Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Datensicherheit: Identity Management heißt der neueste Trend

25.03.2003


Identity Management ist das aktuelle Modewort in der Sicherheits-branche. Zahlreiche Anbieter fahren derzeit aggressive Marketing- und Brandingstrategien, um sich selbst als so genannte Identity Management Provider’ zu positionieren.



Jose Lopez, Sicherheitsspezialist bei Frost & Sullivan, beschreibt Identity Management als einen Prozess, der die Authentifizierung, die Zugriffsrechte und die eingeräumten Vorrechte eines digitalen Nutzers verwaltet. Dieser Prozess erfordert drei wesentliche Schritte, nämlich die Nutzererkennung, die Autorisierung und das Beschaffungsmanagement der Nutzerdaten. Frost & Sullivan schätzt in einer neuen Analyse den Europamarkt für Identity Management-Lösungen auf rund 250 Millionen Euro im Jahr 2002. Laut Prognose soll das Volumen im Jahr 2006 bereits mehr als 827 Millionen Euro betragen, was einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 27 Pro-zent entspricht. Diese Umsätze enthalten die Erlöse aus dem Verkauf von digitalen Zertifikaten, von Kontrolllösungen für den Webzugang und von Beschaffungsmanagement-Software, aber keine Einnahmen aus dem Adressverzeichnisgeschäft.



Bedrohung von innen: Mitarbeiter als Hacker

Die prognostizierte Zunahme der Sicherheitsausgaben hat konkrete Gründe: die Furcht vor Sicherheitslöchern und den damit verbundenen finanziellen wie operationalen Schadensfolgen. Unternehmen versuchen sich mit Hilfe von Datensicherheitsrichtlinien zu schützen und sind zu erheblichen Investitionen in das Identity Management bereit. Es gilt mittlerweile als Tatsache, dass viele Sicherheitsattacken von innerhalb einer Organisation ausgeführt werden - und zwar durch unzufriedene Mitarbeiter. Gegen die Gefahr eines internen, böswilligen Hackers sollen Zugangskontrollen einen zentralen Sicherheitsriegel bilden, um die unternehmensweiten Informationssysteme zu schützen. Diese interne Angreifbarkeit wird den Firmen immer bewusster und deshalb konzentrieren sie sich zunehmend auf eine Schutzstrategie, die Parameter für Zugangskontrollen festlegt und so das Nutzerverhalten eingrenzt. Genau hier setzen die Identity Management Lösungen an und erfreuen sich steigender Beliebtheit.

Komplexe, differenzierte Überwachungsmodelle für Nutzerrechte sind Kernstücke des Identity Management

Es ist für die Mitarbeiter der IT Abteilungen sehr arbeitsaufwendig, die notwendigen Nutzergruppen mit differenzierten Zugriffsrechten zu installieren und zu administrieren. Es ist zudem von entscheidender Wich-tigkeit, die Zugangsrechte der Nutzer zu überprüfen und die Datenressourcen zu überwachen, auf welche die Nutzer nach ihrer Web-Authentifizierung Zugriff haben. Abhängig vom seinem Profil (z.B. Mitarbeiter, Vertriebshändler, Geschäftspartner oder Kunde) wollen die Unternehmen gewährleisten, dass der Nutzer auf Anwendungen und Ressourcen zugreifen kann, die in seinem Profil angelegt sind. Identity Ma-nagement-Lösungen unterstützen die Unternehmenssicherheit, indem sie es ermöglichen, den differenzierten Nutzergruppen Rechte zuzuweisen und diese Gruppen zu verwalten. "Die Technologien, um auf verschiedene Datenquellen zugreifen zu können, entwickeln sich parallel zur Verbreitung von Datenbanken und Nutzerkonten. Die Weitergabe von Informationen, die nicht länger zentral verwaltet werden, wird zu einem diskussionswürdigen Thema. Es hat zudem die wirtschaftliche Potenz, das Wachstum auf dem Markt für Identity Management im Prognosezeitraum voranzutreiben.", merkt Lopez an. Viele Unternehmen sind derzeit bestrebt, eine Strategie für ihre Web Services einzurichten. Web Services werden aber nur Anklang finden, wenn sie einen vertrauenswürdige Sicherheitsstruktur haben, die von den Identity Management-Lösungen adressiert werden kann. Deshalb erfüllt das Identity Management eine grundsätzliche Anforderung, um den Zugang zu Web Services abzusichern. Unternehmen wie IBM, Microsoft, HP, Oracle und Sun Microsystems betreiben Web Services und verschiedentlich setzen sie schon Identity Management-Lösungen ein, um ihre Web Service-Angebote zu unterstützen. Ab 2004 wird dieses Feature zum positiven Marktfaktor, wenn Web Services weitläufig akzeptiert und installiert sein werden.

Neue Business-Netzwerke bringen Rationalisierungsquoten, organisatorische Herausforderungen – und Sicherheitsfragen

Die kompaktere Organisation von Lieferketten ist eine essentielle Stra-tegie, um Geschäftsprozesse zu rationalisieren. Wenn eine Firma ihrem Geschäftspartner einen begrenzten Zugang zu den unternehmenseige-nen Datenbanken einräumt, schmälert dies die Transaktionskosten ent-scheidend. Diese neuen geschäftlichen Beziehungsformen machen aber auch die Netzwerke der Unternehmen anfällig, indem sie sich für mögliche Sicherheitsattacken seitens dieser angeschlossenen Geschäftspart-ner öffnen. Die Firmen müssen vertrauensbildende Maßnahmen ergrei-fen und Schritte unternehmen, um Netzwerkbereiche zu sichern, auf die Dritte Zugriff haben. So halten sie das Sicherheitsrisiko niedrig. Die Analyse von Frost & Sullivan geht davon aus, dass der Zugang via Extranet und der Zugriff Dritter auf Unternehmensnetzwerke weiter zunehmen wird, was zur Marktexpansion für Identity Management-Lösungen führt. "Wenn Unternehmen größer werden, wächst auch automatisch die Kom-plexität ihrer Netzwerke, um den zusätzlichen Datenverkehr zu bewältigen. Dieses Wachstum zeigt sich oftmals in eigenständigen Netzwerken, die sich auf spezifische, zentrale Kernfunktionen des Unternehmens konzentrieren. Das macht die organisatorische Bewältigung immer schwieri-ger. Identity Management-Lösungen ergänzen nicht nur die Netzwerksicherheit, sondern unterstützen auch die Nutzeradministration.", bemerkt Lopez abschließend.

Stefan Gerhardt | Frost & Sullivan
Weitere Informationen:
http://www.presse.frost.com

Weitere Berichte zu: Datensicherheit Identity Management-Lösung Prozess

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Grundlagen der Blockchain-Technologie in der Energiewirtschaft
27.07.2018 | Forschungsstelle für Energiewirtschaft e.V.

nachricht Studie zu Werkstoffprüfung: Schäden in nichtmagnetischem Stahl mit Magnetismus aufspüren
23.07.2018 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue interaktive Software: Maschinelles Lernen macht Autodesigns aerodynamischer

Neue Software verwendet erstmals maschinelles Lernen um Strömungsfelder um interaktiv designbare 3D-Objekte zu berechnen. Methode wird auf der renommierten SIGGRAPH-Konferenz vorgestellt

Wollen Ingenieure oder Designer die aerodynamischen Eigenschaften eines neu gestalteten Autos, eines Flugzeugs oder anderer Objekte testen, lassen sie den...

Im Focus: New interactive machine learning tool makes car designs more aerodynamic

Scientists develop first tool to use machine learning methods to compute flow around interactively designable 3D objects. Tool will be presented at this year’s prestigious SIGGRAPH conference.

When engineers or designers want to test the aerodynamic properties of the newly designed shape of a car, airplane, or other object, they would normally model...

Im Focus: Der Roboter als „Tankwart“: TU Graz entwickelt robotergesteuertes Schnellladesystem für E-Fahrzeuge

Eine Weltneuheit präsentieren Forschende der TU Graz gemeinsam mit Industriepartnern: Den Prototypen eines robotergesteuerten CCS-Schnellladesystems für Elektrofahrzeuge, das erstmals auch das serielle Laden von Fahrzeugen in unterschiedlichen Parkpositionen ermöglicht.

Für elektrisch angetriebene Fahrzeuge werden weltweit hohe Wachstumsraten prognostiziert: 2025, so die Prognosen, wird es jährlich bereits 25 Millionen...

Im Focus: Robots as 'pump attendants': TU Graz develops robot-controlled rapid charging system for e-vehicles

Researchers from TU Graz and their industry partners have unveiled a world first: the prototype of a robot-controlled, high-speed combined charging system (CCS) for electric vehicles that enables series charging of cars in various parking positions.

Global demand for electric vehicles is forecast to rise sharply: by 2025, the number of new vehicle registrations is expected to reach 25 million per year....

Im Focus: Der „TRiC” bei der Aktinfaltung

Damit Proteine ihre Aufgaben in Zellen wahrnehmen können, müssen sie richtig gefaltet sein. Molekulare Assistenten, sogenannte Chaperone, unterstützen Proteine dabei, sich in ihre funktionsfähige, dreidimensionale Struktur zu falten. Während die meisten Proteine sich bis zu einem bestimmten Grad ohne Hilfe falten können, haben Forscher am Max-Planck-Institut für Biochemie nun gezeigt, dass Aktin komplett von den Chaperonen abhängig ist. Aktin ist das am häufigsten vorkommende Protein in höher entwickelten Zellen. Das Chaperon TRiC wendet einen bislang noch nicht beschriebenen Mechanismus für die Proteinfaltung an. Die Studie wurde im Fachfachjournal Cell publiziert.

Bei Aktin handelt es sich um das am häufigsten vorkommende Protein in höher entwickelten Zellen, das bei Prozessen wie Zellstabilisation, Zellteilung und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Das Architekturmodell in Zeiten der Digitalen Transformation

14.08.2018 | Veranstaltungen

EEA-ESEM Konferenz findet an der Uni Köln statt

13.08.2018 | Veranstaltungen

Digitalisierung in der chemischen Industrie

09.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Kleine Helfer bei der Zellreinigung

14.08.2018 | Biowissenschaften Chemie

Neue Oberflächeneigenschaften für holzbasierte Werkstoffe

14.08.2018 | Materialwissenschaften

Fraunhofer IPT unterstützt Zweitplatzierten bei SpaceX-Wettbewerb

14.08.2018 | Förderungen Preise

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics