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Parasiten bringen Licht in menschliche Entstehungsgeschichte

07.10.2004


Ausgestorbene Frühmenschen haben dem heutigen Homo sapiens das zurückgelassen, auf das so mancher gerne verzichten würde: Kopfläuse. Nach einer genetischen Studie ist nun klar geworden, dass einige der heute noch existierenden Läuse die frühen Menschen überlebt haben, berichtet das Wissenschaftsmagazin Plos Biology.



Nach der Untersuchung der Forscher des Florida Museum of National History sind unsere Vorfahren vor rund 100.000 Jahren von Afrika ausgewandert und haben danach Kontakt mit andere Früh-Hominiden geknüpft. Dies fand wahrscheinlich in Asien statt. Läuse sind mit großer Wahrscheinlichkeit beim Kampf, Sex oder Kannibalismus übertragen worden. Hinweise darauf lieferte die menschliche Kopflaus Pediculus humanus. Die Forscher konnten nämlich zwei verschiedene Typen von Läusen identifizieren. Eine davon gibt es weltweit, die andere nur am Doppelkontinent Amerika.



Da Läuse ohne Menschen nur wenige Stunden überleben können, ist der Parasit eng mit dem Leben des Wirts in Verbindung. Das bedeutet auch, dass die Forscher erkennen konnten, dass die Kopfläuse ebenso wie der Mensch einen Bottleneck-Effekt durchmachten. Dieses Ereignis passiert, wenn die Menge an genetischer Vielfalt in einer Population zurückgeht. Eines der Ereignisse wäre etwa das Zurückgehen der menschlichen Population bevor ein weiterer Anstieg der Bevölkerung erfolgte. In den Untersuchungen konnten die Forscher nämlich feststellen, dass die Gene der selteneren Kopfläuse auf eine große Stabilität in ihrer Geschichte hinwiesen. Nach der Analyse entwickelten sich die verschiedenen Läuse vor 1,18 Mio. Jahren. Die seltenere Art war auf den inzwischen ausgestorbenen Früh-Hominiden vorkommend. Diese lebten von unseren Vorfahren bis vor einigen 10.000 Jahren isoliert. Dann konnten auch die Läuse wieder Kontakte zueinander knüpfen.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.plosbiology.org

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