Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sparmaßnahmen gefährden die IT-Sicherheit deutscher Unternehmen

15.09.2003


Trotz der jüngsten Viren-Attacken stocken deutsche Unternehmen ihre IT-Sicherheitsbudgets nicht auf. Im Gegenteil: Sieben von zehn Firmen (68 Prozent) wollen ihre Ausgaben einfrieren oder gar senken – zehn Prozent mehr als noch 2002. Ein gefährlicher Spartrend, denn mangelnde Sicherheit kommt die Unternehmen teuer zu stehen. Insgesamt stiegen die finanziellen Verluste pro Sicherheitsverstoß im vergangenen Jahr an. Das ist ein Ergebnis der Studie „IT-Security 2003“ der Informationweek. Sie wurde für Deutschland von Mummert Consulting mit ausgewertet.



Das Hauptproblem in Deutschland sind Angriffe durch Computerviren und Würmer. Auf Platz zwei bei den Sicherheitsverstößen: So genannte Denial-of-Service-Attacken, die zum Ziel haben, die angegriffenen Systeme lahm zu legen. Die Mehrzahl der Unternehmen ermittelt inzwischen, welche finanziellen Schäden die Sicherheitsverstöße anrichten. Der Anteil der Firmen, die nicht wissen, welche Verluste ein Angriff bringt, hat sich auf 18 Prozent halbiert. Der Großteil der Angriffe geht dabei für die Unternehmen glimpflich ab: 44 Prozent bleiben ohne finanzielle Folgen. Weitere 29 Prozent kos-ten umgerechnet weniger als 9.000 Euro. Daher schätzen Firmen die finanziellen Verluste bei Angriffen auch als weniger gravierend ein. Sie stehen auf der Liste der schlimmsten Auswirkungen nur an fünfter Stelle.



An erster Stelle der Auswirkungen steht der Ausfall von Geschäftsanwendungen. Top zwei ist der Ausfall des Netzwerks. Trotz der zunehmenden Attacken verstärken die Unternehmen ihre Sicherheitsmaßnahmen nicht. Gaben im Jahr 2002 noch 27 Prozent der Unternehmen an, mehr in die IT-Sicherheit investieren zu wollen, sind es jetzt nur 24 Prozent. Gleichzeitig stieg die Zahl der Firmen, die weniger oder gleich viel ausgeben werden, von 58 auf 68 Prozent. Hintergrund: Die Unternehmen treten allgemein auf die Kostenbremse, sparen somit auch bei vorbeugenden Sicherheitsmaßnahmen.

Der Grad der IT-Sicherheit wird von der Höhe der Investitionen bestimmt – und diese schrumpfen. Nur 15 Prozent der Unternehmen gehen davon aus, dass sich Sicherheit auch wirtschaftlich rechnet. Sie rechtfertigen ihre Sicherheitsinvestitionen über den Return on Investment. Die Praxis bei den Budgetberechnungen der meisten Unternehmen sieht jedoch anders aus: Das erste Ziel der Sicherheitsmaßnahmen ist für rund drei Viertel der Befragten Risikobegrenzung. Sie sehen bei Sicherheitsinvestitionen eher die Kosten als den Nutzen. Die Folge: Von Vorsorge kann bei der IT-Sicherheit kaum gesprochen werden. Deutsche Firmen betreiben eher Schadensbegrenzung.

Ein weiteres Problem für die Unternehmen: IT-Sicherheit wird häufig nur als Chefsache gesehen. Der einzelne Mitarbeiter fühlt sich nicht verantwortlich für die Sicherheit seiner Daten. 27 Prozent der Unternehmen beklagen einen Mangel an generellem Problembewusstsein bei ihren Mitarbeitern, wenn es um die IT-Sicherheit geht. Die Folge: Drei Fünftel der befragten Firmen wollen innerhalb der nächsten 12 Monate das Sicherheitsbewusstsein durch Richtlinien und Verfahren bei ihren Mitarbeitern verbessern.

Joerg Forthmann | Mummert Consulting
Weitere Informationen:
http://www.mummert.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Grundlagen der Blockchain-Technologie in der Energiewirtschaft
27.07.2018 | Forschungsstelle für Energiewirtschaft e.V.

nachricht Studie zu Werkstoffprüfung: Schäden in nichtmagnetischem Stahl mit Magnetismus aufspüren
23.07.2018 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die Mischung macht‘s: Jülicher Forscher entwickeln schnellladefähige Festkörperbatterie

Mit Festkörperbatterien sind aktuell große Hoffnungen verbunden. Sie enthalten keine flüssigen Teile, die auslaufen oder in Brand geraten könnten. Aus diesem Grund sind sie unempfindlich gegenüber Hitze und gelten als noch deutlich sicherer, zuverlässiger und langlebiger als herkömmliche Lithium-Ionen-Batterien. Jülicher Wissenschaftler haben nun ein neues Konzept vorgestellt, das zehnmal größere Ströme beim Laden und Entladen erlaubt als in der Fachliteratur bislang beschrieben. Die Verbesserung erzielten sie durch eine „clevere“ Materialwahl. Alle Komponenten wurden aus Phosphatverbindungen gefertigt, die chemisch und mechanisch sehr gut zusammenpassen.

Die geringe Stromstärke gilt als einer der Knackpunkte bei der Entwicklung von Festkörperbatterien. Sie führt dazu, dass die Batterien relativ viel Zeit zum...

Im Focus: It’s All in the Mix: Jülich Researchers are Developing Fast-Charging Solid-State Batteries

There are currently great hopes for solid-state batteries. They contain no liquid parts that could leak or catch fire. For this reason, they do not require cooling and are considered to be much safer, more reliable, and longer lasting than traditional lithium-ion batteries. Jülich scientists have now introduced a new concept that allows currents up to ten times greater during charging and discharging than previously described in the literature. The improvement was achieved by a “clever” choice of materials with a focus on consistently good compatibility. All components were made from phosphate compounds, which are well matched both chemically and mechanically.

The low current is considered one of the biggest hurdles in the development of solid-state batteries. It is the reason why the batteries take a relatively long...

Im Focus: Farbeffekte durch transparente Nanostrukturen aus dem 3D-Drucker

Neues Design-Tool erstellt automatisch 3D-Druckvorlagen für Nanostrukturen zur Erzeugung benutzerdefinierter Farben | Wissenschaftler präsentieren ihre Ergebnisse diese Woche auf der angesehenen SIGGRAPH-Konferenz

Die meisten Objekte im Alltag sind mit Hilfe von Pigmenten gefärbt, doch dies hat einige Nachteile: Die Farben können verblassen, künstliche Pigmente sind oft...

Im Focus: Color effects from transparent 3D-printed nanostructures

New design tool automatically creates nanostructure 3D-print templates for user-given colors
Scientists present work at prestigious SIGGRAPH conference

Most of the objects we see are colored by pigments, but using pigments has disadvantages: such colors can fade, industrial pigments are often toxic, and...

Im Focus: Eisen und Titan in der Atmosphäre eines Exoplaneten entdeckt

Forschende der Universitäten Bern und Genf haben erstmals in der Atmosphäre eines Exoplaneten Eisen und Titan nachgewiesen. Die Existenz dieser Elemente in Gasform wurde von einem Team um den Berner Astronomen Kevin Heng theoretisch vorausgesagt und konnte nun von Genfern Astronominnen und Astronomen bestätigt werden.

Planeten in anderen Sonnensystemen, sogenannte Exoplaneten, können sehr nah um ihren Stern kreisen. Wenn dieser Stern viel heisser ist als unsere Sonne, dann...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Dialog an Deck, Science Slam und Pong-Battle

21.08.2018 | Veranstaltungen

LaserForum 2018 thematisiert die 3D-Fertigung von Komponenten

17.08.2018 | Veranstaltungen

Aktuelles aus der Magnetischen Resonanzspektroskopie

16.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Linsen im Fokus

21.08.2018 | Seminare Workshops

Dialog an Deck, Science Slam und Pong-Battle

21.08.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Woher Muskeln wissen, wie spät es ist

21.08.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics