Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zwischen WAP und mobile Commerce / Studie zur Nutzung mobiler Internetlösungen bei europäischen Unternehmen

06.08.2001


Der Markt für geschäftliche Kommunikationslösungen wächst. In Europa stehen heute rund 26 Prozent der Angestellten von Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern GSM-Handys zur Verfügung. Weniger verbreitet ist das Laptop mit 16 Prozent, während der Anteil der Nutzer geschäftlicher Personal Digital Assistants (PDA) mit vier Prozent noch deutlich niedriger ist. Mobile Internetanwendungen mittels Wireless Application Protocoll (WAP), SMS oder mobilem Zugriff auf das Firmennetzwerk über Laptop und GSM-Verbindung bieten zum derzeitigen Zeitpunkt rund ein Drittel der Unternehmen, wobei für die nahe Zukunft ein Anteil von 50 Prozent prognostiziert wird. Dies zeigt eine Untersuchung der Management- und IT-Beratung Cap Gemini Ernst & Young in Zusammenarbeit mit dem französischen Forschungsinstitut IDATE. Für die im März 2001 durchgeführte Studie wurden 300 Unternehmensvertreter befragt. Die Umfrage basiert auf einer repräsentativen Zufallsstichprobe europäischer Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern. Berücksichtigt wurden Ländergrößen sowie die Zahl von Unternehmen in einzelnen Industriesektoren.

Insgesamt dominiert bei der mobilen geschäftlichen Kommunikation immer noch die Sprachübertragung. WAP-fähige Mobiltelefone stehen jedoch bislang meist nur hochrangigen Managern zur Verfügung. Insgesamt besitzt nur einer von 24 Angestellten ein derartiges Gerät. Darüber hinaus nutzen weniger als die Hälfte (42 Prozent) der Unternehmen, die WAP-Funktionen zur Verfügung haben, diese für spezifische Datenanwendungen. WAP wird vor allem für grundlegende Anwendungen wie Nachrichtenübertragung, Terminplanabstimmung oder den Zugriff auf das Intranet genutzt. Anwendungen wie Fern-Wartung, Kundenbeziehungsmanagement (CRM), Enterprise Resource Planning (ERP) oder Flottenverwaltung sind nur in wenigen Unternehmen implementiert. "Die Diskrepanz zwischen dem Vorhandensein von WAP-Handys und der relativ geringen Nutzung der Fähigkeiten der Geräte lässt sich wohl damit erklären, dass gerade das Top Management weniger aus geschäftlichen als aus Prestigegründen mit diesen Geräten ausgestattet wird", kommentiert Michael Schwalbach, zuständig für die strategische Mobile Internet-Beratung innerhalb der Telco und Medien Einheit bei Cap Gemini Ernst & Young.

Nord-Süd Gefälle in Europa

In der Umsetzung von mobilen Geschäftsprozessen zeigt sich in Europa ein unterschiedliches Bild. Während 48 Prozent der deutschen Unternehmen entsprechende Dienste ermöglichen, hinken die südeuropäischen Länder Spanien, Italien, Griechenland und Portugal mit nur 20 Prozent deutlich hinterher. Europaweit sind es 34 Prozent, die mobile Internetlösungen anbieten, 13 Prozent planen derartige Angebote und für 53 Prozent der Unternehmen ist dies derzeit kein Thema. Von der Implementierung mobiler Internetlösungen versprechen sich die Firmen vor allem eine Vereinfachung und Beschleunigung des Informationsaustausches, meist über Messagingdienste basierend auf SMS. Rund ein Viertel bieten jedoch schon erheblich komplexere Anwendungen im Rahmen von CRM, E-Procurement, Marktplätzen oder Zulieferketten an. "Für die Unternehmen geht es bei Investitionen in mobile Internetlösungen in erster Linie darum, die Produktivität zu erhöhen und den Kunden bessere Lösungen anzubieten. Wie bisherige Implementierungserfahrungen zeigen, darf man jedoch nicht den Aufwand unterschätzen, den es kostet die Anwendungen in bestehende Systeme zu integrieren", gibt Schwalbach zu bedenken.

Datensicherheit muss gewährleistet sein

Den Erwartungen der Unternehmen stehen auch eine Reihe von Bedenken gegenüber. Diese betreffen vor allem die Gerätetypen, die Datenübertragungsraten, die Tarifgestaltung und Kosten sowie Sicherheit. Bei den Geräten werden Laptop-Rechner als die am besten geeigneten Terminals betrachtet (25 Prozent aller Befragten und 37 Prozent der Unternehmen mit mobilen Internetanwendungen), gefolgt von Handy-Ausrüstungen (12 und 16 Prozent) und PDAs (6 und 14 Prozent). De facto möchten Unternehmen nicht nur mit einem einzigen Gerätetyp arbeiten, sondern ihre Angestellten je nach Bedarf ausstatten. Die Geschwindigkeit der aktuellen Datenübertragungsrate sehen die Befragten als nicht zufriedenstellend, aber es besteht auch kein sofortiger Bedarf an Hochgeschwindigkeitsübertragungen. Unternehmen bevorzugen Service-Pakete, bei denen die reinen Sprachdienste kostenlos enthalten sind, während die Abrechnung nach Datenvolumen oder Flat Rate präferiert wird. Neben den Kommunikationskosten stellen die Kosten für die Entwicklung und für die Terminals weitere Hürden bei der Implementierung von mobilen Internetlösungen dar. Schließlich ist die Datensicherheit nach Aussage der Befragten eine der zentralen Voraussetzungen für die Nutzung mobiler Datendienste.

Europa hat Vorreiterrolle

Im Gegensatz zu Europa stellt sich die Situation bei den mobilen Internetlösungen in den USA und Asien etwas differenziert dar. In den USA ist die Basis der Handy-Benutzer erheblich niedriger als in Europa und der drahtlose Internetansatz eher pragmatisch. Die Benutzer, insbesondere im Geschäftsleben, möchten komfortable, einfach zu bedienende und relativ billige Lösungen. In Asien ist der Markt für mobile Internetanwendungen vor allem von Japan und Südkorea dominiert. In Japan gibt es derzeit über 37 Millionen Nutzer des drahtlosen Internets, die meisten davon nutzen NTT DoCoMo’s i-mode. Allerdings wird bei den Marketingansätzen und Angeboten selten zwischen privaten und geschäftlichen Nutzern unterschieden. Mittel- und langfristig sollte der chinesische Markt eine starke Dynamik entwickeln, da die Verbreitung von Handys rapide zunimmt (über 115 Millionen Benutzer im Mai 2001) und das Mobilfunknetz anstelle des Festnetzes als Basis für fortgeschrittene Dienstleistungen dienen kann.

Cap Gemini Ernst & Young

Cap Gemini Ernst & Young ist eine der weltweit größten Gesellschaften für Management- und IT-Beratung sowie die größte Unternehmensberatung europäischen Ursprungs. In Deutschland steht das Unternehmen auf Platz zwei. Cap Gemini Ernst & Young bietet Strategie-, Management- und IT-Beratung, Systemintegration sowie Outsourcing auf globaler Ebene. Darüber hinaus werden Unternehmen bei der Entwicklung und Umsetzung von Wachstumsstrategien in der New Economy beraten. Die neu geformte Organisation beschäftigt weltweit mehr als 60.000 Mitarbeiter und erzielte 2000 einen Pro-forma-Umsatz von rund 8,5 Milliarden Euro.

Thomas Becker | ots
Weitere Informationen:
http://www.de.cgey.com.

Weitere Berichte zu: CRM IT-Beratung Internetanwendung Internetlösung WAP

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Wie sich das Gehirn merkt, wo man hinmöchte
04.07.2019 | Ruhr-Universität Bochum

nachricht Studie am Dresdner Uniklinikum: Schädel-Hirn-Trauma – bleibt´s beim kurzen Schrecken?
18.06.2019 | Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Laser für durchdringende Wellen: Forscherteam entwickelt neues Prinzip zur Erzeugung von Terahertz-Strahlung

Der „Landau-Niveau-Laser“ ist ein spannendes Konzept für eine ungewöhnliche Strahlungsquelle. Er hat das Zeug, höchst effizient sogenannte Terahertz-Wellen zu erzeugen, die sich zum Durchleuchten von Materialen und für die künftige Datenübertragung nutzen ließen. Bislang jedoch scheiterten nahezu alle Versuche, einen solchen Laser in die Tat umzusetzen. Auf dem Weg dorthin ist einem internationalen Forscherteam nun ein wichtiger Schritt gelungen: Im Fachmagazin Nature Photonics stellen sie ein Material vor, das Terahertz-Wellen durch das simple Anlegen eines elektrischen Stroms erzeugt. Physiker des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR) waren maßgeblich an den Arbeiten beteiligt.

Ebenso wie Licht zählen Terahertz-Wellen zur elektromagnetischen Strahlung. Ihre Frequenzen liegen zwischen denen von Mikrowellen und Infrarotstrahlung. Sowohl...

Im Focus: A miniature stretchable pump for the next generation of soft robots

Soft robots have a distinct advantage over their rigid forebears: they can adapt to complex environments, handle fragile objects and interact safely with humans. Made from silicone, rubber or other stretchable polymers, they are ideal for use in rehabilitation exoskeletons and robotic clothing. Soft bio-inspired robots could one day be deployed to explore remote or dangerous environments.

Most soft robots are actuated by rigid, noisy pumps that push fluids into the machines' moving parts. Because they are connected to these bulky pumps by tubes,...

Im Focus: Crispr-Methode revolutioniert

Forschende der ETH Zürich entwickelten die bekannte Crispr/Cas-Methode weiter. Es ist nun erstmals möglich, Dutzende, wenn nicht Hunderte von Genen in einer Zelle gleichzeitig zu verändern.

Crispr/Cas ist in aller Munde. Mit dieser biotechnologischen Methode lassen sich in Zellen verhältnismässig einfach und schnell einzelne Gene präzise...

Im Focus: Wie schwingen Atome in Graphen-Nanostrukturen?

Innovative neue Technik verschiebt die Grenzen der Nanospektrometrie für Materialdesign

Um das Verhalten von modernen Materialien wie Graphen zu verstehen und für Bauelemente der Nano-, Opto- und Quantentechnologie zu optimieren, ist es...

Im Focus: Vehicle Emissions: New sensor technology to improve air quality in cities

Researchers at TU Graz are working together with European partners on new possibilities of measuring vehicle emissions.

Today, air pollution is one of the biggest challenges facing European cities. As part of the Horizon 2020 research project CARES (City Air Remote Emission...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Gedanken rasen zum Erfolg: CYBATHLON BCI Series 2019

16.08.2019 | Veranstaltungen

Impfen – Kleiner Piks mit großer Wirkung

15.08.2019 | Veranstaltungen

Internationale Tagung zur Katalyseforschung in Aachen

14.08.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Laser für durchdringende Wellen: Forscherteam entwickelt neues Prinzip zur Erzeugung von Terahertz-Strahlung

16.08.2019 | Physik Astronomie

Solarflugzeug icaré testet elektrische Flächenendantriebe

16.08.2019 | Energie und Elektrotechnik

Neue Überlebensstrategie der Pneumokokken im Zentralnervensystem identifiziert

16.08.2019 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics