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Aeneas-Syndrom greift um sich: Ältere Menschen weigern sich Spital zu verlassen

03.05.2005


Kranke und ältere Menschen, die ins Krankenhaus eingeliefert wurden, wollen nach der Heilung ihrer Krankheit das Spital aus Furcht vor fehlender Pflege und Einsamkeit nicht mehr verlassen. Neun von zehn Patienten bitten darum auch weiterhin im Krankenhaus versorgt zu werden. Dieses neue Phänomen - das die Experten als Aeneas-Syndrom bezeichnen - wurde heute, Dienstag, am derzeit in Rom stattfinden Internistenkongress der Federazione delle Associazioni dei Dirigenti Ospedalieri Internisti (Fadoi)publik gemacht.



"Haben die Patienten erst die kritische Krankheitsphase überstanden bitten sie uns immer häufiger, sie nicht zu entlassen. Denn im Krankenhaus fühlen sie sich sicher, während sie sich zu Hause hilflos und alleine fühlen. Wie Aeneas, der sein Heimatland zurücklassen musste und in eine ungewisse Zukunft ging", erklärte Fadoi-Präsident Ido Lori. Durchschnittlich fünf von zehn Patienten wollen das Spital nicht verlassen. Wohnen die Patienten in einem Gebiet, das über kein gut funktionierendes häusliches Pflegesystem verfügt, steigt die Zahl der Patienten, die weiterhin im Krankenhaus bleiben wollen, auf sieben an. Ist die Pflegeinfrastruktur gut, bitten nur drei Patienten um weitere Pflege. Vor allem Männer (acht von zehn) wollen das Krankenhaus nicht verlassen.



"Neun von zehn Patienten, die in weit abgelegenen Gebieten ohne rasche medizinische Versorgungsanbindungen leben, bitten um weitere Pflege. Die Situation wird zudem noch dadurch besonders schwierig, da viele ältere Menschen an einer Kombination verschiedener Erkrankungen leiden oder sich von schwerwiegenden Erkrankungen wie Schlaganfällen und Herzkrankheiten erholen müssen", erklärte Lori. Erste Hilfe sei jedoch nicht nur in der Verbesserung der häuslichen Pflegesysteme zu leisten, erklären die Experten. Älteren Menschen sollte durch eine intensive psychologische Unterstützung vor allem die Angst vor Einsamkeit und Vernachlässigung genommen werden.

Evelyn Lengauer | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.fadoi.org

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