Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Menschen können maximal vier Variable gleichzeitig verarbeiten

09.03.2005


Wissen um mentale Beschränkungen kann Sicherheit erhöhen

... mehr zu:
»Interaktion »Variable

Wissenschafter der University of Queensland haben herausgefunden, warum es nicht viel braucht, damit ein neues Problem oder eine unbekannte Aufgabenstellung das menschliche Denken überstrapazieren. Laut den Kognitionswissenschaftern Graeme S. Halford, Rosemary Baker, Julie E. McCredden und John D. Bain von der Griffith University ist die Anzahl der Variablen, die Menschen bei der Lösung eines Problems handhaben können, vergleichsweise gering. Vier Variable sind schwierig, fünf werden nahezu unmöglich. Die Ergebnisse der Studie wurden in Psychological Science veröffentlicht.

Es ist schwierig, die Grenzen der Verarbeitungskapazität zu messen, da die meisten Menschen größere Aufgaben automatisch in kleine, handhabbare Stücke zerlegen. So wird beim Backen eines Kuchens das Vermischen von Butter, Zucker und Eiern als ein einzelner Arbeitsgang angesehen. Die einzelnen Arbeitsschritte werden damit zu einem einzigen Vorgang. Um zu verhindern, dass die Studienteilnehmer mit Problemen auf diese bewährte Art und Weise umgingen, mussten neue Probleme geschaffen werden. In einem Experiment wurden 30 Akademikern unvollständige verbale Beschreibungen von statistischen Interaktionen zwischen fiktiven Variablen gezeigt. Begleitet wurden diese Beschreibungen von Grafiken, die diese Interaktionen darstellten. Die Interaktionen unterschieden sich in ihrer Komplexität - sie umfassten zwischen zwei und fünf Variablen. Es wurde gemessen, wie lange die Teilnehmer für die Lösung der Aufgaben brauchten. Anschließend wurden sie befragt, wie sicher sie sich ihrer Lösungen waren.


Es zeigte sich, dass die Teilnehmer mit steigender Komplexität schlechter abschnitten und unsicherer waren. Sie waren deutlich schlechter in der Lage, Probleme mit vierfachen Interaktionen zu lösen als Interaktionen mit dreifachen. Bei Aufgaben mit fünffachen Interaktionen lag die Performance bereits im Zufallsbereich. Nach vier- und fünffachen Interaktionen gaben die Teilnehmer Kommentare wie "Ich habe die Informationen immer wieder verloren" oder "Ich habe einfach den Faden verloren" ab. Die Wissenschafter schlossen aus diesen Ergebnissen, dass Menschen nicht mehr als vier Variable gleichzeitig verarbeiten können. Das Wissen um diese Beschränkung kann bei der Schaffung von sehr stressreichen Aufgabenbereichen wie Flugkontrollzentren eine entscheidende Rolle spielen. Handelt es sich hier doch um Arbeitsbereiche, in denen Mitarbeiter mehrere Variable gleichzeitig im Auge behalten müssen.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.uq.edu.au

Weitere Berichte zu: Interaktion Variable

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Neue internationale Studie: Immuntherapie für Kinder mit akuter Leukämie
13.07.2018 | Universitätsklinikum Schleswig-Holstein

nachricht Sicherer Auto fahren ohne Grauen Star: Geringeres Unfallrisiko nach Linsenoperation
12.07.2018 | Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vernetzte Beleuchtung: Weg mit dem blinden Fleck

18.07.2018 | Energie und Elektrotechnik

BIAS erhält Bremens größten 3D-Drucker für metallische Luffahrtkomponenten

18.07.2018 | Verfahrenstechnologie

Verminderte Hirnleistung bei schwachem Herz

18.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics