Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Enormes Potenzial für Pharma und Biotech in den neuen EU-Ländern

12.04.2005


Während die Pharma-Märkte in den früheren EU-15-Staaten derzeit nur eingeschränkten Umsatz verzeichnen, expandieren diese in den neuen EU-Beitrittsmärkten kräftig. So lag das Marktwachstum während der letzten fünf Jahre bei acht Prozent in den EU-15-Staaten, das in den neuen EU-Beitrittsländern dagegen bei 16,5 Prozent. Damit sehen pharmazeutische und biotechnologische Unternehmen attraktiven Wachstumschancen entgegen.



Die Gesundheitsfürsorge-Industrie der EU steht nach Nordamerika weltweit an zweiter Stelle. Mit einem geschätzten Volumen von sieben Milliarden US-Dollar repräsentiert der pharmazeutische Markt der neuen EU-Länder - Estland, Lettland, Litauen, Malta, Polen, die Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn und Zypern - rund acht Prozent des Marktes der EU-15-Staaten.



Sowohl Polen als auch Ungarn, die 45 Prozent beziehungsweise 23 Prozent zum gesamten Umsatzvolumen des Pharmamarktes der neuen EU-Länder beitragen, sind seit 1998 um etwa 20 Prozent gewachsen. Die Wachstumsaussichten in dieser Region sind beträchtlich, zumal die neuen EU-Länder wahrscheinlich erhebliche Investitionen tätigen werden mit dem Ziel, nachhaltige Veränderungen im Gesundheitssystem zu schaffen und sich damit den behördlichen Standards der EU anzupassen.

Großer Spielraum für klinische Studien in neuen EU-Ländern

Daneben eröffnen niedrige Kosten einerseits und einfache Patientengewinnung andererseits enormen Handlungsspielraum für die Durchführung klinischer Studien in den neuen EU-Ländern. Schon jetzt führen große, multinationale Unternehmen aus Westeuropa und den Vereinigten Staaten Analysen durch, die seltene oder für den globalen Markt relevante Krankheiten untersuchen.

Die Koordinierung und rasche Durchführung der klinischen Studien in den neuen EU-Staaten wird nicht zuletzt durch die leicht zu erreichende und ohne ausreichende Medikation auskommende Patientenbasis möglich gemacht sowie das immer stärker strukturierte Gesundheitssystem vor Ort. Einen zusätzlichen Vorteil stellen die im Vergleich zu den westlichen Ländern geringer bezahlten hochqualifizierten Untersuchungssachverständigen dar.

Der geringere Stundenlohn in den neuen EU-Ländern, der bei etwa einem Viertel des in den westlichen Ländern Üblichen liegt, macht es pharmazeutischen Unternehmen möglich, ihre mitunter größte Ausgabe zu vermeiden: Alternativkosten, die bei einem verzögerten Start eines Medikaments auf dem Markt anfallen. Dieses fällt besonders ins Gewicht, kann doch der tägliche Verlust durch den verzögerten Start eines Medikaments bis auf eine Million US-Dollar pro Tag ansteigen.

Marktanteile verändern sich

"Das Auftreten verschiedener Krankheiten ändert sich ständig", sagt Dr. Raju Adhikari, der als Industry Manager bei Frost & Sullivan das Wachstumspotenzial in den neuen EU-Ländern untersucht hat. "So ist der Marktanteil der Anti-Infektiva zurückgegangen, während der Einfluss der Sparten Herz- und Kreislaufkrankheiten, zentrales Nervensystem und Stoffwechselkrankheiten steigt. Daneben bestehen große Wachstumsmöglichkeiten in den Sektoren Asthma und Onkologie. Unternehmen mit Produkten für diese Fachgebiete werden in den neuen EU-Ländern besonders erfolgreich sein."

Parallelhandel gibt Grund zur Sorge

Allen guten Perspektiven zum Trotz gibt der Pharma-Parallelhandel Marktteilnehmern Grund zur Sorge. Typischerweise erfolgt der Parallelhandel von Medikamenten in umgekehrtem Verhältnis zu der Entwicklung der Arztneimittelpreise in der EU, was Parallelimporteure glauben macht, dass der Parallelhandel insgesamt Wettbewerb fördert und Preise mindert.

Das Volumen des Parallelhandels liegt momentan bei rund 3,8 Milliarden US-Dollar, der nach Schätzungen von Dr. Adhikari vermutlich noch für die folgenden fünf Jahre bestehen bleiben wird. Erst mit dem Bestehen eines einzigen EU-25-Marktes und dem damit verbundenen Angleichen der Preisunterschiede soll diese Entwicklung verschwinden.

Aufgrund der niedrigeren Durchschnittspreise für Medikamente in den neuen EU-Ländern verglichen mit dem westeuropäischen Markt folgen die Parallelimporte einer Ost - West-Direktion und in geringerem Ausmaß einer Süd-Nord-Achse. Die Achse des Ost-West-Parallelhandels entspringt in der Tschechichen Republik, Ungarn und Polen, deren einheimische Hersteller die EU-Standards und Kriterien einhalten.

Unternehmen müssen Preispolitik transparent machen

Mehrere internationale Arzneimittelunternehmen haben bereits versucht, den Parallelhandel einzudämmen. So wurden Großhändlern Restriktionen auferlegt, um einen Export zu vermeiden, der legale Lücken im Gesetz nutzt. Andere Firmen wie die Schering AG wollen den Parallelhandel mit beständiger europäischer Preispolitik und der Definition einer schmalen Preisbandbreite begrenzen. "Unternehmen müssen eindeutige Gründe liefern, die den Preis des Produkts sowie das Beibehalten von höheren Preisen in bestimmten Märkten rechtfertigen," schließt Dr. Adhikari.

Auf Anfrage übersendet Frost & Sullivan allen interessierten Lesern eine kostenfreie Einführung in die Analyse der Möglichkeiten der Pharma- und Biotech-Industrie in den neuen EU-Ländern in englischer Sprache per E-Mail. Anfragen können gerichtet werden an Katja Feick, Corporate Communications (katja.feick@frost.com).

Originaltitel: Opportunities for the Pharmaceutical and Biotechnology Industry in the ’New’ EU Countries (B518-52)

Frost & Sullivan ist eine weltweit tätige Unternehmensberatung, die ihre Kunden bei allen strategischen Entscheidungen zur lokalen als auch globalen Ausweitung der Geschäftsaktivitäten unterstützt. Analysten und Berater erarbeiten pragmatische Lösungen, die zu überdurchschnittlichem Unternehmenswachstum verhelfen.

Seit mehr als vierzig Jahren in unterschiedlichen Branchen und Industrien tätig, verfügt Frost & Sullivan über ein einzigartiges Spektrum an Dienstleistungen und einen enormen Bestand an Marktinformationen. Frost & Sullivan arbeitet mit einem Netzwerk von mehr als 1000 Industrieanalysten, Beratern und Mitarbeitern und unterhält 19 Niederlassungen in allen wichtigen Regionen der Welt.

Weitere Informationen:
Katja Feick
Corporate Communications
Frost & Sullivan
Clemensstrasse 9
60487 Frankfurt/Main
Tel.: 069-77033-12
Fax: 069-234566
E-Mail: katja.feick@frost.com

Katja Feick | Frost & Sullivan
Weitere Informationen:
http://healthcare.frost.com
http://www.presse.frost.com

Weitere Berichte zu: EU-15-Staat EU-Land Medikament Parallelhandel

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Neue internationale Studie: Immuntherapie für Kinder mit akuter Leukämie
13.07.2018 | Universitätsklinikum Schleswig-Holstein

nachricht Sicherer Auto fahren ohne Grauen Star: Geringeres Unfallrisiko nach Linsenoperation
12.07.2018 | Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Im Focus: First evidence on the source of extragalactic particles

For the first time ever, scientists have determined the cosmic origin of highest-energy neutrinos. A research group led by IceCube scientist Elisa Resconi, spokesperson of the Collaborative Research Center SFB1258 at the Technical University of Munich (TUM), provides an important piece of evidence that the particles detected by the IceCube neutrino telescope at the South Pole originate from a galaxy four billion light-years away from Earth.

To rule out other origins with certainty, the team led by neutrino physicist Elisa Resconi from the Technical University of Munich and multi-wavelength...

Im Focus: Magnetische Wirbel: Erstmals zwei magnetische Skyrmionenphasen in einem Material entdeckt

Erstmals entdeckte ein Forscherteam in einem Material zwei unabhängige Phasen mit magnetischen Wirbeln, sogenannten Skyrmionen. Die Physiker der Technischen Universitäten München und Dresden sowie von der Universität zu Köln können damit die Eigenschaften dieser für Grundlagenforschung und Anwendungen gleichermaßen interessanten Magnetstrukturen noch eingehender erforschen.

Strudel kennt jeder aus der Badewanne: Wenn das Wasser abgelassen wird, bilden sie sich kreisförmig um den Abfluss. Solche Wirbel sind im Allgemeinen sehr...

Im Focus: Neue Steuerung der Zellteilung entdeckt

Wenn eine Zelle sich teilt, werden sämtliche ihrer Bestandteile gleichmässig auf die Tochterzellen verteilt. UZH-Forschende haben nun ein Enzym identifiziert, das sicherstellt, dass auch Zellbestandteile ohne Membran korrekt aufgeteilt werden. Ihre Entdeckung eröffnet neue Möglichkeiten für die Behandlung von Krebs, neurodegenerative Krankheiten, Alterungsprozessen und Virusinfektionen.

Man kennt es aus der Küche: Werden Aceto balsamico und Olivenöl miteinander vermischt, trennen sich die beiden Flüssigkeiten. Runde Essigtropfen formen sich,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

Conference on Laser Polishing – LaP: Feintuning für Oberflächen

12.07.2018 | Veranstaltungen

Materialien für eine Nachhaltige Wasserwirtschaft – MachWas-Konferenz in Frankfurt am Main

11.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vertikales Begrünungssystem Biolit Vertical Green<sup>®</sup> auf Landesgartenschau Würzburg

16.07.2018 | Architektur Bauwesen

Feinstaub macht Bäume anfälliger gegen Trockenheit

16.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Krebszellen Winterschlaf halten

16.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics