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Steigende Kosten, sinkende Budgets: Kliniken gehen auf Sparkurs

04.11.2004


Die deutschen Krankenhäuser sind auf Sparkurs. Jeder vierte Klinikmanager sieht in Kostenminimierung und Finanzcontrolling die wichtigsten Maßnahmen zur Bekämpfung der Branchenprobleme.



Die Entscheider haben dabei vor allem die Personalkosten im Blick. Sie machen fast 70 Prozent der gesamten Ausgaben der Krankenhäuser aus. Doch während die verfügbaren Budgets stagnieren, steigen vor allem die Kosten des medizinischen Personals. Durch die Neuregelung des Bereitschaftsdienstes und die Abschaffung des praktischen Jahres „Arzt im Praktikum“ (AiP) droht den Kliniken die Kostenfalle. Das sind die Ergebnisse des „Branchenkompass 2004 Gesundheitswesen“, einer Studie von Mummert Consulting und dem F.A.Z.-Institut.

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Auf die Kliniken kommen allein durch die Abschaffung des AiP erhebliche Mehrkosten zu, da Berufseinsteiger statt der bisherigen 1.000 Euro im Monat nun bis zu 3.000 Euro brutto erhalten. Zusätzliche Belastungen entstehen durch stetig steigende Patientenzahlen und teurere medizinische Geräte. Den steigenden Kosten stehen auf der Habenseite keine wachsenden Einnahmen entgegen. Die Budgeterhöhung von 0,02 Prozent im Vergleich zu 2003 gleicht nicht einmal die Inflation aus. Die Folge: Den 2.240 deutschen Kliniken fehlen für das laufende Jahr 1,2 Milliarden Euro. Um auf Dauer zu überleben, müssen sie daher deutlich wirtschaftlicher arbeiten als bisher.

Ärzte und Gewerkschaften befürchten, dass die Qualität der medizinischen Versorgung unter dem steigenden Kostendruck leidet. Die Investitionen in neue Medizintechnik werden voraussichtlich weiter zurückgehen. Rund die Hälfte der Krankenhäuser will die notwendigen Einsparungen zudem dadurch erreichen, dass sie ihr Pflegepersonal reduziert. Auch die Aufenthaltsdauer pro Patienten soll verkürzt werden, damit im gleichen Zeitraum mehr Kranke behandelt werden können. Immer mehr Operationen werden daher schon jetzt ambulant erbracht. Lange stationäre Aufenthalte bringen den Kliniken Verluste, da die Versorger für jeden Patienten, abhängig vom Krankheitsbild, eine feste Fallpauschale erhalten. Um eine qualitativ hochwertige medizinische Versorgung sicherzustellen, wollen die Kliniken verstärkt mit externen Ärzten und Versorgungseinrichtungen zusammenarbeiten. Diese sollen beispielsweise stärker als bisher die Nachversorgung von Operationspatienten übernehmen. 94 Prozent der Krankenhäuser wünschen sich niedergelassene Ärzte als Partner, drei Viertel wollen mit Rehakliniken kooperieren.

Diese Presseinformation basiert auf der Studie „Branchenkompass 2004 Gesundheitswesen“ von Mummert Consulting und dem F.A.Z.-Institut. Für die Studie wurden im Mai 2004 hundert Topmanager aus 35 deutschen und 15 österreichischen Krankenhäusern sowie aus 50 deutschen Krankenkassen und -versicherungen über ihre Investitionsziele und ihre Marktpolitik bis 2006 befragt.

Jörg Forthmann | Mummert Consulting
Weitere Informationen:
http://www.mummert.de

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