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Typ 2-Diabetes kann gebremst werden

02.07.2002


Weltweit zum ersten Mal konnte jetzt in der STOP-NIDDM-Studie (Study TO Prevent Non Insulin-Dependent Diabetes Mellitus) gezeigt werden, dass die Entwicklung eines Typ 2-Diabetes durch Acarbose deutlich hinausgezögert werden kann. Dies gilt als Durchbruch für den Wirkstoff Acarbose in der Diabetespräventivforschung.

Die soeben in der angesehenen Fachzeitschrift "The Lancet" veröffentlichten Ergebnisse der internationalen Studie lassen die Fachwelt aufhorchen: "STOP-NIDDM liefert den ersten Beweis, dass eine Verringerung der Blutzuckerspitzen nach den Mahlzeiten durch Acarbose die Entwicklung des Typ 2-Diabetes verhindern oder verzögern kann. Somit ist Acarbose ein Lösungsansatz in der Eindämmung des weltweiten Problems des epidemisch zunehmenden Typ 2-Diabetes", erklärt Studienleiter Prof. Dr. Jean-Louis Chiasson, Montréal, Kanada. Zu Studienbeginn hatten alle Probanden bereits ein Vorstadium des Diabetes (gestörte Glukosetoleranz = IGT). Die eine Hälfte der 1.429 Studienteilnehmer erhielt über die gesamte Studiendauer von 3,3 Jahren Tabletten mit dem Wirkstoff Acarbose, die andere Hälfte ein gleich aussehendes Scheinmedikament (Placebo). Das Design der Studie war doppelblind: Weder die Prüfärzte noch die Patienten wussten, wer das tatsächliche Medikament und wer nur ein Scheinmedikament erhielt. Der Wirkmechanismus von Acarbose besteht in einer Hemmung des Enzyms Alpha-Glukosidase im oberen Dünndarmabschnitt, was die Verdauung der komplexen Kohlenhydrate verlangsamt. Damit werden hohe Blutzuckerspitzen nach dem Essen vermieden. Nach Aufdeckung der Studienverblindung stellte sich heraus, dass die Patienten, die das tatsächliche Medikament erhielten, weitaus seltener einen manifesten Diabetes entwickelt hatten als die Patienten unter der Scheinmedikation. So wurde die Diabeteshäufigkeit um bis zu 36,4 % reduziert. Außerdem normalisierte sich der gestörte Zuckerstoffwechsel (IGT) bei behandelten Personen signifikant häufiger als bei unbehandelten.

Der Leiter der deutschen Studiengruppe, Prof. Dr. med. Markolf Hanefeld, Dresden, hebt die Bedeutung der effektiven Kontrolle des Blutzuckerspiegels nach den Mahlzeiten für Herz-Kreislauf-Erkrankungen hervor. So hätten verschiedene Untersuchungen einen klaren Zusammenhang zwischen Blutzuckerspitzen nach dem Essen und einer krankhaften Verdickung von Blutgefäßwänden gezeigt. Diese Gefäßwandverdickung sei ein deutliches Zeichen für das Fortschreiten einer Atherosklerose und einer Zunahme des Risikos für kardiovaskuläre Komplikationen wie z. B. Herzinfarkt.

Redaktionsbüro Martin Wiehl | ots

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