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Einfluss europäischer Energieversorger auf dem Weltmarkt nimmt weiter

06.05.2003


PwC-Studie untersucht Strom- und Gasmarkt: Wichtigste Aufgaben: Konsolidierung und vertikale Integration. Fusionen und Übernahmen stehen im Fokus. Nachholbedarf bei Handelssystemen. Erneuerbare Energien bleiben Chance und Herausforderung.

Mehr als die Hälfte (55 Prozent) der europäischen Energieversorger bestätigen, dass E.ON und Electricité de France (EDF), gefolgt von RWE, aufgrund ihrer Unternehmensgröße und Marktpräsenz die Branche weltweit anführen. Die Kluft zwischen diesen ersten drei und den anderen international tätigen Unternehmen wird dabei immer größer: Allein innerhalb der letzten zwei Jahre hat sich der Abstand zwischen den Top 3 und den anderen Unternehmen verfünffacht. Die Strom- und Gasversorger suchen mehr denn je nach einem optimalen Maß an vertikaler Integration zwischen Energieerzeugung und Transport- und Verteilungsnetzen auf der einen Seite und Energievertrieb und -handel auf der anderen Seite. So sehen vor allem europäische Energieversorgungsunternehmen die größten Chancen in ihrem Kerngeschäft und nicht - wie noch im Vorjahr - in kombinierten Leistungsangeboten (Multi-Utility).

Zu diesen Ergebnissen kommt die aktuelle Studie Movers and Shapers 2003 - Utilities Europe von PwC. In der fünften Auflage der Studie hat PwC 107 Führungskräfte europäischer Versorgungsunternehmen aus 19 Ländern nach ihrer Einschätzung des Marktes befragt und vergleicht diese mit den Ergebnissen der Befragung von 105 Führungskräften aus 60 US-amerikanischen Unternehmen.

Wettbewerber in den USA sehen keine Bedrohung für Heimatmärkte

"Stärke und Einfluss der europäischen Strom- und Gasversorger bestätigen auch die US-amerikanischen Wettbewerber: Fünf der sieben von amerikanischen Entscheidern genannten globalen Marktführer sind europäischen Ursprungs. Dennoch sehen die Energieversorger in den USA durch die europäischen Unternehmen eine geringere Wettbewerbsbedrohung für ihre Heimatmärkte, da sie davon ausgehen, dass die derzeitigen Unsicherheiten im US-Markt und die aktuellen regulatorischen Bedingungen einen Markteintritt der europäischen Global Player verzögern wird", erläutert Manfred Wiegand, Partner und Leiter des Bereiches Utilities bei PricewaterhouseCoopers weltweit.

Marktregulierung und Preisschwankungen bestimmen Zukunft

Nach Einschätzung der Befragten werden die Unsicherheit über mögliche Regulierungsbestrebungen und die Volatilität der Großhandelspreise den europäischen Energiemarkt in den kommenden fünf Jahren am stärksten beeinflussen.

Fokus der Energieversorger richtet sich auf Fusionen und Übernahmen

Konvergenz und vertikale Integration waren für über 50 Prozent der Fusionen und Übernahmen im Jahr 2002 ausschlaggebend. Insbesondere die vertikale Integration wird als Absicherung gegen Markt- und Kreditrisiken wahrgenommen. Das Streben nach Marktgröße und die damit einhergehenden zukünftigen Fusionen und Übernahmen sind das Hauptanliegen der Energieversorger. Dabei stehen der Ausbau von Wettbewerbsvorteilen, eine breitere Kundenbasis und die geographische Expansion außerhalb der Heimatmärkte bei den europäischen Unternehmen ganz oben auf der Agenda. Die europäischen Versorger konzentrieren sich bei der geographischen Ausdehnung auf den eigenen Kontinent: 62 Prozent beabsichtigen in Westeuropa und 51 Prozent in Mittel- und Osteuropa zu expandieren. Lediglich 18 Prozent haben Nordamerika im Visier, im Vorjahr war es immerhin die Hälfte aller Befragten.

Das Expansionsbestreben der US-amerikanischen Unternehmen hat sich ebenfalls umgekehrt, zurzeit sind diese wesentlich stärker auf die Heimatmärkte fokussiert. Nur acht Prozent der dort befragten Führungskräfte planen eine Expansion in Westeuropa.

Bei Handelssystemen besteht Nachholbedarf

Trotz der Turbulenzen in der Post-Enron-Phase entwickelt sich der Energiehandel weiter. Allerdings ist die Stimmung beiderseits des Atlantiks sehr unterschiedlich. In Europa nehmen die Handelsbestrebungen - insbesondere im Bereich der Hedging- Strategien - weiter zu. 87 Prozent der europäischen Führungskräfte sehen den Energiehandel als wesentliches Instrument bei der Risikoabsicherung der eigenen Erzeuger- und Vertriebspreise - im Vorjahr waren es zwei Drittel.

Diesen Optimismus teilen die US-Kollegen nicht: 26 Prozent der US- amerikanischen Unternehmen geben an, auf Handelsaktivitäten zu verzichten oder diese zumindest stark einzuschränken. "Allerdings herrscht kontinentübergreifende Einigkeit dabei, den Energiehandel nicht mehr als alleiniges Patentrezept zu sehen", resümiert Manfred Wiegand. Deutlichen Nachholbedarf sieht PwC der Studie zufolge bei der Entwicklung geeigneter Handelssysteme und des Risikoreportings für den Energiehandel. Um den Anforderungen von Management und Aufsichtsgremien zu genügen, sollten die Unternehmen ihre Energiehandelsaktivitäten standardmäßig einer unabhängigen Risikobeurteilung unterziehen.

Erneuerbare Energien bleiben Chance und Herausforderung

Der Umweltschutz bleibt eine der größten Herausforderungen der Branche. Aus Sicht der Energieversorger trägt der durch behördliche Regulierungen entstehende Druck stärker zu Veränderungen bei als der Wettbewerbsdruck oder der Druck sozialer Verantwortung. Die Einhaltung der Gesetze ist auch ein wesentlicher Grund für die Entwicklung erneuerbarer Energien.

Der Klimawandel ist das Kernstück der Umweltstrategien. 58 Prozent der europäischen Unternehmen haben bereits eine Strategie entwickelt, wobei jedoch nur jedes vierte Unternehmen diese auch operational implementiert hat. Jenseits des Atlantiks bietet sich ein anderes Bild: 52 Prozent der Befragten geben an, noch keine Umweltstrategie entwickelt zu haben.

Die aktuellen Studien Movers and Shapers 2003 - Utilities Europe und Movers and Shapers 2003 - Utilities US können Sie kostenfrei im pdf-Format herunterladen.

Manfred Wiegand | PricewaterhouseCoopers
Weitere Informationen:
http://www.pwc.com/moversandshapers

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