Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue umfangreiche Studie über die wirtschaftlichen Auswirkungen der Schädigung von Ökosystemen

30.05.2008
Gestern wurden in Bonn auf der 9. UN-Naturschutzkonferenz die ersten Ergebnisse einer neuen umfangreichen Studie über die wirtschaftlichen Auswirkungen der Schädigung von Ökosystemen vorgestellt.

Die Studie Die Ökonomie von Ökosystemen und der Biodiversität (The Economics of Ecosystems and Biodiversity – TEEB) wurde von dem Ökonomen Pavan Sukhdev von der Deutschen Bank präsentiert.

Die Studie war von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel und EU-Umweltkommissar Stavros Dimas 2007 nach einer Konferenz in Potsdam in Auftrag gegeben worden. Die vorläufigen Ergebnisse sind Teil eines größeren Projekts, dessen Abschlussbericht 2009 vorliegen soll.

Auf der Pressekonferenz erklärte Umweltminister Gabriel: „Obwohl unser Wohlergehen völlig abhängig von diesen Dienstleistungen ist, die die Natur für uns bereitstellt, sind es in überwiegender Mehrheit Güter, für die es keine Märkte und daher auch keine Preise gibt. Dabei sollten wir wissen, dass wir mit der Vernichtung der biologischen Vielfalt die Datenbank der Natur unwiederbringlich Stück für Stück löschen. Es ist Zeit, dass wir die ökonomischen Konsequenzen unseres Handelns begreifen.“

... mehr zu:
»Artenvielfalt »TEEB »Ökosystem

EU-Kommissar Dimas sagte: „Der Verlust der Artenvielfalt bedeutet eine genauso große Bedrohung wie der Klimawandel und muss umfassend angegangen werden. Ich bin dankbar, dass uns jetzt die ersten Ergebnisse der Studie vorliegen, die uns dabei helfen werden, angemessene Strategien zu entwickeln. Der Zwischenbericht zeigt, dass die Armen ungleich stärker vom Verlust der Artenvielfalt betroffen sind. Er unterstreicht auch unsere Unfähigkeit, diese Welt, die wir zukünftigen Generationen hinterlassen werden, zu schätzen und weist auf die weltweite Kluft zwischen Arm und Reich hin.“

Die Ursprünge dieser Studie lassen sich zu dem Treffen der G8 +5 Umweltminister im März 2007 in Potsdam im Rahmen der deutschen EU Präsidentschaft zurückverfolgen, wo sich die Minister mit dem wirtschaftlichen Wert der Artenvielfalt und von ökosystemaren Dienstleistungen sowie den langfristigen Folgen des fortschreitenden Verlusts der Biodiversiät beschäftigten.

Als Antwort auf die Gespräche in Potsdam rief Umweltminister Gabriel gemeinsam mit EU-Kommissar Stavros Dimas die Initiative Die Ökonomie von Ökosystemen und der Biodiversität (TEEB) ins Leben. Für die Leitung der Studie konnte Pavan Sukhdev, ein hochrangiger Mitarbeiter der Deutschen Bank, gewonnen werden.

Sowohl Umweltminister Gabriel als auch EU-Kommissar Dimas erklärten, dass sie, nachdem sie den Zwischenbericht gelesen hatten, mehr den je von der Notwendigkeit überzeugt seien, dass Regierungs- und Firmenpolitik den wahren wirtschaftlichen Wert der Artenvielfalt widerspiegeln müsse. Beide beglückwünschten außerdem Pavan Sukhdev zu seinen bisherigen Anstrengungen.

Gabriel und Dimas bekräftigten ihre Unterstützung für die zweite Phase der Studie. Beide sind der Meinung, dass dies einen erheblichen Beitrag zum Erreichen der Ziele der CBD leisten wird. Sie betonten den globalen Charakter der Arbeit und verliehen ihrem Wunsch Ausdruck, dass die zweite Phase eng mit der neuen „Intergovernmental Science Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services“ verbunden sein sollte.

Ökosystemare Dienstleistungen von Holz über Nahrung, Wasserreinigungsfunktion bis hin zur Klimaregulierung werden uns von der Natur kostenlos bereitgestellt. Diese Dienstleistungen werden derzeit noch von den konventionellen Wirtschaftssystemen ignoriert, ihr weltweiter Rückgang wird jedoch weithin anerkannt. Die TEEB Studie ist ein Versuch einen Rahmen zu finden der sicherstellen soll, dass ihr Wert berücksichtigt wird und der ihren Verlust eindämmen soll.

Die Europäische Kommission hat sich dazu verpflichtet, den Verlust der Artenvielfalt in Europa bis 2010 aufzuhalten.

Michael Schroeren | BMU-Pressereferat
Weitere Informationen:
http://www.bmu.de/presse

Weitere Berichte zu: Artenvielfalt TEEB Ökosystem

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Tiefe Hirnstimulation lindert schwerste Depression zuverlässig
15.03.2019 | Universitätsklinikum Freiburg

nachricht Meta-Analyse der Ertragsstabilität: biologische und konventionelle Landwirtschaft im Vergleich
13.03.2019 | Technische Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die Zähmung der Lichtschraube

Wissenschaftler vom DESY und MPSD erzeugen in Festkörpern hohe-Harmonische Lichtpulse mit geregeltem Polarisationszustand, indem sie sich die Kristallsymmetrie und attosekundenschnelle Elektronendynamik zunutze machen. Die neu etablierte Technik könnte faszinierende Anwendungen in der ultraschnellen Petahertz-Elektronik und in spektroskopischen Untersuchungen neuartiger Quantenmaterialien finden.

Der nichtlineare Prozess der Erzeugung hoher Harmonischer (HHG) in Gasen ist einer der Grundsteine der Attosekundenwissenschaft (eine Attosekunde ist ein...

Im Focus: The taming of the light screw

DESY and MPSD scientists create high-order harmonics from solids with controlled polarization states, taking advantage of both crystal symmetry and attosecond electronic dynamics. The newly demonstrated technique might find intriguing applications in petahertz electronics and for spectroscopic studies of novel quantum materials.

The nonlinear process of high-order harmonic generation (HHG) in gases is one of the cornerstones of attosecond science (an attosecond is a billionth of a...

Im Focus: Magnetische Mikroboote

Nano- und Mikrotechnologie sind nicht nur für medizinische Anwendungen wie in der Wirkstofffreisetzung vielversprechende Kandidaten, sondern auch für die Entwicklung kleiner Roboter oder flexibler integrierter Sensoren. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung (MPI-P) haben mit einer neu entwickelten Methode magnetische Mikropartikel hergestellt, die den Weg für den Bau von Mikromotoren oder die Zielführung von Medikamenten im menschlichen Körper, wie z.B. zu einem Tumor, ebnen könnten. Die Herstellung solcher Strukturen sowie deren Bewegung kann einfach durch Magnetfelder gesteuert werden und findet daher Anwendung in einer Vielzahl von Bereichen.

Die magnetischen Eigenschaften eines Materials bestimmen, wie dieses Material auf das Vorhandensein eines Magnetfeldes reagiert. Eisenoxid ist der...

Im Focus: Magnetic micro-boats

Nano- and microtechnology are promising candidates not only for medical applications such as drug delivery but also for the creation of little robots or flexible integrated sensors. Scientists from the Max Planck Institute for Polymer Research (MPI-P) have created magnetic microparticles, with a newly developed method, that could pave the way for building micro-motors or guiding drugs in the human body to a target, like a tumor. The preparation of such structures as well as their remote-control can be regulated using magnetic fields and therefore can find application in an array of domains.

The magnetic properties of a material control how this material responds to the presence of a magnetic field. Iron oxide is the main component of rust but also...

Im Focus: Goldkugel im goldenen Käfig

„Goldenes Fulleren“: Liganden-geschützter Nanocluster aus 32 Goldatomen

Forschern ist es gelungen, eine winzige Struktur aus 32 Goldatomen zu synthetisieren. Dieser Nanocluster hat einen Kern aus 12 Goldatomen, der von einer Schale...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Größte nationale Tagung 2019 für Nuklearmedizin in Bremen

21.03.2019 | Veranstaltungen

6. Magdeburger Brand- und Explosionsschutztage vom 25. bis 26.3. 2019

21.03.2019 | Veranstaltungen

Teilchenphysik trifft Didaktik und künstliche Intelligenz in Aachen

20.03.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Die Zähmung der Lichtschraube

22.03.2019 | Physik Astronomie

Saarbrücker Forscher erleichtern durch Open Source-Software den Durchblick bei Massen-Sensordaten

22.03.2019 | HANNOVER MESSE

Ketten aus Stickstoff direkt erzeugt

22.03.2019 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics