Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Der westeuropäische Markt für mobile Videodienste

25.05.2004


Mobile Videodienste sollen Mobilfunkbetreibern langfristig höheren Umsatz sichern



Attraktiv, aber zumindest bis 2007 noch nicht überzeugend genug sind die Umsatzchancen für mobile Videodienste (Telefonie, Messaging und Inhalte) in Westeuropa. Zu dieser Einschätzung kommt die Unternehmensberatung Frost & Sullivan, laut deren neuer Analyse der Markt zunächst ein eher ruhiges Wachstum verzeichnen dürfte. Im Jahr 2007 soll er ein Umsatzvolumen von knapp 1,6 Milliarden Euro erreichen.



Strategisch betrachtet sind UMTS-Netze und Videotelefonie von großer Bedeutung, weil mit ihnen sowohl ein klares Differenzierungsangebot an die Kunden als auch eine wichtige Botschaft an die Investoren verbunden ist. "Langfristig könnten mobile Videodienste nämlich wesentlich dazu beitragen, den durchschnittlichen Umsatz pro Nutzer zu steigern, und von daher wächst ihre strategische Bedeutung", erläutert Jan Sythoff, Research Analyst bei Frost & Sullivan. "Kurzfristig besteht jedoch noch eine Reihe technischer und kommerzieller Probleme, die verhindern, dass mobile Videodienste sich schneller durchsetzen."

So ist beispielsweise die Marktdurchdringung mit entsprechenden Geräten, also die Zahl der Teilnehmer mit einem videofähigen Handy, einschließlich der Integration mit dem Festnetz, eine Schlüsselfrage bei allen drei Anwendungen. Andere Probleme sind Roaming, Standards, Formate, Preisgestaltung, Abrechnung, Benutzerfreundlichkeit, Bildqualität und Gerätefähigkeiten.
Verbreitung von UMTS Handys entscheiden über den Erfolg der Videodienste

Die Marktdurchdringung mit Handys insgesamt beträgt in Westeuropa heute schon mehr als 80 Prozent. Mobile Videodienste dürften aber erst dann an Bedeutung gewinnen, wenn neue UMTS-Handys mit Farbdisplay weitere Verbreitung erlangen. Deren Penetrationsrate ist gegenwärtig noch sehr niedrig, dürfte aber allmählich zunehmen. Wenn sie im Jahr 2007 die kritische 30-Prozent-Marke überschreitet und eine entsprechende Zahl von Handybesitzern regelmäßig Videodienste nutzt, sollte der Markt an Dynamik gewinnen. Ab 2007 werden alle ausgelieferten Geräte eine Art Videofähigkeit haben, allerdings wird auch dann ein Großteil von ihnen nur Videonachrichten empfangen können.

Interoperabilität der Netze noch problematisch

Ein weiteres kritisches Problem, das das Marktwachstum behindert, ist die mangelnde Interoperabilität. Darunter leiden die Multimedia Messaging Services (MMS), und das Gleiche ist für die Videotelefonie zu erwarten. Selbst wenn die Netzbetreiber vor der Einführung der Dienste die Kommunikation mit Netzen anderer Festnetz- und Mobilfunkbetreiber gründlich testen, dürfte es einige kritische Probleme zu lösen geben.

Qualität von Video-Inhalts-Diensten ist entscheidender Erfolgsfaktor

Im Falle von Video-Inhalts-Diensten stellt das Nebeneinander verschiedener Standards und Formate ein Wachstumshemmnis dar. Diese Probleme werden gelöst, aber sie verursachen zunächst noch erhebliche Kosten. Daneben fehlt es an qualitativ hochwertigen Inhalten, und das erfordert ebenfalls Investitionen. Die Hersteller von Videoinhalten sind aber nicht bereit, Anwendungen zu entwickeln, wenn ihnen dafür lediglich eine Umsatzbeteiligung geboten wird, mit der sie ihre Kosten angesichts der noch geringen Nutzerzahlen nicht decken können.

Dabei dürfte die Qualität mobiler Videodienste ein entscheidender Erfolgsfaktor sein. Deshalb ist es für Mobilfunkbetreiber und Medienanbieter wichtig zusammenzuarbeiten, um hochwertige Inhalte bereitzustellen. Neben der Bildung komplementärer Partnerschaften müssen die Marktteilnehmer gewährleisten, dass sich der Inhalt für verschiedene Typen mobiler Geräte eignet.

Intelligente Preisstruktur gefragt

Preisgestaltung und Abrechnung sind weitere kritische Probleme, die eine sorgfältige Behandlung durch die Dienstanbieter verlangen. Auf dem Markt sind bereits verschiedene Preisgestaltungsmuster für verschiedene Anwendungen vorhanden, aber die Betreiber sollten die Preise der einzelnen Dienste nicht isoliert betrachten, sondern auch die relative Differenz zwischen den Diensten berücksichtigen, zwischen denen Wechselwirkungen bestehen.

"Die Preisstruktur muss intelligent gestaltet werden, denn der Preis ist ein so sensibler Faktor, dass er eine falsche Wahrnehmung von einem Dienst erzeugen und seine Akzeptanz am Markt verhindern kann", gibt Sythoff zu bedenken. "Eine Bündelung von Preisen ist wichtig, um die Nutzung der Dienste zu stimulieren, aber Einmalzahlungen können die Nutzer ebenfalls ermutigen, neue Dienste auszuprobieren."

Mobile Videodienste werden langfristig zur Mainstream Anwendung

Trotz der Probleme ist Sythoff optimistisch: "In den kommenden zwei bis drei Jahren werden Videotelefoniedienste eingeführt, der MMS-Standard der zweiten Generation wird sich durchsetzen, und die Qualität der Videoinhalte wird sich verbessern. Sobald diese Ziele erreicht sind, ist der Markt für weiteres Wachstum bereit." Wenn die technischen Probleme gelöst sind, dann dürften sich die Nutzer daran gewöhnen, dass das Handy mehr sein kann als nur ein Kommunikationsinstrument. "Mit zunehmender Nutzung werden die Preise zurückgehen, und Videodienste werden nicht länger als exklusive High-End-Angebote gelten, sondern immer mehr zum Mainstream werden."

"Der überwiegende Teil des Gesamtumsatzes aus mobilen Videodiensten soll 2007 von Messaging und Inhalts-Diensten kommen", stellt ten Sythoff abschließend fest. "Die Videotelefonie dagegen dürfte wegen der Notwendigkeit einer stärkeren Marktdurchdringung mit UMTS-Geräten für ihre Entwicklung viel länger brauchen."

Titel der Analyse: Frost & Sullivan’s Analysis Of The European Mobile Video Services Market, (Report B332), Preis der Analyse: Euro 4.000,--

Stefan Gerhardt | Frost & Sullivan
Weitere Informationen:
http://www.wireless.frost.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Grundlagen der Blockchain-Technologie in der Energiewirtschaft
27.07.2018 | Forschungsstelle für Energiewirtschaft e.V.

nachricht Studie zu Werkstoffprüfung: Schäden in nichtmagnetischem Stahl mit Magnetismus aufspüren
23.07.2018 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die Mischung macht‘s: Jülicher Forscher entwickeln schnellladefähige Festkörperbatterie

Mit Festkörperbatterien sind aktuell große Hoffnungen verbunden. Sie enthalten keine flüssigen Teile, die auslaufen oder in Brand geraten könnten. Aus diesem Grund sind sie unempfindlich gegenüber Hitze und gelten als noch deutlich sicherer, zuverlässiger und langlebiger als herkömmliche Lithium-Ionen-Batterien. Jülicher Wissenschaftler haben nun ein neues Konzept vorgestellt, das zehnmal größere Ströme beim Laden und Entladen erlaubt als in der Fachliteratur bislang beschrieben. Die Verbesserung erzielten sie durch eine „clevere“ Materialwahl. Alle Komponenten wurden aus Phosphatverbindungen gefertigt, die chemisch und mechanisch sehr gut zusammenpassen.

Die geringe Stromstärke gilt als einer der Knackpunkte bei der Entwicklung von Festkörperbatterien. Sie führt dazu, dass die Batterien relativ viel Zeit zum...

Im Focus: It’s All in the Mix: Jülich Researchers are Developing Fast-Charging Solid-State Batteries

There are currently great hopes for solid-state batteries. They contain no liquid parts that could leak or catch fire. For this reason, they do not require cooling and are considered to be much safer, more reliable, and longer lasting than traditional lithium-ion batteries. Jülich scientists have now introduced a new concept that allows currents up to ten times greater during charging and discharging than previously described in the literature. The improvement was achieved by a “clever” choice of materials with a focus on consistently good compatibility. All components were made from phosphate compounds, which are well matched both chemically and mechanically.

The low current is considered one of the biggest hurdles in the development of solid-state batteries. It is the reason why the batteries take a relatively long...

Im Focus: Farbeffekte durch transparente Nanostrukturen aus dem 3D-Drucker

Neues Design-Tool erstellt automatisch 3D-Druckvorlagen für Nanostrukturen zur Erzeugung benutzerdefinierter Farben | Wissenschaftler präsentieren ihre Ergebnisse diese Woche auf der angesehenen SIGGRAPH-Konferenz

Die meisten Objekte im Alltag sind mit Hilfe von Pigmenten gefärbt, doch dies hat einige Nachteile: Die Farben können verblassen, künstliche Pigmente sind oft...

Im Focus: Color effects from transparent 3D-printed nanostructures

New design tool automatically creates nanostructure 3D-print templates for user-given colors
Scientists present work at prestigious SIGGRAPH conference

Most of the objects we see are colored by pigments, but using pigments has disadvantages: such colors can fade, industrial pigments are often toxic, and...

Im Focus: Eisen und Titan in der Atmosphäre eines Exoplaneten entdeckt

Forschende der Universitäten Bern und Genf haben erstmals in der Atmosphäre eines Exoplaneten Eisen und Titan nachgewiesen. Die Existenz dieser Elemente in Gasform wurde von einem Team um den Berner Astronomen Kevin Heng theoretisch vorausgesagt und konnte nun von Genfern Astronominnen und Astronomen bestätigt werden.

Planeten in anderen Sonnensystemen, sogenannte Exoplaneten, können sehr nah um ihren Stern kreisen. Wenn dieser Stern viel heisser ist als unsere Sonne, dann...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Dialog an Deck, Science Slam und Pong-Battle

21.08.2018 | Veranstaltungen

LaserForum 2018 thematisiert die 3D-Fertigung von Komponenten

17.08.2018 | Veranstaltungen

Aktuelles aus der Magnetischen Resonanzspektroskopie

16.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Auf dem Weg zur personalisierten Medizin

21.08.2018 | Biowissenschaften Chemie

In Form gebracht

21.08.2018 | Biowissenschaften Chemie

Superauflösende Mikroskopie - Neue Markierungssonden im Nanomaßstab

21.08.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics