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Finanzdienstleistungs-Branche steht neue Umstrukturierungs-Welle

03.12.2003


PwC-Umfrage zur Entwicklung der Finanzdienstleistungs-Branche in den nächsten fünf Jahren: Finanzdienstleister setzen auf Outsourcing und Allianzen - Regelwerk wird dichter - Landesbanken investieren in neue Dienstleistungen und Geschäftsfelder

Weltweit rechnen vier von fünf Führungskräften in Finanzdienstleistungs-Unternehmen innerhalb der nächsten fünf Jahre mit erheblichen Restrukturierungen. Im Vergleich zur ersten Reorganisationswelle der 90er Jahre sind die Rahmenbedingungen für die Branche nun ungünstiger: Neue Gesetze und ein intensiver Wettbewerb stellen hohe Anforderungen an die Unternehmen, während der Wirtschaftsaufschwung insbesondere in Deutschland fragil bleibt. 21 Prozent der Finanzdienstleister erwarten weitere Allianzen und rund 16 Prozent Joint-Ventures. Außerdem werden sich viele Anbieter (rund 17 Prozent) durch Outsourcing von unrentablen Unternehmensteilen trennen, um sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren zu können. Fusionen und Übernahmen werden jedoch nicht an Bedeutung verlieren: 42 Prozent der Unternehmen rechnen damit, dass M&A-Prozesse bei Umstrukturierungen weiterhin im Mittelpunkt stehen. Zu diesen Ergebnissen kommt die aktuelle Umfrage Focus on restructuring. The drivers shaping the financial services sector von PricewaterhouseCoopers (PwC) und The Economist Intelligence Unit, einem der führenden Anbieter von Länder-, Branchen- und Management-Analysen.

Die im September und Oktober 2003 befragten 123 Top-Manager erwarten, dass vor allem die Bereiche Versicherungen, Asset Management und alternative Investments von der Reorganisation betroffen sein werden. Als wichtigste Ursache nennen 73 Prozent den harten Kampf um Marktanteile und den wachsenden Preisdruck. 45 Prozent sehen in steigenden Kundenerwartungen einen wichtigen Auslöser für Umstrukturierungen. Immerhin 29 Prozent der Befragten machen die restriktiven Regelwerke dafür verantwortlich.

Regelwerk wird dichter

Besonders in Europa stellen veränderte gesetzliche Rahmenbedingungen das Management vor neue Herausforderungen. Neben Finanzaufsicht und Kartellbehörden hat sich mit den Rating-Agenturen eine weitere regulatorische Instanz etabliert. Und das Regelwerk wird dichter, Basel II und IFRS sind nur zwei Beispiele. "Finanzdienstleister sollten deshalb in ihrer gesamten Organisation eine Compliance- Kultur einbetten, nicht nur im Berichtswesen", empfiehlt Herbert Sahm, Partner im Bereich Financial Services bei PwC.

Landesbanken investieren in neue Produkte und Dienstleistungen

Wie sich am Beispiel des öffentlichen Bankensektors in Deutschland zeigt, kann auch die Deregulierung eines Marktes zu verstärkten Umstrukturierungen führen: Nur noch bis Juli 2005 haben die Sparkassen und Landesbanken Zeit, um sich auf den Wegfall der staatlichen Anstaltslast und Gewährträgerhaftung vorzubereiten. So sieht sich beispielsweise die HSH Nordbank, entstanden durch die Fusion der Hamburgischen Landesbank mit der Landesbank Schleswig- Holstein, selbst an der Spitze der Reorganisation. Um im direkten Wettbewerb mit den privaten Geschäftsbanken bestehen zu können, investiert die HSH Nordbank in ihre Mitarbeiter und entwickelt neue Geschäftsfelder. Die Dienstleistungen gehen zukünftig über die Vergabe von Krediten hinaus, die bisher 80 Prozent der Ertragsbasis darstellen. Auch Fusionen zwischen einzelnen Sparkassen werden nicht mehr ausgeschlossen.

Herbert Sahm | PriceWaterhouseCoopers
Weitere Informationen:
http://www.pwc.com/financialservices
http://www.pwc.com

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