Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Heiße Spur zu kühlen Nasen - Testmethode für die Wirkung von Antiallergika

14.06.2004



Kommt der Sommer, kommen auch heftige Niesattacken und juckende Augen. Von Heuschnupfen Geplagte können ein Lied davon singen, wenn ein Päckchen Taschentücher nicht mal für einen kurzen Sonntagsspaziergang ausreicht. Alternativen wären, bei verriegelten Fenstern im Haus zu sitzen oder die überschießende Reaktion des Körpers mit Medikamenten zu stoppen. Eine Palette an Tropfen, Tabletten und Sprays steht zur Auswahl bereit; neue Medikamente sind in der Testphase. Forscher des Fraunhofer-Instituts für Toxikologie und Experimentelle Medizin ITEM in Hannover arbeiten mit einer eleganten Methode, um die Wirkung von Antiallergika zu überprüfen.


Ein Indikator für Heuschnupfen und dessen wirksame Bekämpfung ist die Temperatur der Nase. Bei Allergikern bewirken Pollen und andere Allergene wie Hausstaub in der Luft, dass der körpereigene Botenstoff Histamin übermäßig und oft schlagartig ausgeschüttet wird. Das Gewebshormon erweitert die Blutgefäße in der Nasenschleimhaut. »Die Nase wird stärker durchblutet und strahlt dadurch mehr Wärme ab«, sagt Michael Larbig, Leiter der Untersuchungen am ITEM. »Dies registrieren wir mit einer Infrarotkamera.« Die Signale des Chips übersetzt eine Software in Bilder, deren Farbabstufungen die Temperaturen der Haut wiedergeben. Wirkt ein Heuschnupfenmedikament, tritt eine deutlich geringere Farbverschiebung als sonst ein. Mit der Thermographie lässt sich dies sehr empfindlich, über Stunden und nicht-invasiv beobachten. Berührungslos wie sie ist, ergänzt oder ersetzt sie andere Methoden, bei denen etwa Sekrete gewogen oder der Luftstrom durch die Nase gemessen werden.

In einer ersten Studie an Gesunden haben Larbig und seine Kollegen zusammen mit der belgischen Firma UCB Pharma S. A. aus Braine-I’Alleud die Wirkung zweier bereits zugelassener Antihistaminika verglichen. Sie gaben den Probanden die empfohlene Einmaldosierung des jeweiligen Medikaments und ließen es zwei Stunden wirken. Anschließend simulierten sie einen allergischen Anfall, indem sie den Probanden Histamin in die Nase sprühten. Eines der beiden Produkte verringerte bereits nach der Einwirkzeit den Temperaturanstieg in der Nase. In einer Folgestudie haben die Forscher nun ein drittes Medikament getestet. Die Ergebnisse zu dieser Untersuchung werden sie vom 12. bis 16. Juni auf dem Europäischen Allergologenkongress EAACI in Amsterdam präsentieren. Weitere Studien, in denen die Wissenschaftler erstmals auch Allergiker als Probanden untersuchen werden, sind bereits geplant.

Dr. Michael Larbig | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.item.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: Allergiker Antiallergika Medikament

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Grundlagen der Blockchain-Technologie in der Energiewirtschaft
27.07.2018 | Forschungsstelle für Energiewirtschaft e.V.

nachricht Studie zu Werkstoffprüfung: Schäden in nichtmagnetischem Stahl mit Magnetismus aufspüren
23.07.2018 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue interaktive Software: Maschinelles Lernen macht Autodesigns aerodynamischer

Neue Software verwendet erstmals maschinelles Lernen um Strömungsfelder um interaktiv designbare 3D-Objekte zu berechnen. Methode wird auf der renommierten SIGGRAPH-Konferenz vorgestellt

Wollen Ingenieure oder Designer die aerodynamischen Eigenschaften eines neu gestalteten Autos, eines Flugzeugs oder anderer Objekte testen, lassen sie den...

Im Focus: New interactive machine learning tool makes car designs more aerodynamic

Scientists develop first tool to use machine learning methods to compute flow around interactively designable 3D objects. Tool will be presented at this year’s prestigious SIGGRAPH conference.

When engineers or designers want to test the aerodynamic properties of the newly designed shape of a car, airplane, or other object, they would normally model...

Im Focus: Der Roboter als „Tankwart“: TU Graz entwickelt robotergesteuertes Schnellladesystem für E-Fahrzeuge

Eine Weltneuheit präsentieren Forschende der TU Graz gemeinsam mit Industriepartnern: Den Prototypen eines robotergesteuerten CCS-Schnellladesystems für Elektrofahrzeuge, das erstmals auch das serielle Laden von Fahrzeugen in unterschiedlichen Parkpositionen ermöglicht.

Für elektrisch angetriebene Fahrzeuge werden weltweit hohe Wachstumsraten prognostiziert: 2025, so die Prognosen, wird es jährlich bereits 25 Millionen...

Im Focus: Robots as 'pump attendants': TU Graz develops robot-controlled rapid charging system for e-vehicles

Researchers from TU Graz and their industry partners have unveiled a world first: the prototype of a robot-controlled, high-speed combined charging system (CCS) for electric vehicles that enables series charging of cars in various parking positions.

Global demand for electric vehicles is forecast to rise sharply: by 2025, the number of new vehicle registrations is expected to reach 25 million per year....

Im Focus: Der „TRiC” bei der Aktinfaltung

Damit Proteine ihre Aufgaben in Zellen wahrnehmen können, müssen sie richtig gefaltet sein. Molekulare Assistenten, sogenannte Chaperone, unterstützen Proteine dabei, sich in ihre funktionsfähige, dreidimensionale Struktur zu falten. Während die meisten Proteine sich bis zu einem bestimmten Grad ohne Hilfe falten können, haben Forscher am Max-Planck-Institut für Biochemie nun gezeigt, dass Aktin komplett von den Chaperonen abhängig ist. Aktin ist das am häufigsten vorkommende Protein in höher entwickelten Zellen. Das Chaperon TRiC wendet einen bislang noch nicht beschriebenen Mechanismus für die Proteinfaltung an. Die Studie wurde im Fachfachjournal Cell publiziert.

Bei Aktin handelt es sich um das am häufigsten vorkommende Protein in höher entwickelten Zellen, das bei Prozessen wie Zellstabilisation, Zellteilung und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Das Architekturmodell in Zeiten der Digitalen Transformation

14.08.2018 | Veranstaltungen

EEA-ESEM Konferenz findet an der Uni Köln statt

13.08.2018 | Veranstaltungen

Digitalisierung in der chemischen Industrie

09.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Kleine Helfer bei der Zellreinigung

14.08.2018 | Biowissenschaften Chemie

Neue Oberflächeneigenschaften für holzbasierte Werkstoffe

14.08.2018 | Materialwissenschaften

Fraunhofer IPT unterstützt Zweitplatzierten bei SpaceX-Wettbewerb

14.08.2018 | Förderungen Preise

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics