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Internationale Vergleichsstudie der OECD zur frühkindlichen Förderung

09.06.2004


Bundesministerin Renate Schmidt trifft sich mit OECD-Vertretern in Bonn

Deutschland nimmt erstmals an der internationalen Vergleichsstudie der OECD zur frühkindlichen Förderung teil. Die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hatte die Teilnahme Deutschlands an der Studie initiiert, weil daraus Impulse für den Ausbau und die Qualität der Kinderbetreuung und frühen Förderung zu erwarten sind. Bundesministerin Renate Schmidt traf sich am heutigen Dienstag zu einem Fachgespräch mit vier OECD-Gutachtern und -Gutachterinnen, die sich derzeit über die Tagesbetreuung in Deutschland informieren.

’’Wir wollen den Kindern in Deutschland die beste Förderung mit auf den Weg geben. Betreuung, Bildung und Erziehung werden nicht erst mit der Schulreife relevant, sondern schon im Kleinkindalter. Wer für Kinder die optimalen Startchancen will, muss sie früh fördern, anregen und bilden, ohne dass das Spielen und Lernen verschult wird. Wir werden die Chancen auf eine solche optimale Förderung verbessern, indem wir die Angebote an Kinderbetreuung ausbauen und qualitativ weiterentwickeln. Denn wir wissen: Auf den Anfang kommt es an’’, erklärte die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Renate Schmidt. ’’Anregungen dafür werden uns die Erkenntnisse der OECD-Studie geben. Die OECD hat bereits mit den Ergebnissen der PISA-Studie für Aufmerksamkeit gesorgt. Die Diskussion um die bessere Betreuung, Bildung und Erziehung von Kindern wird nun zu Recht auf den Bereich vor der Schule ausgedehnt.’’

Die Bundesregierung will die Betreuungssituation der unter Dreijährigen gemeinsam mit Ländern und Kommunen verbessern. Diese erhalten vom Bund ab 2005 1,5 Mrd. Euro für den Ausbau der Tagesbetreuungsangebote. Das Kinder- und Jugendhilfegesetz wird dazu geändert werden. Es wird künftig eine bedarfsgerechte Ausgestaltung der Tagesbetreuung sowie Qualitätsstandards und Regelungen für Tagespflegepersonen (’’Tagesmütter’’) enthalten. Sowohl die Jugendministerkonferenz als auch die Kultusministerkonferenz haben einen gemeinsamen Rahmen für die frühe Bildung und Förderung in Kindertageseinrichtungen beschlossen, durch den mit pädagogischen Angeboten in allen Kindergärten die Neugier der Kleinen auf das Lernen geweckt werden soll.

Die jetzige Studie ’’Starting Strong II’’ zu frühkindlicher Bildung und Betreuung (’’Early Childhood Education and Care’’, ECEC) knüpft an ’’Starting Strong I’’ der OECD aus dem Jahr 2001 an. ’’Starting Strong II’’ beurteilt international vergleichend das gesamte deutsche System der Kinderbetreuung einschließlich der Tagespflege; dies betrifft alle Formen der Tagesbetreuung für Kinder bis zum Schuleintritt. Die Studie will die Entwicklungsprozesse, die Kinder in den ersten Jahren ihres Lebens durchlaufen, in die Untersuchung einbeziehen; sie nimmt Politik und Programme zur Kinderbetreuung ebenso auf wie die Rolle von Familien und den Übergang von der Kita zur Schule.

Ziel der Studie ist es, den beteiligten Staaten Anregungen für die Weiterentwicklung der Kinderbetreuung zu geben und die Erkenntnisse aus den einzelnen Staaten auf internationaler Ebene zu kommunizieren. Sie wird vor dem Hintergrund erstellt, dass frühkindliche Bildung und Betreuung gegenwärtig in den OECD-Staaten verstärkt Bedeutung erfahren. Hierbei geht es zum einen um frühkindliche Erziehung als Basis von lebenslangem Lernen, um die besten Startchancen ins Leben und die soziale Integration. Zum anderen ist ein gutes Betreuungsangebot eine Voraussetzung für die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie und für den gleichen Zugang von Frauen zum Arbeitsmarkt.

Das OECD-Team führt politische und fachliche Gespräche auf allen Entscheidungsebenen, besucht Tageseinrichtungen für Kinder und bezieht Personen der Tagespflege in die Untersuchung mit ein. In Deutschland wird exemplarisch die Tagesbetreuung in den fünf Bundesländern Baden-Württemberg, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Thüringen begutachtet. Die Ergebnisse der neuen Studie sollen Ende des Jahres vorliegen. An ’’Starting Strong II’’ nehmen neben Deutschland die Länder Frankreich, Irland, Korea, Kanada, Mexiko, Österreich und Ungarn teil.

| BMFSFJ
Weitere Informationen:
http://www.bmfsfj.de

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