Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erneuerbare Energien werden Energieträger der Zukunft

22.03.2004


Parabolinnenanlage für organische, photochemische Synthesen im Sonnenlicht (PROPHIS) auf dem DLR-Gelände in Köln-Porz.


Testanlage für Solarthermische Kraftwerke "Plataforma Solar de Almeria (PSA)".


Umweltminister Trittin stellt Studie in Berlin vor


„Erneuerbare Energien sind verlässliche Garanten für eine zukunftsfähige Energieversorgung“. Zu diesem Ergebnis kommen die Autoren einer Studie, die heute von Bundesumweltminister Jürgen Trittin im Rahmen einer Bundespressekonferenz in Berlin vorgestellt wurde. Wie die Bevölkerung dann weiterhin sicher mit Energie versorgt werden kann, wie die noch vorhandenen fossilen Ressourcen dabei effizient genutzt und wie gleichzeitig die betriebs- und volkswirtschaftlichen Belastungen verträglich gestaltet werden können, haben jetzt Wissenschaftler unter der Leitung vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Zusammenarbeit mit dem Institut für Energie- und Umweltforschung (ifeu) in Heidelberg und dem Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie in verschiedenen Szenarien aufgezeigt.

Wird der energiepolitische Einstieg in die Nutzung erneuerbarer Energien jetzt vorgenommen, so das Fazit der Studie, können die Weichen für eine Ablösung der fossilen Energieträger bis zur Jahrhundertmitte gestellt sein. Voraussetzung ist freilich, dass die politischen Akteure in die Lage versetzt werden, die Auswirkungen eines Ausbauprozesses und seine Wirkungen bereits heute möglichst genau beurteilen zu können.


In ihrer Analyse haben die Wissenschaftler unter der Leitung von Dr. Joachim Nitsch vom Institut für Technische Thermodynamik beim DLR in Stuttgart dabei alle wesentlichen zu erwartenden Auswirkungen auf die Gesellschaft, Umwelt und Wirtschaft betrachtet. Momentan befinden sich die heute genutzten Techniken für erneuerbare Energien in einer frühen Phase der Marktentwicklung und sie übersteigen noch die Kosten der konventionellen Konkurrenzsysteme. Wie in einem Zeitraum von mehreren Dekaden die Kostenentwicklung in volkswirtschaftlich sinnvollen Ausbaustrategien geschafft werden kann, war daher ebenfalls Gegenstand der Untersuchung, wie die Bewertung der Umweltauswirkungen und auch die Potenziale der Erneuerbaren Energien unter Berücksichtigung von Landschafts- und Naturschutzbestimmungen.

Dabei wurden verschiedene Szenarien aufgestellt, von rein technisch-strukturell nutzbaren erneuerbaren Energiepotenzialen (Variante Basis) bis zu einer Variante „NaturschutzPlus“, die langfristig auch unter strengen Naturschutzauflagen für die Nutzung erneuerbarer Energien zur Verfügung steht. Neben den Naturschutzvarianten haben die Wissenschaftler ihre Szenarien nach dem Energiebedarf in den Bereichen Strom, Wärme und Verkehr unterschieden sowie nach verschiedenen Preisvarianten, die je nach angenommener Entwicklungstendenz berechnet wurden.

Letztlich muss jeder Verbrauchssektor getrennt seinen Fahrplan für den Ausbau der erneuerbaren Energien bestimmen. Die Vorreiterrolle wird weiterhin der Stromversorgung zugeschrieben. Wird die bereits eingeleitete Wachstumsdynamik fortgesetzt, kann der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromversorgung bis zum Jahre 2020 die 30-Prozentmarke überschreiten. Im Wärmemarkt kann der Wachstumsprozess erst nach einem geforderten „Wärmegesetz“ beginnen. Bis zum Jahre 2050 ist aber auch hier ein Anteil von 45 Prozent möglich. Und auch im Verkehrsbereich rechnen die Wissenschaftler mit einem deutlichen Wachstum des Anteils erneuerbarer Energien ab dem Jahre 2020.

Ein konsequentes weiteres Ausbauen kann dann in der zweiten Jahrhunderthälfte zu einer vollständigen Ablösung fossiler Energieträger führen, unter anderem auch durch den sukzessiven Einstieg in die Wasserstoffwirtschaft.

Aus ihren Szenarioberechnungen haben die Forscher schließlich konkrete Handlungsempfehlungen an die Politik formuliert.

Eine Kurzfassung der Studie „Ökologisch optimierter Ausbau der Nutzung erneuerbarer Energien in Deutschland“ kann auf der Homepage des Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit in Berlin herunter geladen werden.

Ansprechpartner:

DLR Stuttgart, Institut für Technische Thermodynamik
Dr. Joachim Nitsch, Tel.: 0711-6862-483, Fax: -783
Dr. Wolfram Krewitt, Tel.: 0711-6862-766, Fax: -783

| DLR
Weitere Informationen:
http://www.dlr.de

Weitere Berichte zu: Energieträger Luft- und Raumfahrt Stromversorgung Szenario

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Grundlagen der Blockchain-Technologie in der Energiewirtschaft
27.07.2018 | Forschungsstelle für Energiewirtschaft e.V.

nachricht Studie zu Werkstoffprüfung: Schäden in nichtmagnetischem Stahl mit Magnetismus aufspüren
23.07.2018 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Eisen und Titan in der Atmosphäre eines Exoplaneten entdeckt

Forschende der Universitäten Bern und Genf haben erstmals in der Atmosphäre eines Exoplaneten Eisen und Titan nachgewiesen. Die Existenz dieser Elemente in Gasform wurde von einem Team um den Berner Astronomen Kevin Heng theoretisch vorausgesagt und konnte nun von Genfern Astronominnen und Astronomen bestätigt werden.

Planeten in anderen Sonnensystemen, sogenannte Exoplaneten, können sehr nah um ihren Stern kreisen. Wenn dieser Stern viel heisser ist als unsere Sonne, dann...

Im Focus: Magnetische Antiteilchen eröffnen neue Horizonte für die Informationstechnologie

Computersimulationen zeigen neues Verhalten von Antiskyrmionen bei zunehmenden elektrischen Strömen

Skyrmionen sind magnetische Nanopartikel, die als vielversprechende Kandidaten für neue Technologien zur Datenspeicherung und Informationsverarbeitung gelten....

Im Focus: Unraveling the nature of 'whistlers' from space in the lab

A new study sheds light on how ultralow frequency radio waves and plasmas interact

Scientists at the University of California, Los Angeles present new research on a curious cosmic phenomenon known as "whistlers" -- very low frequency packets...

Im Focus: Neue interaktive Software: Maschinelles Lernen macht Autodesigns aerodynamischer

Neue Software verwendet erstmals maschinelles Lernen um Strömungsfelder um interaktiv designbare 3D-Objekte zu berechnen. Methode wird auf der renommierten SIGGRAPH-Konferenz vorgestellt

Wollen Ingenieure oder Designer die aerodynamischen Eigenschaften eines neu gestalteten Autos, eines Flugzeugs oder anderer Objekte testen, lassen sie den...

Im Focus: New interactive machine learning tool makes car designs more aerodynamic

Scientists develop first tool to use machine learning methods to compute flow around interactively designable 3D objects. Tool will be presented at this year’s prestigious SIGGRAPH conference.

When engineers or designers want to test the aerodynamic properties of the newly designed shape of a car, airplane, or other object, they would normally model...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Aktuelles aus der Magnetischen Resonanzspektroskopie

16.08.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2018

16.08.2018 | Veranstaltungen

Das Architekturmodell in Zeiten der Digitalen Transformation

14.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Schatzkammer Datenbank: Digitalisierte Schwingfestigkeitskennwerte sparen Entwicklungszeit

16.08.2018 | Informationstechnologie

Interaktive Software erleichtert Design komplexer Gussformen

16.08.2018 | Informationstechnologie

Fraunhofer HHI entwickelt Quantenkommunikation für jedermann im EU-Projekt UNIQORN

16.08.2018 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics