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Wie beeinflusst die Schule die psychische Gesundheit von Schülern?

01.07.2008
Mit dieser Frage beschäftigt sich eine Studie der Forschungsgruppe Schulevaluation an der TU Dresden, die in dieser Woche unter dem Titel "Schule und psychische Gesundheit" im VS Verlag Wiesbaden erscheint.

Die Untersuchung des Psychologen Ludwig Bilz kommt zu dem Ergebnis, dass besonders jene Schüler gefährdet für Ängste, depressive Symptome und psychosomatische Beschwerden sind, die Opfer von Mitschüler-Mobbing geworden sind. Aber nicht nur das Klima zwischen den Schülern ist von Bedeutung, auch vom Lernklima gehen Einflüsse aus.

So erhöht sich das Risiko für psychische Beeinträchtigungen dann, wenn sich Schüler durch die Lernbedingungen überfordert fühlen. Der Autor zeigt, dass diese Risikofaktoren auch über einen Zeitraum von vier Jahren hinweg ihre Spuren hinterlassen.

Aus diesen Befunden können Schlussfolgerungen für die Gestaltung von Schule und Unterricht gezogen werden, die im Rahmen der Studie breit diskutiert werden. Auch für die Optimierung der in diesem Bereich noch in den Anfängen befindlichen Prävention kann sie wichtige Impulse liefern.

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Die Untersuchung ergibt weiterhin, dass auf der Prozessebene das Selbstkonzept der Jugendlichen eine wichtige Rolle spielt. Hier führen negative schulische Erfahrungen unter Umständen dazu, dass Schüler sich selbst und ihre schulischen sowie sozialen Kompetenzen in einem immer schlechteren Licht sehen. Eine derart verzerrte Selbstsicht bildet offenbar die Grundlage für die vor allem bei Mädchen verbreiteten emotionalen Auffälligkeiten.

Obwohl die Schule eine zentrale Entwicklungsumwelt für Jugendliche ist, liegen nur wenige wissenschaftliche Erkenntnisse zu ihren Einflüssen auf die psychische Gesundheit vor. Hier setzt die Untersuchung an. Sie geht der Frage nach, welche schulischen Risikofaktoren es für emotionale Auffälligkeiten gibt und über welche Prozesse sie die Entwicklung der Jugendlichen beeinflussen.

Die Grundlage der Analysen bildet eine Befragung von über 4000 Mädchen und Jungen im Alter von 11 bis 16 Jahren.

In dieser Altersphase treten emotionale Auffälligkeiten häufig zum ersten Mal auf und erhöhen das Risiko für psychische Erkrankungen bis ins Erwachsenenalter. Die Studie steht im Kontext der internationalen HBSC-Studie (Health Behaviour in Schoo-aged Children) zur Gesundheit und zum Gesundheitsverhalten von Schülern. Die HBSC-Studie wird im Auftrag der WHO parallel in über 40 Ländern durchgeführt.

Bilz, L. (2008). Schule und psychische Gesundheit. Risikobedingungen für emotionale Auffälligkeiten von Schülerinnen und Schülern. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften. ISBN: 978-3-531-15986-7.

Kim-Astrid Magister | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-dresden.de/

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