Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Studie der WHU, F&C und der HypoVereinsbank

30.04.2008
Wie verantwortungsbewusst und nachhaltig agieren deutsche Familienunternehmen? Diese Frage wurde in einer von der WHU - Otto Beisheim School of Management zusammen mit der britischen Fondsgesellschaft F&C und der HypoVereinsbank geführten Untersuchung gestellt. Hauptanliegen des Forschungspapiers war es herauszufinden, wie das Verständnis von CSR in deutschen Familienunternehmen ist und welche CSR-Maßnahmen derzeit in den Unternehmen umgesetzt werden.

Aus der Studie geht hervor, dass das soziale Verhalten der Unternehmen zwar sehr wohl Ansätze von Corporate Social Responsibility (CSR) beinhaltet, die befragten Familienunternehmen jedoch nicht immer eine klare Vorstellung darüber haben, was gesellschaftliches und soziales Engagement bedeutet.

Erfreulich ist, dass die bisherigen Aktivitäten des sozialen Engagements dieser Familienunternehmen, welche gängige gesetzliche Anforderungen und Standards erfüllen, ein positives Signal geben. Jedoch tritt eine Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis auf, unter anderem aus zwei Gründen. Zum ersten werden die bereits bestehenden Konzepte und Modelle aus Theorie und Praxis nur in Teilbe-reichen umgesetzt bzw. gar nicht erst wahrgenommen.

Zum zweiten wurde aus der Theorie oft wegen mangelnder einheitlich akzeptierter Definition des Begriffs CSR in der Wissenschaft und einschlägigen Literatur kein durchgängiger Rahmen für CSR entwickelt. Dies ist ein Problem, das Familienunter-nehmen in besonderem Maße betrifft. Wie in der Studie klar gezeigt wird, bringen Familienunterneh-men aufgrund der hohen sozialen Kompetenz ihrer Eigentümer optimale Anlagen mit sich, um das Thema CSR nahtlos in ihre Strategie einbinden zu können.

... mehr zu:
»CSR »F&C »Familienunternehmen

Das Handeln zum Wohle der Allgemeinheit ist in Familienunternehmen tief verwurzelt und von der persönlichen Einstellung des Unternehmers geprägt. Dies wird beispielsweise durch die CSR-Initiative eines führenden Konsumgüterherstellers veranschaulicht. Dahinter steckt ein Corporate Citizen Prog-ramm, das von der regionalen Standortförderung über die Unterstützung von gemeinnützigen Projekten durch Geld- und Sachwerte bis hin zu internationalen Hilfsmaßnahmen reicht.

Dabei bietet CSR nicht nur der Gesellschaft im Allgemeinen Vorteile, sondern Unternehmen, die dieses Thema konse-quent und erfolgreich umsetzen, profitieren. Den Unternehmen kann eine gute CS-Umsetzung dabei durchaus auch als positives Merkmal einer Differenzierungsstrategie gegenüber den Mitbewerbern dienen, wie das Beispiel eines großen Logistikunternehmens in Familienbesitz eindrucksvoll veran-schaulicht.

Es ist unverkennbar, dass die Bedeutung von CSR in Zukunft weiter steigen wird. Die verschiedenen Stakeholder (Kunden, Lieferanten, Mitarbeiter, Staat, allg. Öffentlichkeit) werden die Entwicklung in diesem Bereich weiterhin stark beeinflussen und die Unternehmen und ihre Eigentümer vermehrt an ihrem Engagement messen. Damit Unternehmen jedoch dem Thema CSR größere Aufmerksamkeit widmet, bedarf es jedoch zusätzlich der Schaffung einheitlicher, nationaler und internationaler Stan-dards und Regelwerke seitens der Politik.

Trotz fühlbarem Engagement der Familienunternehmen decken sich die vorhandenen Maßnahmen noch nicht mit den sozialen und wirtschaftlichen Potentialen, die die gezielte Anwendung von CSR in vielen Fällen eröffnen könnte. Dieser Schritt in die richtige Richtung wird von Manfred Müller, Head of Retail Deutschland bei F&C, begrüßt: "Als eine der weltweit führenden Adressen im Bereich Nachhal-tigkeit mit einem erfolgreichen Track Record von mehr als 20 Jahren, mehr als 4,7 Mrd. Euro in SRI Fonds und rund 88.2 Mrd. Euro (Stand: 31.12.07) in unserem Responsible Engagement Programm freut es uns sehr, festzustellen, dass Familienunternehmen sich mit CSR Themen mehr und mehr auseinandersetzen und sie auch in die Praxis umsetzen."

Dass die deutschen Unternehmerfamilien ihre unternehmerische Verantwortung traditionell in ganz besonderem Maße wahrnehmen, unterstreicht Andreas Bornmüller, Leiter des Family Office der Hy-poVereinsbank: "Ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit besteht in der langfristig orientierten Steue-rung der komplexen Vermögen unserer Kunden. Hierzu zählt auch die Betreuung von gemeinnützigen Stiftungen, mittels derer Unternehmerfamilien ihr umfassendes philanthropisches Engagement koordinieren."

Die Frage zum Stand der CSR in deutschen Familienunternehmen kommentiert Jan Eiben, Ge-schäftsführer des Zentrums für Familienunternehmen der WHU: "die deutschen Familienunternehmer sind sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst und agieren entsprechend. Eine gezielte Beschäftigung mit dem Thema CSR ist jedoch lohnenswert. In der Regel besteht noch Potential, das durch die Einstellung der Unternehmerpersönlichkeit geförderte Engagement im Hinblick auf eine konsistente und umfassende Umsetzung im Unternehmen noch weiter zu verbessern."

Prof. Dr. Martin Fassnacht | idw
Weitere Informationen:
http://www.whu.edu

Weitere Berichte zu: CSR F&C Familienunternehmen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Neue internationale Studie: Immuntherapie für Kinder mit akuter Leukämie
13.07.2018 | Universitätsklinikum Schleswig-Holstein

nachricht Sicherer Auto fahren ohne Grauen Star: Geringeres Unfallrisiko nach Linsenoperation
12.07.2018 | Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Im Focus: First evidence on the source of extragalactic particles

For the first time ever, scientists have determined the cosmic origin of highest-energy neutrinos. A research group led by IceCube scientist Elisa Resconi, spokesperson of the Collaborative Research Center SFB1258 at the Technical University of Munich (TUM), provides an important piece of evidence that the particles detected by the IceCube neutrino telescope at the South Pole originate from a galaxy four billion light-years away from Earth.

To rule out other origins with certainty, the team led by neutrino physicist Elisa Resconi from the Technical University of Munich and multi-wavelength...

Im Focus: Magnetische Wirbel: Erstmals zwei magnetische Skyrmionenphasen in einem Material entdeckt

Erstmals entdeckte ein Forscherteam in einem Material zwei unabhängige Phasen mit magnetischen Wirbeln, sogenannten Skyrmionen. Die Physiker der Technischen Universitäten München und Dresden sowie von der Universität zu Köln können damit die Eigenschaften dieser für Grundlagenforschung und Anwendungen gleichermaßen interessanten Magnetstrukturen noch eingehender erforschen.

Strudel kennt jeder aus der Badewanne: Wenn das Wasser abgelassen wird, bilden sie sich kreisförmig um den Abfluss. Solche Wirbel sind im Allgemeinen sehr...

Im Focus: Neue Steuerung der Zellteilung entdeckt

Wenn eine Zelle sich teilt, werden sämtliche ihrer Bestandteile gleichmässig auf die Tochterzellen verteilt. UZH-Forschende haben nun ein Enzym identifiziert, das sicherstellt, dass auch Zellbestandteile ohne Membran korrekt aufgeteilt werden. Ihre Entdeckung eröffnet neue Möglichkeiten für die Behandlung von Krebs, neurodegenerative Krankheiten, Alterungsprozessen und Virusinfektionen.

Man kennt es aus der Küche: Werden Aceto balsamico und Olivenöl miteinander vermischt, trennen sich die beiden Flüssigkeiten. Runde Essigtropfen formen sich,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

Conference on Laser Polishing – LaP: Feintuning für Oberflächen

12.07.2018 | Veranstaltungen

Materialien für eine Nachhaltige Wasserwirtschaft – MachWas-Konferenz in Frankfurt am Main

11.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vertikales Begrünungssystem Biolit Vertical Green<sup>®</sup> auf Landesgartenschau Würzburg

16.07.2018 | Architektur Bauwesen

Feinstaub macht Bäume anfälliger gegen Trockenheit

16.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Krebszellen Winterschlaf halten

16.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics