen sowie die Kundenbindung und die Verwaltungsabläufe effizienter zu gestalten.

Joerg Forthmann | Mummert Consulting
Weitere Informationen:
http://www.mummert-consulting.de

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